Einzigartige Ökosysteme schützen

15. Korallenriffkonferenz Einzigartige Ökosysteme schützen

Klimawandel, Überfischung und die Verschmutzung der Meere – Korallenriffe sind in ihrer Existenz massiv bedroht. Forschende aus der ganzen Welt diskutieren seit Montag in Bremen über Lösungen. Bundesumweltministerin Steffi Lemke betonte, es benötige eine globale Kraftanstrengung, um diese bedrohten Habitate zu erhalten.

Geweihkorallen einer massiven Riffwand sind vollständig abgestorben.

Die Geweihkorallen dieser massiven Riffwand sind vollständig abgestorben. Der Niedergang dieses tropischen Korallenriffes begann in den 1970er Jahren. In der Karibik sind in den letzten 40 Jahren 80 Prozent der Korallenbestände verloren gegangen. Die Aufnahme ist vom August 2016, Amerikanische Jungferninseln, Buck Island Reef.

Foto: Richard Ross / Secore international / www.ICRS2022.de

Bundesumweltministerin Steffi Lemke hat am Montag in Bremen die erstmals in Europa ausgetragene Internationale Korallenriffkonferenz eröffnet und erklärt, um Korallenriffe weltweit zu erhalten und besser zu schützen, brauche es eine globale Antwort und eine Vernetzung der Akteurinnen und Akteure in Politik, Verwaltung und Wissenschaft. Raum dafür biete diese Konferenz.

Lemke: „Wir stehen hier vor einer dreifachen Herausforderung: der Klimakrise, der Biodiversitätskrise und der Verschmutzungskrise. Deshalb muss für den Schutz von Korallenriffen neben ehrgeizigen Klimaschutzmaßnahmen mehr geschehen. Deutschland engagiert sich bereits als Mitglied der Internationalen Korallenriffinitiative und im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative für den Schutz dieser einzigartigen Ökosysteme.“

Lösungsansätze im Fokus

Das Internationale Korallenriff Symposium (ICRS), das vom 3. bis 8. Juli stattfindet, ist die mit Abstand wichtigste Veranstaltung, die sich mit den Ökosystemen der Korallenriffe beschäftigt. Seit 1967 treffen sich alle vier Jahre Menschen aus Wissenschaft, Küstenmanagement, Umweltschutz und Politik und stellen ihre Forschungsergebnisse zu den aktuellen und zukünftigen Bedrohungen vor.

Beim diesjährigen ICRS sollen Lösungen für die Korallenriffkrise gefunden werden. „Gerade wegen dieses lösungsorientierten Ansatzes kommt dieser Konferenz eine ganz besondere Bedeutung zu. Und je früher wir diese Lösungen in Angriff nehmen, umso besser“, sagte Professor Christian Wild von der Universität Bremen.

Lage nicht hoffnungslos

Der Dialog der Expertinnen und Experten wird auf Basis des im Rahmen des 14. ICRS 2021 veröffentlichten Strategiepapiers „Rebuilding Coral Reefs: A Decadal Grand Challenge" geführt. Dieses bietet eine Zusammenfassung der relevantesten und neuesten natur- und sozialwissenschaftlichen Erkenntnisse und liefert somit die Grundlage für Diskussionen und Verhandlungen zu Umwelt- und Naturschutz, Klimawandel und nachhaltiger Entwicklung auf lokaler und globaler Ebene.

Darin werden drei Aktionssäulen für den Wiederaufbau von Korallenriffen skizziert:

  • Bekämpfung des Klimawandels,
  • Verbesserung der lokalen Riffbedingungen, um die Widerstandsfähigkeit der Riffe zu stärken und
  • Nutzung von Innovationen, insbesondere für die Wiederaufforstung von Riffen.

„Die Lage der Korallenriffe wird zwar immer dringlicher, ist aber keineswegs hoffnungslos“, betonte die Biologin Nancy Knowlton auf der Konferenz. Die Geowissenschaftlerin Andréa Grottoli, Präsidentin der Korallenriff-Gesellschaft, erklärte: „Die Modellprojektionen zeigen, dass bis zu 30 Prozent der Korallenriffe in diesem Jahrhundert überleben werden, wenn wir die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius begrenzen.“ Letztendlich müssten der Schutz und die Wiederherstellung von Korallenriffen mit einer aggressiven Eindämmung der CO2-Emissionen und der Eindämmung lokaler Stressfaktoren wie Verschmutzung und Überfischung einhergehen.