Individuelle Förderung durch Ganztagsbetreuung 

Ganztagsausbau für Grundschulen - Fragen und Antworten Individuelle Förderung durch Ganztagsbetreuung 

Ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote stärken Grundschulkinder, außerdem helfen sie Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Der Bund treibt deshalb den Ausbau voran und fördert ihn mit insgesamt 3,5 Milliarden Euro. Das Kabinett hatte die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Finanzhilfen für die Länder bereitgestellt werden können. Der Bundestag hat dem nun zugestimmt.

Foto zeigt Grundschulkinder mit einer Lehrerin.

Im Koalitionsvertrag ist ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter ab 2025 vereinbart. 

Foto: imago/Westend61

Was hat die Bundesregierung konkret vor?

Im Koalitionsvertrag ist ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter ab 2025 vereinbart. Zur Vorbereitung muss der Ausbau einer entsprechenden Infrastruktur jetzt vor Ort zügig vorangetrieben werden. Die Bundesregierung hat daher im vergangenen Jahr unter Federführung von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey vier große Parameter der Ganztagsbetreuung ausgearbeitet und definiert. Ziel ist es, fünf Tage die Woche jeweils eine achtstündige Ganztagsbetreuung anzubieten, einschließlich eines verlässlichen Mittagsangebots und der Möglichkeit einer Ferienbetreuung.

Wie wird der Ausbau finanziert?

Für den Ausbau verlässlicher und bedarfsgerechter Bildungs- und Betreuungsangebote hatte der Bund vorgesehen, die Länder mit jeweils einer Milliarde Euro in den Jahren 2020 und 2021, also mit insgesamt zwei Milliarden Euro zu fördern.

Bei der Erarbeitung eines umfassenden Konjunktur- und Krisenbewältigungspakets als Reaktion auf die Corona-Krise hat die Bundesregierung entschieden, den Ausbau der Ganztagsbetreuung mit weiteren Bundesmitteln in Höhe von bis zu 1,5 Milliarden Euro zu fördern. Diese zusätzlichen Finanzmittel wurden mit dem Zweiten Nachtragshaushaltsgesetz zur Finanzierung der Corona-Hilfsmaßnahmen bereitgestellt.

Grafik zum Ausbau der Ganztagsbetreuung an Grundschulen. Details siehe Bildbeschreibung. (Weitere Beschreibung unterhalb des Bildes ausklappbar als "ausführliche Beschreibung")

Der Ausbau der Ganztagsbetreuung an Grundschulen wird noch stärker gefördert.

Barrierefreie Beschreibung anzeigen

Foto: Bundesregierung

Die Bundesregierung fördert den Ausbau der Ganztagsbetreuung in Grundschulen mit insgesamt 3,5 Milliarden Euro. Diese Finanzhilfen werden den Ländern über ein sogenanntes Sondervermögen des Bundes zur Verfügung gestellt. Die Einrichtung eines solchen Sondervermögens hatte das Bundeskabinett auf den Weg gebracht. Der Bundestag hat dem entsprechenden Gesetzentwurf jetzt zugestimmt. Nun muss noch abschließend der Bundesrat grünes Licht geben.

Wie hoch ist der Bedarf an Ganztagsbetreuung in Deutschland?

Etwa die Hälfte aller Grundschulkinder nutzt bereits ein Ganztagsangebot. Die Bundesfamilienministerin geht aber von einem deutlich höheren Bedarf, schätzungsweise 75 bis 80 Prozent, aus. Diese Bedarfslücke soll nun geschlossen werden. Laut Giffey sei gerade während der Corona-Pandemie deutlich geworden, wie wichtig Betreuungsangebote auch am Nachmittag sind. Die Bundesregierung will mit dem Bekenntnis zur Ganztagsbetreuung ermöglichen, dass Eltern Beruf und Familie erfolgreich vereinbaren können.

Warum ist die Ganztagsbetreuung wichtig?

Der Ausbau der Ganztagsbetreuung in der Grundschule ist der Bundesregierung ein wichtiges Anliegen. Ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote ermöglichen eine individuellere Förderung von Grundschülerinnen und -schülern und tragen zu mehr Teilhabechancen für Kinder aus sozial schwachen Familien bei. Zudem kann für Eltern eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf erreicht werden.

Schlagwörter