Pressekonferenz von Bundeskanzler Scholz, Präsident Biden, Präsidentin von der Leyen, Ministerpräsident Kishida, Premierminister Trudeau, Präsident Michel und Ministerpräsident Draghi anlässlich des G7 Side Events "Global Infrastructure" am 26. Juni 2022 in Schloss Elmau

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Im Wortlaut Pressekonferenz von Bundeskanzler Scholz, Präsident Biden, Präsidentin von der Leyen, Ministerpräsident Kishida, Premierminister Trudeau, Präsident Michel und Ministerpräsident Draghi anlässlich des G7 Side Events "Global Infrastructure" am 26. Juni 2022 in Schloss Elmau

(Die Protokollierung erfolgte anhand der Simultandolmetschung)

16 Min. Lesedauer

  • Mitschrift Pressekonferenz
  • Sonntag, 26. Juni 2022

BK Scholz (auf Englisch): Willkommen zu unserem Side Event zur Infrastruktur, das ich gemeinsam mit Joe Biden veranstalte - vielen Dank für dein Engagement, Joe!

Die G7 wollen die Welt zu einem besseren Ort mit besserer Infrastruktur machen. Heute starten wir unsere gemeinsame Arbeit daran mit der Partnerschaft für globale Infrastruktur und Investitionen. Mit unserer gemeinsamen G7-Infrastrukturinitiative bauen wir auf starke regionale Initiativen wie die EU Global Gateway Initiative und die Arbeit aller G7-Mitglieder auf. Das ist ein weiteres Beispiel unserer Einheit und engen Kooperation als G7-Staaten.

Der Entschluss, zusammenzuarbeiten, ist letztes Jahr in Carbis Bay gefallen. Seitdem haben wir uns sehr ins Zeug gelegt und haben großen Fortschritt erzielt. Wir haben eine G7-Struktur für Kooperation und konkrete Partnerschaften zu Klima und Gesundheit erreicht. Zur Struktur unserer Kooperation bringen wir unsere Entwicklungsinstitutionen mit multilateralen Banken und dem Privatsektor zusammen; wir richten Partnerschaften und Länderplattformen ein. Das ist eine enorme Veränderung in unserer Kooperation, zu der wir uns verpflichtet haben.

Wir fördern lokale Impfstoffproduktion in Afrika. Deutschland hat 530 Millionen Euro als Teil einer größeren Team-Europe- und G7-Initiative zur Verfügung gestellt. Wir bauen starke Partnerschaften auf, um den globalen Übergang zu Netto-Null zu erreichen. Wir unterstützen eine beschleunigte saubere und gerechte Wende zur Bekämpfung des Klimawandels.

Der erste gerechte Übergang zur Energiewende ist gestartet, und ich freue mich, dass Deutschland heute mit der Entwicklungsbank bereit ist, ein Förderungsdarlehen von 300 Millionen Euro für ökonomische Reformen und zur Unterstützung der Joint Energy Transition Partnerships zur Verfügung zu stellen. Das ist ein Teil des deutschen Beitrags der gemeinsamen G7-Unterstützung zur Bekämpfung des Klimawandels in den nächsten fünf Jahren. Dabei soll es aber nicht bleiben. Im gemeinsamen Bemühen mit den G7-Partnern arbeiten wir jetzt in Richtung der JETPs mit Indonesien, Indien, Senegal und Vietnam.

Der öffentliche Sektor allein wird nicht in der Lage sein, die enormen Investitionslücken in vielen Teilen der Welt zu schließen. Deshalb fördern wir innovative Instrumente wie zum Beispiel den Aktionsfonds für die Schwellenländer zur Mobilisierung von Privatinvestitionen für nachhaltige Infrastruktur. Die G7 verpflichten sich hier zur Unterstützung. Für den Aktionsfonds für die Schwellenländer wird Deutschland 30 Millionen Euro zu den 25 Millionen Euro beisteuern, die wir letztes Jahr verfügbar gemacht haben. Der Fonds kann bis zu 50 Euro Privatkapital für jeden einzelnen Euro an öffentlichen Geldern beisteuern. So können wir bis zu 2,75 Milliarden Euro mobilisieren.

Wie die größere G7-Agenda ist auch unsere Arbeit zur Förderung der Infrastruktur von der derzeitigen geopolitischen Situation betroffen. Aus diesem Grund haben wir darüber gesprochen, wie unsere weltweiten Investitionen in klimaneutrale und kohlenstoffarme Energie, einschließlich Gas, uns als vorübergehende Reaktion auf Russlands Einsatz von Energie als Waffe helfen können.

Nach dem Fortschritt, den wir erreicht haben, ist die Zeit gekommen, unser Angebot der Welt gemeinsam zu zeigen. Ich bin davon überzeugt, dass die G7 ein stärkeres, überzeugenderes Angebot an die globalen Partner bieten können. Wir haben allerdings noch einen weiten Weg vor uns. Deutschland wird diese Arbeit über den Elmauer Gipfel voranbringen, um einen Fortschritt in Richtung einer gerechteren Welt zu machen, und zum Ende dieses Jahres werde ich eine noch stärkere Initiative an Fumio übergeben.

P Biden: Guten Tag, meine Damen und Herren! Unsere Länder und auch die Welt stehen wirklich vor einem Wendepunkt. Die Technologie hat unsere Welt kleiner gemacht, sie ist unmittelbarer und auch verbündeter und vernetzt wahnsinnige Möglichkeiten; das hat aber natürlich Auswirkungen auf uns alle. Wir müssen dem globalen Energiebedarf gerecht werden und müssen die Klimakrise und auch die Verbreitung von Krankheiten angehen.

Das sind alles Entscheidungen, die wir angehen müssen und die die Welt dann für Generationen beeinflussen werden. Diese Herausforderungen sind schwierig für uns alle, auch für Länder mit solchen Ressourcen, wie sie die G7-Länder haben. Insbesondere Entwicklungsländern fehlt oft die Infrastruktur, die essenziell dafür ist, solche Schocks wie eine Pandemie zu navigieren, und die Auswirkungen sind für diese Länder umso größer. Deshalb ist es in dieser eng verflochtenen Welt wichtig, dass wir helfen, und zwar nicht nur humanitär; vielmehr ist es auch eine wirtschaftliche Frage und eine Frage der Sicherheit.

Deshalb sind wir in Cornwall zusammen das Commitment eingegangen. Dieses Commitment beruht auf unseren gemeinsamen Werten, die alle Länder, die hier vertreten sind, einen. Was wir hier machen, ist grundsätzlich anders, weil es auf unseren Werten beruht, und das sind globale Best Practices, also bewährte Verfahren, die auf Transparenz, Partnerschaft und auch arbeitsrechtlichem Schutz und Umweltschutz basieren. Wir bieten bessere Optionen nicht nur für die Menschen in unseren Ländern an, sondern für die Welt und für die Menschen. Investitionen in kritische Infrastruktur verbessern tatsächlich das Leben der Menschen, für all unsere Völker.

Heute haben wir offiziell die Partnerschaft für globale Infrastruktur und Investitionen begonnen, und wir haben rund um den Globus dutzende Projekte, die bereits unterwegs sind. Ich freue mich zu sagen, dass die Vereinigte Staaten in den nächsten fünf Jahren 200 Milliarden Dollar zu dieser Partnerschaft beitragen werden, und wir alle von den G7 zusammen fast 600 Milliarden Dollar bis zum Jahr 2027. Das sind strategische Investitionen in Bereichen, die kritisch sind für nachhaltige Entwicklung und auch für unsere gemeinsame globale Sicherheit, Gesundheit, digitale Konnektivität, Gleichberechtigung, Klima und Energiesicherheit.

Einige Beispiele, zunächst im Gesundheitswesen: Wir haben bereits seit zwei Jahren COVID-19 und brauchen keine Erinnerung daran, was die kritischen Investitionen sind, die im Gesundheitswesen und auch bei der Gesundheitssicherheit notwendig sind - nicht nur wegen dieser Pandemie, sondern auch für die nächsten. Deshalb werden wir zusammen mit unseren Partnern in den G7 in eine Impfstofffertigungsstelle in Senegal investieren, und wenn diese fertig ist, wird sie das Potenzial haben, hunderte von Millionen von Impfstoffdosen zu produzieren, und zwar jährlich und nicht nur für COVID-19. Das sind Investitionen in den gleichberechtigten Zugang für alle, auch für Entwicklungsländer.


Zweitens: Digitales. Unsere wirtschaftliche Zukunft beruht zunehmend auf der Fähigkeit der Menschen, Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnologien zu haben. Deshalb haben wir unser Digital Investment Program mit 335 Millionen Dollar an privatem Kapital einberufen, um sichere Netzwerke in Afrika, Asien und auch Südamerika zu liefern. Außerdem unterstützt die US-Regierung ein Angebot der amerikanischen Firma SATCOM für einen 600-Millionen-Dollar-Vertrag, um ein globales Untersee-Telekommunikationskabel von Südostasien durch den Nahen Osten über das Horn von Afrika bis nach Europa zu bauen. Diesen Zugang zu gewährleisten, ist umso wichtiger angesichts des wachsenden Bedarfs an zuverlässiger und sicherer Hochgeschwindigkeitskonnektivität in diesen drei wichtigen Schlüsselregionen der Welt.

Drittens geht es um gleichberechtigten Zugang von Frauen und Mädchen, die die Möglichkeit haben müssen, in ihren jeweiligen Ländern vollständig an der Gesellschaft und auch den dortigen Arbeitsmärkten teilzuhaben.

Viertens: Klima und Energie. Wir sehen tagein, tagaus wie wichtig dieses Thema ist. Die ganze Welt spürt die Auswirkungen, die der brutale Krieg Russlands in der Ukraine hat: auf unsere Energiemärkte, auf die Versorgung mit kritischen Rohstoffen, die zum Beispiel für die Produktion von Akkus und Batterien wichtig sind, und auch auf schnelle und zuverlässige Verkehrsinfrastruktur, zum Beispiel Eisenbahn und auch Häfen. Die US-Regierung investiert jetzt zwei Milliarden Dollar in eine neue Partnerschaft zwischen zwei amerikanischen Firmen und der Regierung Angolas, um dort neue Solarprojekte aufzubauen. Das ist eine Partnerschaft, die nicht nur Angola hilft, eigene Klimaschutzziele zu erreichen und den eigenen Energiebedarf zu decken, sondern die auch hilft, neue Märkte für amerikanische Technologien und gute Arbeitsplätze in Angola zu kreieren. In Rumänien wird die amerikanische Firma NuScale Power einen einmaligen neuen Nuklearreaktor aufbauen.

Das ist nur ein Teil dessen, was möglich ist und was wir planen, um in meinem Fall Unternehmungen der Vereinigten Staaten, aber auch Unternehmungen der anderen Länder voranzutreiben, damit wir alle in dieser Richtung zusammenarbeiten können. Wir arbeiten mit unseren Partnern in den G7-Ländern auf multilateraler Ebene zusammen. Das sind Investitionen, die für alle nützlich sind - nicht nur für das amerikanische Volk, sondern für die Völker aller unserer Länder und für alle unsere Wirtschaften. Das ist eine Möglichkeit, unsere positive Sicht der Zukunft mit anderen zu teilen, damit alle Menschen auf der Welt mit eigenen Augen sehen, wie man mit der Demokratie voranschreiten kann; denn so zeigen unsere Demokratien, was sie alles möglich machen können, und wir werden das Rennen dadurch jedes Mal gewinnen.

Vielen Dank!

P’in von der Leyen: Vielen Dank, Joe, Herr Präsident, vielen Dank, Olaf, Herr Bundeskanzler!

Wir haben gerade versucht, eine globale Pandemie zu überwinden, die die globale Wirtschaft erschüttert hat, und als sich die globale Wirtschaft gerade wieder erholen wollte, ist der schreckliche Angriff Russlands auf die Ukraine erfolgt. Die Preise sind gestiegen, von Lebensmitteln bis zur Energie, und das hat enorme Unsicherheit geschaffen - insbesondere in den fragilsten Ländern. Das sind sehr große Herausforderungen, die wir angehen wollen. Deshalb haben sich die G7-Partner hier getroffen.

Das wird uns aber nicht von unserer Tagesordnung abbringen, die wir erstellt haben. Wir wollen der Welt zeigen, dass Demokratien, wenn sie zusammenarbeiten, den besten Weg finden, um Ergebnisse für unsere Völker und für die Völker auf der ganzen Welt zu erbringen - zur Frage des Klimas, der Gesundheit und zu digitalen Innovationen.

Im vergangenen November beim COP26 - vielen Dank noch einmal, Boris, für die Initiative - haben wir unsere Pläne angekündigt, globale Investitionen in klimapositive Infrastruktur aufzustocken. Das war unsere Reaktion auf die Verpflichtungen, die wir in Carbis Bay eingegangen sind, und ich werde nie den Start dieser Initiative mit Boris und Joe zusammen in Glasgow vergessen. Das war der erste Schritt in Richtung einer Erfolgsgeschichte. Die Welt braucht diese Investitionen mehr als je zuvor. Das ist es, was die globale Partnerschaft für Investition bedeutet.

Was machen wir jetzt? Wir sollten zueinanderstehen und Seite an Seite arbeiten. Das ist die einzige Möglichkeit, das Potenzial unserer Investitionen zu maximieren und die Macht der Entwicklung der Finanzen zu zeigen, wenn dabei demokratische Werte reflektiert werden - Transparenz, Inklusivität, Integrität, Nachhaltigkeit und hohe Standards für die Umwelt und für die Arbeitnehmer - und wenn der Privatsektor mit einbezogen wird. Das ist, was Erfolg bedeutet.

Die Reaktion Europas auf die weltweiten Investitionslücken ist in der Global-Gateway-Strategie und im Rahmen der Globalen Partnerschaft für Infrastruktur und Investitionen zu finden. Das ist der Team-Europe-Ansatz, und zu den 200 Milliarden Dollar, die eben vom US-Präsidenten angekündigt worden sind, wird Team Europe 300 Milliarden Euro für nachhaltige Qualitätsinfrastruktur und auch für Gesundheitsinfrastruktur von 2021 bis 2027, also innerhalb von sieben Jahren, aus öffentlichen und privaten Quellen mobilisieren. Dabei geht es um Investitionen, die transparent sind, die das Alltagsleben verbessern und die wirklich einen Vorteil für die Gemeinschaften vor Ort bringen.

Global Gateway funktioniert, und wir hören den Empfängerländern genau zu, damit wir ihre Bedarfe besser verstehen können und die richtigen Dinge liefern. Wir haben bereits große Beispiele vorzuzeigen - einige davon sind bereits genannt worden. Eines dieser Beispiele ist die Produktion von RNA-Impfstoff; wir haben dieses erfolgreiche Programm gerade auch auf Lateinamerika ausgedehnt. Weitere Beispiele sind: die "Great Green Wall", ein Projekt zur Förderung der Ernährungssicherheit und Landsanierung auf dem afrikanischen Kontinent; das Untersee-Glasfaserkabel EllaLink, das Europa mit Lateinamerika verbindet; das kommende Projekt für saubere Wasserstoffenergie mit Ägypten, Namibia und Chile; und der Bau eines Hafens, um die Weihnachtsinsel im Südpazifik mit dem Rest der Welt zu verbinden. Das sind Projekte, die in die richtige Richtung gehen. Sie sind ausgelegt und umgesetzt in voller Konsultation und Partnerschaft mit den Ländern und den Völkern, die betroffen sind. Das ist die Form, in der wir unsere Geschäfte machen.

Mein Punkt ist, dass wir mehr von diesen Projekten sehen müssen. Wir müssen sehen, dass diese Projekte in jeder Ecke der Welt starten. Aus diesem Grund brauchen wir wirklich Demokratien, und wir müssen unser Gewicht zusammenlegen. Europa und Japan sind im Zusammenhang mit der Konnektivitätspartnerschaft bereits dabei, das zu tun. Auch Südafrika ist erwähnt worden, wo alle G7-Länder die gerechte Energiewende unterstützen.

Wir setzen die Arbeit fort, wir werden mehr Projekte erarbeiten und werden dabei die kollektive Macht optimieren. Es ist unsere Sache, einen positiven, mächtigen Investitionsimpuls zu geben, um den Menschen in den Entwicklungsländern zu zeigen, dass sie eine Chance haben und dass sie solidarisch mit uns gehen können, damit wir ihren Bedarf erfüllen können. Wir zeigen noch einmal, dass Demokratien bereit sind und den Augenblick aufgreifen.

Verehrte Freunde, lasst uns diese gute Arbeit fortsetzen. - Danke!

MP Kishida: Ich möchte eingangs die Initiative von Joe und Olaf begrüßen. Infrastrukturinvestitionen sind für die Förderung der globalen Produktivität und des Wohlstands von entscheidender Bedeutung. Infrastrukturen wie Häfen, Eisenbahnen und Flughäfen sichern den Lebensunterhalt und die Wirtschaftstätigkeit der Menschen. Sie stellen die Grundlage der Entwicklung eines Landes dar. Es reicht jedoch nicht aus, einfach mehr Infrastruktur zu bauen. Auch wenn die Anfangsinvestitionen günstig sind, kann es über den gesamten Lebenszyklus hinweg wirtschaftlich unsinnig sein. Wenn der Schuldenrückzahlungsplan nicht durchführbar ist und das unterstützte Land seine Schulden nicht begleichen kann, wird dies das Wachstum dieses Landes sogar behindern.

Transparenz, Offenheit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit werden in den G20-Prinzipien für hochwertige Infrastrukturinvestitionen genannt. Entsprechend dieses Prinzips sollte die G7 für die Förderung hochwertiger Infrastrukturen zusammenarbeiten. Aus dieser Sicht wird Japan in den nächsten fünf Jahren mehr als 65 Milliarden US-Dollar für die Infrastrukturförderung und die Mobilisierung von Privatkapital realisieren.

Erst hatten wir den Klimawandel, dann die COVID-19-Pandemie und nun die russische Aggression. Die Weltwirtschaft wird derzeit mit steigenden Energie- und Lebensmittelpreisen sowie mit Lieferkettenunterbrechungen konfrontiert. Auch hierbei sind Investitionen in eine hochwertige Infrastruktur notwendig.

Die Entwicklung einer hochwertigen Infrastruktur ist auch für die Verwirklichung eines freien und offenen Indopazifiks notwendig. Im Indopazifik wird sich Japan für den Ausbau von Eisenbahnen und Flughäfen einsetzen, die zur regionalen Konnektivität beitragen, für Häfen, die zur Sicherheit im Schiffsverkehr beitragen, sowie für die Stärkung der wirtschaftlichen Sicherheit einschließlich der Cybersecurity.

Japan wird die internationale Zusammenarbeit im Rahmen der ODA weiterhin angemessen, effizient und strategisch einsetzen, die ODA ausbauen und diplomatische Maßnahmen stärken. Japan wird weiterhin mit den G7 und anderen Ländern eng zusammenarbeiten. Herzlichen Dank.

PM Trudeau: Es ist schön, heute mit Präsident Biden, Kanzler Scholz und den anderen Teilnehmern hier zu sein. Vor einem Jahr beim G7-Gipfel im Vereinigten Königreich haben wir festgelegt, dass wir eine verstärkte Investition in Infrastruktur zur Stärkung der Partnerschaft mit anderen vornehmen werden. Alle wissen, dass wir zusammenarbeiten, um die Lücken der Investitionen bei den Entwicklungsländern zu füllen. Es ist wichtig, das zu erreichen, um die nachhaltige Entwicklung zu stärken, den Handel zu fördern sowie die Umwelt zu schützen.

Ich war in dieser Woche mit Premierminister Boris Johnson in der Commonwealth-Sitzung. Wir hatten die Gelegenheit, über diese Herausforderung mit vielen afrikanischen Regierungschefs zu sprechen. Es war in Los Angeles mit dem Co-vorsitzenden, dem UN-Sekretär, dem Premierminister von Myanmar und der Premierministerin von Barbados.

Wir - Regierungen, der Privatsektor und multilaterale Entwicklungsbanken - haben uns auf die Mobilisierung aller möglichen Ressourcen konzentriert. Seit dem G7-Gipfel im vergangenen Jahr haben wir einen beträchtlichen Fortschritt erreicht, einschließlich der Verpflichtung, die Länder zu unterstützen und die eigene Energiewende von Kohle und fossilen Brennstoffen zu erreichen.

Kanada wird zur Unterstützung dieser Bemühungen über fünf Jahre 5,3 Milliarden Dollar geben. Diese beinhalten Investitionen in Höhe von einer Milliarde Dollar, um das „Accelerating Coal Transition Investment Program“ zu unterstützen. Es soll die Investitionslücke geschlossen werden. Dazu brauchen wir Anreize im privaten Bereich. Denn öffentliches Geld allein wird es nicht ausrichten. Das ist der Grund, weshalb Organisationen wie die Entwicklungsfinanzinstitutionen in Kanada eine gemischte Finanzplattform mit wichtigen Investoren aufbauen. Wir machen das zur Verringerung des Risikos der Partner im Privatsektor, um die heutigen großen Probleme zu lösen. Der Privatsektor in Kanada ist bereits ein wichtiger Investor in der globalen Infrastruktur, und wir werden hier noch weitere Schritte unternehmen.

Wir wissen, dass noch viel Arbeit vor uns liegt. Deshalb sind wir heute hier. Wir müssen entschlossen bleiben. Wir müssen vereinigt bleiben. Wir bestärken unser Engagement in der Partnerschaft erneut bei der Infrastruktur und bei den Investitionen. Kanada wird weiterhin diese Bemühungen für einen gemeinsamen strategischen Ansatz unterstützen. Ich freue mich, dass ich während des Gipfels und insbesondere in den kommenden Jahren mit Ihnen arbeiten kann. Ich danke Ihnen sehr.

P Michel: Ich danke dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, dass Sie diese Veranstaltung angesetzt haben, die Unterstützung der G7-Partnerschaft von gemeinsamer Infrastruktur und Institutionen.

Der Grund dafür ist einfach: Wir waren immer führend in der Kooperation mit Entwicklungsländern. 46 Prozent der Entwicklungshilfe von Regierungen kommt von der Europäischen Union. Jahr für Jahr sind es fast 70 Milliarden Euro, die in Frieden, Wohlstand und Entwicklung fließen. G7 hat festgelegt, Standards zu erstellen, Grundsätze der Wertorientierung. Das macht dort die EU. Wir konzentrieren uns auf smarte, saubere Investitionen, auf nachhaltige Infrastruktur, digitale Investitionen und die Bereiche Energie und Transport. Wir investieren auch in das Potenzial der Menschen, in die Bereiche Bildung und Gesundheit und letztendlich in moderne Forschung.

Die EU ist ein Projekt von Frieden und Wohlstand im Rahmen der Rechtsstaatlichkeit und des Multilateralismus. Wir wertschätzen unsere Partner. Wir wertschätzen die sozialen Rechte und die der Arbeitnehmer. Wir unterstützen die Infrastruktur inklusive integrativer Politik. Wir beziehen die Märkte der Entwicklungsländer ein. Wir investieren in Impfstoffe - ich nenne hier das Stichwort Investitionsprotektion -, insbesondere in afrikanischen Ländern.

Die multilateralen Entwicklungsländer haben eine Katalysatorrolle. Die Europäische Union bewegt sich nach vorn mit der Global-Gateway-Initiative. Auf dem EU-Afrika-Gipfel im Februar haben wir ein Afrika-EU-Investitionspaket in Höhe von 150 Milliarden Euro angekündigt. Wir investieren in viele Länderprojekte in Afrika und gemeinsam mit Afrika. Das Unterseekabel zwischen Afrika und Europa und die lokalen Pharmakooperationen sind zwei wichtige Beispiele.

Im Pazifik sind wir sehr engagiert im Bereich Transport, Energie und Technologie. Das heißt, wir brauchen Werte und Standards. Das ist der Grund, weshalb wir voll dabei sind. Ich bin davon überzeugt, dass die G7 und die EU gemeinsam die richtige Richtung für eine stabilere Partnerschaft eingeschlagen haben.

MP Draghi: Eigentlich ist schon alles gesagt worden.

Ein paar Worte noch von meiner Seite: Diese Ländergruppe ist der größte Financier für die Unterstützung von Investitionsprojekten in Entwicklungsländern. Wir können noch mehr tun. Wir wollen auch, dass diese Bemühungen durchaus ihren Niederschlag in Partnerschaften mit Entwicklungsländern finden.

Die Entwicklungsbanken und insbesondere die Weltbank werden weiter Mittel gemeinsam mit dem Privatsektor bereitstellen. Auch Partnerschaften mit unseren Ländern in den Entwicklungsregionen müssen weiter gestützt werden.

Sie haben von vielen Bereichen heute sprechen hören, die Investitionen benötigen. Das ist an erster Stelle Energie, an zweiter Stelle Gesundheitsfürsorge. Bei der Energie ist natürlich klar, dass wir in der derzeitigen Lage kurzfristige Bedarfe haben, die große Investitionen in die Gasinfrastruktur in den Entwicklungsländern und anderenorts erfordern. Wir müssen dabei sicherstellen, dass sie auch umgestaltet werden können, um später für Wasserstoff genutzt zu werden. Sie sollten jetzt kurzfristig einen Ausgleich schaffen und langfristig Gutes für das Klima tun können.

Ein Kontinent insbesondere, nämlich Afrika, ist ganz besonders dafür geeignet, Investitionen in erneuerbare Energien umzusetzen. Deswegen möchte ich alle unsere Länder auffordern, Projekte in erneuerbare Energien zu konzipieren und dann auf den Weg zu bringen.

Die Europäische Union und die Vereinigten Staaten sind mit großem Abstand die größten Geber. Kanada und Japan gehören auch dazu, die die größten Spender von Impfstoffen sind. Es gibt viele andere Bereiche. Natürlich ist es auch richtig, dass noch viel getan werden muss, um insbesondere afrikanische Länder und weitere Länder in die Lage zu versetzen, selbst vor Ort Impfstoffe zu produzieren, sodass sie dann tatsächlich auch für ihre Bevölkerung bereitstehen.

Ich danke Ihnen.

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