Öffentliche Gesundheit
Eine alternde Bevölkerung, Pandemien, Klimawandel: Gesundheitssysteme können vor große Herausforderungen gestellt werden. Daher ist es wichtig, die behördlichen Strukturen entsprechend anzupassen. Das Kabinett hat dazu nun einen Gesetzentwurf beschlossen.
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Prävention und Information: Das neue BIPAM soll die Gesellschaft für nicht übertragbare Krankheiten wie Krebs oder Demenz sensibilisieren.
Foto: Trutschel/photothek
Nicht übertragbare Krankheiten machen in Deutschland fast 90 Prozent aller Erkrankungen aus. Dazu zählen unter anderem Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die für die meisten Todesfälle im Land verantwortlich sind. Zeitgleich steigen auch klima- und ernährungsbedingte Gesundheitsgefahren, Pandemien sind möglich.
Dies alles stellen die Strukturen für Öffentliche Gesundheit vor neue Herausforderungen. Um dem besser gerecht zu werden, hat das Bundeskabinett nun den Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Öffentlichen Gesundheit beschlossen.
Neues Bundesinstitut für Prävention und Aufklärung
Die wichtigste Neuerung auf Bundesebene: Ein „Bundesinstitut für Prävention und Aufklärung in der Medizin“ – kurz BIPAM – soll errichtet werden. Es soll aus der bisherigen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) hervorgehen. Als selbstständige Bundesoberbehörde soll das BIPAM zum 1. Januar 2025 seine Arbeit aufnehmen.
Eine zentrale Aufgabe des neuen BIPAM ist es, die Gesellschaft für nicht übertragbaren Krankheiten wie Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sensibilisieren: Denn die Risiken für nichtübertragbare Krankheiten können durch einen gesunden Lebensstil – Nichtrauchen, mäßiger Alkoholkonsum, ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung – gesenkt werden. Das BIPAM soll künftig wirksame Präventionsmaßnahmen entwickeln und zielgruppenspezifisch zu Gesundheitsthemen informieren und aufklären.
Einen besonderen Fokus soll das BIPAM dabei auf gesundheitlich verletzliche Gruppen wie Kinder oder ältere Menschen richten. Neben der körperlichen wird es auch um die die mentale Gesundheit gehen. Außerdem soll es die Vernetzung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes vorantreiben.
Expertise des Robert Koch-Instituts
Das Robert Koch-Institut (RKI) ist eine zentrale Einrichtung des Bundes im Bereich der Öffentlichen Gesundheit. Es bewertet, analysiert und erforscht Infektionskrankheiten – also Krankheiten, die durch Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten verursacht werden.
Künftig soll sich das RKI durch die Neuordnung stärker auf die Abwehr von Infektionskrankheiten fokussieren können. Die Expertise des RKI in den Bereichen Forschung, Fachkommunikation, Infektionsschutz und Biosicherheit bleibt bestehen.