Unabhängige Institution stärkt den Schutz vor Gewalt und Machtmissbrauch im Sport
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Staatsministerin Christiane Schenderlein mit Vertreterinnen und Vertretern der 16 Bundesländer im Bundeskanzleramt bei der Gründung des Zentrums für Safe Sport
Foto: Czybik & Schmid Media/ Laurin Schmid
Berlin - Bund und Länder setzen ein deutliches Zeichen gegen Gewalt und Machtmissbrauch im Sport. Mit dem Zentrum für Safe Sport entsteht erstmals eine unabhängige Institution, die Fälle interpersonaler Gewalt unabhängig von bestehenden Sportstrukturen untersucht, aufarbeitet und sanktioniert und Prävention stärkt. Den Grundstein dafür legten Staatsministerin für Sport und Ehrenamt Dr. Christiane Schenderlein und die Vertreterinnen und Vertreter der Länder heute mit der Gründung des Trägervereins im Bundeskanzleramt. Das Zentrum wird seinen Sitz in Kassel haben.
Die Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, Dr. Christiane Schenderlein erklärte anlässlich der Gründungsveranstaltung: Gewalt und Machtmissbrauch haben im Sport keinen Platz. Wer Gewalt erlebt, muss darauf vertrauen können, dass Vorwürfe unabhängig geprüft und konsequent aufgearbeitet werden. Genau dafür schaffen Bund und Länder mit dem Zentrum für Safe Sport erstmals eine unabhängige Institution außerhalb der bestehenden Sportstrukturen. Das stärkt den Schutz von Betroffenen und sorgt für klare Verantwortlichkeiten. Wir setzen ein deutliches Zeichen für einen Sport, der von Respekt, Fairness und Verantwortung geprägt ist.
Das Zentrum für Safe Sport soll im Frühjahr 2027 die Arbeit aufnehmen. Träger des Zentrums ist ein gemeinsamer Verein von Bund und Ländern. Aufgabe des Zentrums für Safe Sport ist es, Vorwürfe psychischer, physischer und sexualisierter Gewalt im Spitzensport unabhängig und auf Grundlage einheitlicher Verfahrensstandards zu untersuchen und zu sanktionieren. Ausgangspunkt dafür sind Kooperationsvereinbarungen mit den
Sportorganisationen. Perspektivisch soll das Angebot des Zentrums für Safe Sport auf weitere Bereiche des organisierten Sports ausgeweitet sowie Aufgaben der Prävention und Aufarbeitung wahrgenommen werden.
Die Vorsitzende der Sportministerkonferenz, Baden-Württembergs Sportministerin Theresa Schopper, sagte zur Gründung des Zentrums für Safe Sport: Mit dem Zentrum schaffen wir gemeinsam eine unabhängige Struktur für mehr Schutz vor Gewalt im Sport. Das ist ein wichtiger Schritt, um Betroffene besser zu unterstützen und Ver-trauen in den organisierten Sport zu stärken. Sport lebt von Vertrauen, Fairness und Respekt. Wo dieses Vertrauen durch Gewalt, Machtmissbrauch oder Grenzverletzungen erschüttert wird, brauchen Betroffene verlässliche Hilfe und unabhängige Ansprechpersonen. Die Gründung des Zentrums ist kein Abschluss, sondern der Beginn einer neuen Etappe: Jetzt müssen die neuen Strukturen mit Leben gefüllt werden. Der Safe Sport Code setzt dafür gemeinsame Standards und schafft nachvollziehbare Verfahren. Entscheidend ist, dass diese Standards vor Ort umgesetzt werden.
Die hessische Ministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, Diana Stolz, erklärt bei der Gründungsveranstaltung in Berlin: Der Erfolg des Sports bemisst sich nicht allein an Medaillen und Rekorden. Er bemisst sich auch daran, ob sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Sport sicher und geschützt fühlen können. Und, ob diejenigen, die Unrecht im Sport erfahren haben, Gehör finden. Mit dem heutigen Tag setzen Bund und Länder ein wichtiges Zeichen für den Schutz der Werte des Sports. Wir stärken die Sportlerinnen und Sportler mit dem Aufbau dieser unabhängigen Zuflucht, die gut erreichbar im Herzen Deutschlands liegt und Betroffenen ohne Wenn und Aber zuhören soll. Damit stärken wir eine Kultur des Hinsehens und Zuhörens im deutschen Sport und tun alles dafür, dass der Sport ein noch sicherer Ort wird.
Im Anschluss an die Gründungsversammlung diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Sport, Wissenschaft und Betroffenenvertretungen über die künftige Rolle des Zentrums für Safe Sport. Im Mittelpunkt standen seine Aufgaben bei der unabhängigen Aufarbeitung interpersonaler Gewalt sowie sein Beitrag zu einem wirksamen Schutz vor Gewalt und Machtmissbrauch im Sport.
Staatsministerin Dr. Christiane Schenderlein dazu: Viele Betroffene haben den Mut gefunden, ihre Erfahrungen öffentlich zu machen und Veränderungen einzufordern. Dafür verdienen sie unseren Respekt und unseren Dank. Ihre Perspektiven haben den Aufbau des
Zentrums maßgeblich geprägt. Sie bleiben Auftrag und Verpflichtung, den Schutz vor Gewalt und Machtmissbrauch im Sport dauerhaft zu stärken.
Der Gründung des Zentrums für Safe Sport ging ein mehrjähriger Beteiligungsprozess von Bund, Ländern, Sportorganisationen, Athletenvertretungen, Wissenschaft sowie Betroffenenvertretungen voraus. Anlass waren wiederholt bekannt gewordene Fälle interpersonaler Gewalt im deutschen Sport. Mit dem Zentrum für Safe Sport schaffen Bund und Länder nun eine unabhängige Struktur, die bestehende Angebote ergänzt und den Schutz von Athletinnen und Athleten nachhaltig stärkt.