„Für Frauen eine Wegbegleiterin sein“

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Bundesprogramm „Stark im Beruf“ „Für Frauen eine Wegbegleiterin sein“

Zugewanderten Müttern eine berufliche Perspektive bieten: Das ist das Ziel des Bundesprogramms „Stark im Beruf“. Ilknur Gümüş ist eine von vielen Helferinnen und Helfern, die das Programm regional koordinieren und begleiten. Wie sieht ihre Hilfe aus? Was motiviert sie? Und wie viele Mütter haben den Einstieg in eine Ausbildung oder in den Beruf geschafft?

2 Min. Lesedauer

Das Foto zeigt Ilknur Gümüş bei ihrer Arbeit für das Programm "Stark im Beruf".

Ilknur Gümüş hilft Müttern mit Migrationshintergrund, auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Foto: Verein IBBC e.V.

„Es ist wichtig, als Frau auf eigenen Beinen zu stehen, ein eigenes Einkommen zu haben oder zum Einkommen der Familie beizutragen“, sagt Ilknur Gümüş (59). Ihr Verein – das Interkulturelle Beratungs- und Begegnungs-Centrum (IBBC) in Berlin-Neukölln – ist eine von 80 „Stark im Beruf“-Kontaktstellen in ganz Deutschland. Sie begleiten Mütter mit Migrationshintergrund bei der Integration in den deutschen Arbeitsmarkt.

„Ich bin damals aus der Türkei nach Deutschland gekommen, meine Mutter war hier Gastarbeiterin“, berichtet Gümüş. Sie weiß, wie wichtig es ist, gerade am Anfang Unterstützung zu erhalten. „Damals hatte ich nicht mal einen anerkannten Schulabschluss, weil ich mit 15 Jahren Istanbul und das Gymnasium ohne Abschluss verlassen musste“, erzählt Gümüş. Heute hilft sie anderen Müttern mit Fluchterfahrung, hier den Einstieg in den Beruf zu schaffen.

Unterstützung auch für geflüchtete Mütter aus der Ukraine

„Derzeit betreuen wir vor allem Mütter aus der Türkei, Syrien, Irak und anderen arabischen Ländern“, berichtet Gümüş. Seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine sind auch immer mehr geflüchtete Ukrainerinnen dabei.

Von Januar 2019 bis Ende Februar 2022 betrug der Anteil der Mütter aus der Ukraine nur 1,2 Prozent. Dieser Anteil ist im Zeitraum von März bis Ende Juni 2022 stark angestiegen: Mehr als jede sechste Teilnehmerin (17,4 Prozent), die in diesem Zeitraum in die Projekte eingetreten ist, hat einen ukrainischen Migrationshintergrund.

Bundesprogramm bis Ende des Jahres verlängert

Das Bundesprogramm „Stark im Beruf“  wurde deshalb verlängert. Es wird vom Bundesfamilienministerium gefördert. Von der Verlängerung des Programms bis Ende 2022 sollen vor allem auch Frauen aus der Ukraine profitieren. „Stark im Beruf“ sei erfolgreich und habe bereits vielen Frauen geholfen, so Bundesfamilienministerin Lisa Paus. „Es gewinnen alle: die Frauen erhalten eine berufliche Perspektive, die Unternehmen bekommen hochmotivierte Arbeitskräfte“, sagte sie anlässlich der Programmverlängerung.

Individuelle Hilfe beim Weg in die Beschäftigung

Das Programm „Stark im Beruf“ begleitet Migrantinnen mit einer Kombination aus mehrmonatigen Coachings und Kursen individuell auf ihrem Weg in eine Beschäftigung. „Das kann anfangen mit dem Besuch eines Sprachkurses, Hilfe beim Anerkennungsverfahren von Berufsabschlüssen oder Unterstützung beim Jobeinstieg“, erklärt Projektkoordinatorin Gümüş.

Die rund 80 Kontaktstellen in Deutschland haben seit 2015 rund 17.500 Mütter mit gutem Erfolg in die Erwerbstätigkeit begleitet: Ein Drittel wechselte in eine Ausbildung oder in eine hochwertige Beschäftigung, einem weiteren Drittel gelangen durch Qualifizierungen erste Schritte auf dem Arbeitsmarkt.

Wegbegleiterin für zugewanderte Mütter

Ob fehlender Schulabschluss, Berufserfahrung oder ein Diplom: Alle Frauen bringen ganz unterschiedliche Voraussetzungen mit. Gemeinsam mit den Frauen würden die Helferinnen und Helfer ein berufliches Ziel aufbauen und sie dabei unterstützen, dieses Schritt für Schritt zu erreichen, so Gümüş. „Es ist einfach schön zu sehen, wie entwicklungsfähig die Frauen sind. Wie sie es anfangs mit ganz wenig Deutschkenntnissen bis zu einer Ausbildung oder in den Jobeinstieg schaffen“, freut sich die 59-Jährige. „Das motiviert mich jeden Tag neu, Wegbegleiterin für diese Frauen zu sein“.