25.000 Elefanten fallen jedes Jahr in Afrika der Wilderei zum Opfer. Auch für Nashörner ist die Lage dramatisch. Hilfe im Kampf gegen die Wilderer verspricht zum Beispiel ein modernes Aufklärungsflugzeug. Ein Projekt, das vom Bundesentwicklungsministerium gefördert wird.
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Nashörner gehören zu den von Wilderern bedrohten Tierarten
Foto: ZGF
Immense Schwarzmarktpreise für Elfenbein und das Horn von Nashörnern führen zu einem katastrophalen Anstieg der Wilderei in ganz Afrika. Das gefährdet nicht nur den Fortbestand der Tiere. Für Tansania und die anderen betroffenen Länder stehen die wichtigsten natürlichen Ressourcen ihres Landes auf dem Spiel: die großen Wildnisgebiete und deren Artenreichtum.
Gleichzeitig gefährdet Wilderei die Lebensgrundlage der Menschen vor Ort. Denn der Natur-Tourismus ist einer der größten Devisenbringer Tansanias. Ist die Vielfalt der Arten bedroht, wird dieser wichtige Wirtschaftsfaktor seine Bedeutung verlieren. Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) und die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) vertiefen deshalb auf dem Gebiet der Wilderei-Bekämpfung ihre Zusammenarbeit.
Erhalt der biologischen Vielfalt zum Schutz gegen Armut
Für Menschen in armen Ländern sind die natürlichen Ressourcen unmittelbare Lebensgrundlage. Ihre Nutzung ist oft die einzige Verdienstmöglichkeit. Die Sicherung der natürlichen Reichtümer ist daher eine entscheidende Voraussetzung für die erfolgreiche Bekämpfung von Armut.
Deshalb ist der Erhalt der biologischen Vielfalt ein eigenes entwicklungspolitisches Arbeitsfeld. Ziel ist, Ökosysteme in ihrer Gesamtheit zu bewahren und nachhaltig zu nutzen. Deutschland fördert in mehr als 30 Partnerländern Programme und Projekte zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt. Dies geschieht in Übereinstimmung mit den Zielen der Biodiversitätskonvention - dem wichtigsten internationalen Abkommen zum Schutz der biologischen Vielfalt.
Das BMZ unterstützt zum Beispiel in Tansania den Kauf eines modernen Aufklärungsflugzeugs des Typs Cessna Enforcer. Mit dessen Hilfe können die Schutzgebiete mit modernster Technik überwacht werden. Einmal aus der Luft entdeckt, können die Ranger-Einheiten am Boden die Wilderer dingfest machen. Die Angst vor schnellerer Entdeckung wirkt abschreckend.
Ranger nach einem Einsatz mit den Drahtschlingen der Wilderer
Foto: ZGF/Laura Borner
Bereits im vergangenen Jahr haben BMZ und ZGF erfolgreich bei der Stärkung des North-Luangwa-Nationalparks in Sambia zusammengearbeitet. Zum Schutz der dortigen Elefanten und Nashörner wurde die Fahrzeugflotte der Ranger wesentlich aufgestockt.
Neben der Anschaffung des Flugzeugs unterstützen die deutschen Partner Tansania bei einer groß angelegten Zählung der Elefantenbestände im Selous-Mikumi Ökosystem. Dieses liegt im Südosten Tansanias.
UNESCO-Weltnaturerbe
Der Selous ist eines der ältesten Schutzgebiete Afrikas. Mit rund 55.000 Quadratkilometern Fläche ist er fast so groß wie Irland. Typisch sind seine weiten Landschaften mit den trockenen Miombo-Wäldern, die den Flusslauf des sich dahin schlängelnden Rufiji-Flusses umgeben. Mit seinen vielen Wasserarmen und Flussauen bietet er einen einzigartigen Lebensraum für Flusspferde, Krokodile und Wasservögel.
Neben Löwen und den ebenfalls von Wilderei stark bedrohten Spitzmaulnashörnern beherbergt der Selous etwa 40 Prozent aller Elefanten des Landes. Das haben frühere Zählungen ergeben. Der Selous wurde 1982 wegen seiner hohen Biodiversität und seiner außerordentlichen Landschaft als UNESCO-Weltnaturerbe anerkannt.
"Aufgrund des immensen Anstiegs der Wilderei in den letzten Jahren, wissen wir nichts über die aktuelle Bestandssituation im Selous und sind sehr beunruhigt. Daher ist die Zählung sehr wichtig, um herauszufinden, wo und wie man die Schutzmaßnahmen optimal verstärkt", erklärt Christof Schenck von der ZGF.
Die Bundesregierung und die Zoologische Gesellschaft Frankfurt unterstützen die tansanische Wildlife Division bei der aufwändigen Erfassung. Im Oktober wird das gesamte Gebiet im Selous-Ökosystem - rund 120.000 Quadratkilometer - systematisch abgeflogen und die Elefanten werden aus der Luft gezählt.