Kulturstaatsministerin Roth: "Nur ein erster Schritt, weitere müssen jetzt Folgen"

Zum Umgang der Verantwortlichen der documenta sowie der Kuratoren mit dem Wandbild des Künstlerkollektivs Taring Padi, erklärt Kulturstaatsministerin Claudia Roth:

„Es ist überfällig, dass dieses Wandbild, das eindeutig antisemitische Bildelemente aufweist, jetzt von der documenta entfernt wird. Die bloße Verhüllung und die Erklärung des Künstlerkollektivs Taring Padi dazu waren absolut inakzeptabel. Wie ich immer klar gesagt habe: Antisemitismus darf auf dieser Kunstaustellung, wie insgesamt in unserer Gesellschaft, keinen Platz haben. Das gilt auch für Rassismus und jede Form der Menschenfeindlichkeit. Das sind die klaren Grenzen für die Kunstfreiheit. Antisemitismus ist keine Frage verletzter Gefühle Einzelner und eine eindeutig antisemitische Bildsprache lässt sich nicht durch einen anderen Kontext erklären oder relativieren.
Die Entfernung dieses Wandbildes ist nur ein erster Schritt. Dem müssen nun weitere Folgen: Es muss aufgeklärt werden, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass dieses Wandbild mit antisemitischen Bildelementen dort installiert wurde. Außerdem fordere ich die documenta-Verantwortlichen wie die Kuratoren dazu auf, jetzt unverzüglich zu überprüfen und sicherzustellen, dass bei der documenta nicht weitere eindeutig antisemitische Bildelemente gezeigt werden.
Der Schutz der Menschenwürde, der Schutz vor Antisemitismus, vor Rassismus und jeder Form der Menschenfeindlichkeit sind die Grundlagen unseres Zusammenlebens, die auch für das hohe Gut der Kunstfreiheit eine klare und unverrückbare Grenze sind.“