Was ist Leichte Sprache? 

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Fragen und Antworten Was ist Leichte Sprache? 

Am 28. Mai ist der Internationale Tag der Leichten Sprache. Der Tag soll darauf aufmerksam machen, wie wichtig Informationen in verständlicher Sprache für Menschen mit eingeschränkter Sprachkompetenz sind. Wissenswertes rund um Leichte Sprache.

2 Min. Lesedauer

Aufgeschlagenes Buch mit Lesebrille und Kugelschreiber, am Rand Schriftzug "Leichte Sprache"

Leichte Sprache erleichtert Menschen mit Lernschwierigkeiten das Verstehen. Aber auch Menschen mit bestimmen Erkrankungen profitieren davon.

Foto: Bundesregierung/Tybussek

Was ist Leichte Sprache?

Texte in Leichter Sprache informieren in einer verständlicheren Form. Sie richten sich an Menschen mit Einschränkungen beim Lesen und Verstehen. Texte in Leichter Sprache sind ein Zusatzangebot. Sie ersetzen nicht den Originaltext und verdrängen nicht die Standard- oder Fachsprache. Texte in Leichter Sprache haben keine Rechtskraft.

Wesentliches Merkmal der Leichten Sprache ist es, dass übersetzte Texte immer von mindestens zwei Personen aus der Zielgruppe auf Verständlichkeit überprüft werden.

Wie funktioniert Leichte Sprache?

Leichte Sprache orientiert sich an einem festen Regelwerk, das Sprach- und Rechtschreibregeln umfasst sowie Empfehlungen zu Typografie und Mediengebrauch. Das heißt: Texte werden durch Leichte Sprache verständlicher – weil einfache Wörter, kurze Sätze, ein aktiver und verbaler Schreibstils, ein bestimmter Textaufbau und visuelle Gestaltung verwendet werden. Zum Beispiel beginnt jeder Satz auf einer neuen Zeile. 

Wer profitiert von Leichter Sprache?

Entwickelt wurde die Leichte Sprache aus der Behindertenrechtsbewegung und von Menschen mit geistiger Behinderung beziehungsweise mit Lernschwierigkeiten. Die Leichte Sprache erleichtert aber nicht nur Menschen mit Lernschwierigkeiten das Verstehen. Von ihr profitieren auch Menschen, die etwa unter funktionalem Analphabetismus leiden oder an bestimmten Erkrankungen wie Aphasie (erworbene Sprachstörung), prälingualer Hörschädigung oder Demenz. 

Wie ist Leichte Sprache gesetzlich verankert?

Nur wer informiert ist, kann mitreden und mitbestimmen. Dies gilt auch für Menschen mit kognitiven Einschränkungen oder Lernschwierigkeiten. Leichte Sprache dient damit der Barrierefreiheit.

Barrierefreiheit ist ein verbrieftes Recht, das sich unter anderem aus Artikel 9 der UN-Behindertenrechtskonvention ergibt. Barrierefreiheit ist die Grundlage für die umfassende Information und Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger – egal ob mit oder ohne Behinderungen. 

Laut Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) und der Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0) sind alle Träger öffentlicher Gewalt verpflichtet, ihre digitalen Angebote barrierefrei zu gestalten. Auch die Bundesregierung bietet Informationen in Leichter Sprache sowie in Gebärdensprache an.

Wie engagiert sich die Bundesregierung?

Die Bundesregierung hat Mitte Februar 2026 eine Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes beschlossen. Das Gesetz sieht unter anderem vor, dass ein Bundeskompetenzzentrum für Leichte Sprache und Deutsche Gebärdensprache eingerichtet wird. Es soll die Bundesministerien und ihre nachgeordneten Behörden dabei beraten, Informationen in Gebärdensprache und Leichter Sprache zur Verfügung zu stellen. Im Publikationsportal der Bundesregierung können aktuell bereits Informationen der Ministerien in Leichter Sprache heruntergeladen werden.