„Neuer Geist des föderalen Miteinanders“

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Pressekonferenz nach dem Bund-Länder-Treffen „Neuer Geist des föderalen Miteinanders“

In der Pressekonferenz nach dem Treffen des Bundeskanzlers mit den Regierungschefinnen und -chefs der Länder wurde deutlich: Bund und Länder wollen noch enger kooperieren. Für Bundeskanzler Merz wurde ein „neues Kapitel“ der föderalen Zusammenarbeit aufgeschlagen. 

  • Mitschrift Pressekonferenz
  • Donnerstag, 25. Juni 2026
Bundeskanzler Merz mit den Ministerpräsidenten Schnieder und Lies.

Wir bringen unser Land voran“, betonte Bundeskanzler Merz in der Pressekonferenz nach der Ministerpräsidentenkonferenz. 

Foto: Bundesregierung/Sandra Steins

Bei der ersten gemeinsamen Konferenz zwischen Bund und Ländern in diesem Jahr wurde schnell deutlich: Der Schulterschluss zwischen Bund und Ländern funktioniert, die gemeinsamen Linien sind sichtbar und die Solidarität und der Zusammenhalt sind stärker denn je, um die notwendigen Reformen und Neuerungen für dieses Land umzusetzen. 

Im Mittelpunkt der Beratungen standen die Staatsmodernisierung, die Entbürokratisierung des Landes und die Finanzbeziehungen von Bund und Ländern. Bund und Länder haben aufgezeigt, vor welchen Herausforderungen sie stehen - und zeitgleich verdeutlicht, dass sie die Lösung dieser Herausforderungen nur gemeinsam angehen wollen. Die Geschlossenheit zwischen Bund und Ländern ist auch auf der Pressekonferenz immer wieder von beiden Seiten betont worden. 

Mehr Informationen und Beispiele zu dem Programm von Bund und Ländern PDF, 195 KB, nicht barrierefrei zur Staatsmodernisierung und zum Bürokratierückbau finden Sie hier.

Erstmalige Einigung zwischen Bund und Länder zu Finanzentlastungen 

Großes Thema der gemeinsamen Pressekonferenz war die angespannte Finanzlage der Kommunen. Bund und Länder haben sich auf eine Finanzreform zur Entlastung der Städte und Gemeinden verständigt. Der Bundeskanzler betonte, dass man bei dem Thema das erste Mal einen Beschluss gefasst habe. Dieser folge dem Grundsatz: „Wer bestellt, bezahlt“. Merz sprach von einem „neuen Geist des föderalen Miteinanders“. Die Regelung solle ab dem 1. September gelten. 

Ab dann will der Bund keine Leistungsgesetze mehr beschließen, die für Gemeinden und gegebenenfalls die Länder keinen entsprechenden Kostenausgleich vorsehen. Das sei bisher ein großes Problem gewesen. Gerade bei der Kinder- und Jugendhilfe, dem sogenannten Teilhabegesetz und dem Unterhaltsvorschussgesetz seien die Kosten für Kommunen stark gestiegen.

Gemeinsames Verständnis bei Staatsmodernisierung 

Kanzler Merz machte deutlich, dass Bund und Länder bei der Modernisierung des Staates eng zusammenarbeiten und dafür sorgen, „dass wir Maßnahmen umsetzen“. Insgesamt gebe es rund 400 beschlossene Maßnahmen, mit denen man sehr gut vorankomme. Er bekräftigte nochmals das Ziel der Staatsmodernisierung: „Wir machen damit das Leben der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland einfacher.“ 

Als Beispiele nannte der Kanzler das Kindergeld, das in Zukunft automatisch gezahlt werde. Zudem erspare man den Bürgerinnen und Bürgern unnötige Behördengänge, und auch ein Auto könne nun digital an- und abgemeldet werden. Gleichzeitig werde Tempo bei den Infrastrukturvorhaben gemacht. Für die Zukunft zeigte sich Merz zuversichtlich: „Wir kommen voran!“

Sehen Sie hier die Pressekonferenz im Video: 

26:21

Video Pressekonferenz des Kanzlers mit Ministerpräsident Schnieder sowie Ministerpräsident Lies

Lesen Sie hier die Mitschrift der Pressekonferenz: 

Ministerpräsident Olaf Lies:

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, lieber Gordon Schnieder, ich darf mich erst einmal ganz herzlich bedanken. Denn ich finde, diese Ministerpräsidentenkonferenz, vor allem die gemeinsame Runde, die wir mit dem Bundeskanzler und dem Bundeskabinett haben, hat große Schritte nach vorn gebracht. Ich will mit zwei ganz zentralen Themen, an denen wir gearbeitet haben, anfangen.

Wir haben uns sehr intensiv mit der Frage beschäftigt, ob wir uns auch auf Bundesebene auf das, was zwischen den Ländern und den Kommunen geregelt ist – wer ein Gesetz auf den Weg bringt, der muss auch die Kosten tragen –, verständigen können. Ich bin sehr dankbar. Wir haben das, was unter dem Begriff der Veranlassungskonnexität immer wieder diskutiert wurde, jetzt vereinbart und sind uns einig geworden, und zwar, wie ich finde, in einem fairen Miteinander und mit einem fairen Ergebnis. Ich will die Zahlen kurz nennen. Es gibt eine Schwelle, ab der die ganze Regelung greift. Das sind 200 Millionen. Es gibt einen Anteil, der fixiert ist, 80 Prozent. Ich glaube, das ist ein fairer Ausgleich, den wir haben. Es gibt, ehrlich gesagt, auch eine Symmetrie, also mit neuen Gesetzen, die später kommen. Dann gibt es auch ein Zurück. Denn es ist völlig klar: Wenn der Bund am Ende Entscheidungen trifft, die wieder zur Reduzierung der Kosten führen, dann muss es auch ein Zurück der Mittel geben. Das ist, glaube ich, die Art und Weise, wie Bund und Länder gemeinsam arbeiten müssen.

Wir haben das mit der großen Herausforderung verbunden, die wir bei den Kommunen sehen. Die Belastungssituation bei den Kommunen ist immens; das muss man sagen. Es ist gar nicht einmal die Einnahmesituation allein; es ist vor allen Dingen die Ausgabensituation. Die Ausgaben haben sich enorm gesteigert. Wir standen vor der großen Herausforderung: Was können wir tun, und zwar immer mit Blick darauf, dass auf der einen Seite Respekt vor den Menschen, über die wir reden, und ihre Würde ganz zentral sind und wir auf der anderen Seite trotzdem sagen: Gibt es nicht Möglichkeiten, den Aufwuchs der Kosten deutlich zu minimieren? Auch da, finde ich, haben wir in intensiver Arbeit der Länder mit dem Bund und den kommunalen Spitzenverbänden ein gemeinsames Ergebnis erzielt. Wir haben es heute auf den Weg gebracht; es gibt eine gemeinsame Positionierung. Das kann jetzt in die Reformen einfließen und umgesetzt werden und stellt sicher, dass auf der einen Seite ganz zentrale Themen, die auch den Menschen wichtig sind, um die es geht, gesichert bleiben und auf der anderen Seite Dinge wie Poollösungen und Vereinfachung komplexer Verfahren jetzt wirklich im Mittelpunkt der Umsetzung stehen. Dass uns das gemeinsam gelungen ist, ist, würde ich sagen, schon ein Novum. Denn der klassische Weg wäre gewesen: Der Bund macht Gesetze, und die Länder sagen, ob sie es denn wollen oder nicht. ‑ Ich finde, wenn man einen handlungsfähigen Staat will, dann braucht man eine Gemeinsamkeit von Bund und Ländern. Ich finde, das haben wir hier eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Vielleicht darf ich das sagen: Wir wollen bei anderen Themen – Stichwort „Energie“, „wirtschaftliche Entwicklung“ – diese Gemeinsamkeit von Bund und Ländern zukünftig viel stärker nutzen.

Der letzte Aspekt, den ich nennen will: Wir haben beim Thema, wie wir die Dinge einfacher und schneller machen können, Staatsmodernisierung, Bürokratieabbau, genau das auch bewiesen. Da ist es gerade die hervorragende Zusammenarbeit mit Herrn Wildberger, die die Länder praktizieren, bei der wir Input geben, bei der der Bund mit uns zusammenarbeitet und wir wirklich zeigen: Wenn wir dieses Land voranbringen wollen, dann darf das nicht an föderalen Grenzen scheitern und dann dürfen föderale Grenzen keine Hürden sein, sondern dann müssen wir sie gemeinsam überwinden. Deswegen bin ich sehr dankbar, dass wir das heute hier gemeinsam darstellen und vertreten können und dass wir, glaube ich, auch das ganz wichtige Zeichen senden: Dieser Staat ist handlungsfähig, und das wollen wir damit unter Beweis stellen.

Bundeskanzler Friedrich Merz:

Ich will mich dem Dank anschließen. Wir haben heute eine sehr gut vorbereitete und auch sehr gut durchgeführte Sitzung der Ministerpräsidentenkonferenz gehabt. Ich will bei dieser Gelegenheit Gordon Schnieder, dem Ministerpräsidenten des Landes Rheinland-Pfalz, noch einmal ein herzliches Willkommen sagen. Er hat die Aufgabe des Vorsitzes der MPK gleich mit übernommen. Dank an Olaf Lies, der jetzt in den stellvertretenden Vorsitz gewechselt ist. Ich habe also sozusagen die beiden Koordinatoren der Länder hier neben mir sitzen, mit denen zusammen wir diese Themen vorbereitet und heute gut besprochen und entschieden haben.

Herr Lies hat schon auf das Thema hingewiesen. Wir hatten ein großes Thema, das wir uns ziemlich genau vor einem Jahr vorgenommen haben, nämlich die Klärung der Frage, wie Bund und Länder jenseits der verfassungsrechtlichen Regeln, die wir ja haben, zum Beispiel bei Steuergesetzen, miteinander umgehen, wenn der Bund Leistungsgesetze beschließt, die die Länder und die Gemeinden bezahlen müssen. Das ist in der Tat ein großes Problem. Wir sehen insbesondere bei den Gemeinden in Deutschland einen sehr hohen Kostenaufwuchs, insbesondere in den Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe, des sogenannten Teilhabegesetzes und des Unterhaltsvorschussgesetzes.

Wir haben verabredet, dass wir in Zukunft, ab dem 1. September, keine Gesetze dieser Art mehr machen, die den Gemeinden und gegebenenfalls auch den Ländern keinen entsprechenden Kostenausgleich geben. Das folgt dem Grundsatz: Wer bestellt, bezahlt. Diesen Grundsatz werden wir demnächst im Verhältnis zwischen Bund und Ländern gemeinsam einhalten.

Das will ich auch mit besonderem Dank sagen. Im vergangenen Jahr, ziemlich zu Beginn meiner Amtszeit, habe ich alle Ministerpräsidenten eingeladen. Wir haben uns hier in Berlin getroffen. Wir haben uns genau darauf verständigt, darauf, dass wir einen neuen Geist des föderalen Miteinanders praktizieren. Dies haben wir heute bei einem wirklich großen und wichtigen Thema das erste Mal in einen Beschluss gefasst, der, wie gesagt, ab dem 1. September gilt, und zwar für beide Seiten. Wenn wir entlasten, dann wird der Bund gegebenenfalls Umsatzsteueranteile zurückbekommen. Wenn wir belasten, dann werden die Länder und gegebenenfalls die Gemeinden Umsatzsteuerpunkte von uns bekommen. Wir alle haben angespannte Haushaltssituationen. Wir werden also in Zukunft gemeinsam und auch aus einem gemeinsamen Interesse heraus, darauf achten, dass wir das, was wir beschließen, auch gemeinsam bezahlen, sei es auf der Ebene des Bundes, der Länder oder der Gemeinden. Deswegen will ich noch einmal sagen: Ausdrücklich herzlichen Dank an alle, die daran so aktiv mitgewirkt haben!

Das Thema der Bund-Länder-Staatsmodernisierung und des Digitalisierungspaktes, den wir am 4. Dezember des vergangenen Jahres miteinander beschlossen haben, ist heute sozusagen mit einem Statusbericht begleitet worden. Ich will mich ausdrücklich dem Dank an den Kollegen Karsten Wildberger anschließen, der nicht nur für den Bund, sondern auch in der Zusammenarbeit mit den Ländern dafür sorgt, dass wir wirklich Schritt für Schritt in die Digitalisierung und in die Staatsmodernisierung gehen und dass das nicht nur eine Aufgabe des Bundes ist, sondern dass wir das auch föderal verstehen, mit den Ländern, mit den Gemeinden zusammen. Bund und Länder arbeiten dabei wirklich eng zusammen und sorgen dafür, dass wir diese Maßnahmen schnell umsetzen.

Uns wurden auch Zwischenberichte zum Pakt für Planungs- und Genehmigungsbeschleunigung vorgelegt. Sie zeigen, dass wir bei den rund 400 Maßnahmen – ich will es noch einmal betonen: 400 gemeinsam beschlossene Maßnahmen – sehr gut vorankommen. Wir machen damit das Leben der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland einfacher. Das gilt zum Beispiel für das Kindergeld, das in Zukunft automatisch gezahlt wird. Wir ersparen den Bürgerinnen und Bürgern unnötige Behördengänge. Auch ein Auto kann nun digital an- und abgemeldet werden. Sei es bei der Kommunikation oder beim E-Mail-Standard, wir sind wirklich auf einem guten Weg.

Wir machen Tempo auch bei den Infrastrukturvorhaben. Ich will den Kolleginnen und Kollegen der beiden Bundestagsfraktionen, von CDU/CSU und SPD, ausdrücklich Danke dafür sagen, dass wir in dieser Woche, am heutigen Tag, das Infrastruktur-Zukunftsgesetz beschlossen haben. Dieses Gesetz geht jetzt in den Bundesrat und kann in der übernächsten Woche im Bundesrat beschlossen werden, sodass wir jetzt mit einer ganz erheblich beschleunigten Genehmigungspraxis in Bezug auf die großen Infrastrukturvorhaben in Deutschland rechnen dürfen. Wir haben nicht nur Geld, wir haben jetzt auch die Mittel, um dieses Geld schnell in gute Infrastruktur umzusetzen.

Sie sehen an diesen Beispielen: Wir kommen voran. Das alles hat Vorlauf, das hat auch gedauert, aber jetzt geht es doch Zug um Zug. Wir haben am Dienstag dieser Woche hier gesessen und gemeinsam die Vorschläge der Alterssicherungskommission entgegengenommen, und wir haben zugesagt, dass wir sie umsetzen wollen. Ich will es zum zweiten Mal in dieser Woche von dieser Stelle aus sagen: Wir haben auch im Verhältnis zwischen Bund und Ländern ein neues Kapitel der föderalen, kollegialen, kooperativen Zusammenarbeit aufgeschlagen. Ich bin sehr dankbar dafür, dass wir uns auch von einem gemeinsamen Verständnis der Notwendigkeit der Staatsmodernisierung leiten lassen. Das ist heute auch in dieser Ministerpräsidentenkonferenz in einer, wie ich finde, wirklich ausgesprochen guten Atmosphäre zum Ausdruck gekommen. Wir bringen unser Land voran.

Ministerpräsident Gordon Schnieder:

Dies ist meine erste Pressekonferenz im Rahmen einer Sitzung der MPK. Ich bin am 18. Mai ins Amt gekommen und durfte dann direkt den Vorsitz der MPK übernehmen. Die Kolleginnen und Kollegen haben es mir leicht gemacht. Vielen Dank besonders auch an Olaf Lies, mit dem ich mich in den letzten Tagen abstimmen konnte, aber auch Dank an Michael Kretschmer, der das vorher gemacht hat und mich dabei ebenfalls unterstützt hat.

Der Bundeskanzler hat es gerade gesagt: Wir befinden uns mitten in den großen Reformen. Ich bin sehr froh und dankbar, dass die Vorschläge aus der Kommission in dieser Einstimmigkeit am Dienstag auf den Tisch gekommen sind. Ich betone hier auch noch einmal, dass ich nichts davon halte, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt einzelne Punkte herausnehmen und sie schon öffentlich zerreden, sondern dass wir uns das Gesamtpaket anschauen. Ich glaube, das ist das, was auch die Menschen in diesem Land von uns erwarten. Sie erwarten zu Recht, dass wir gemeinsame Lösungen finden. Auch wenn das eine oder andere belastend ist, habe ich in den letzten Jahren immer wieder gemerkt, dass die Bürgerinnen und Bürger wissen, dass wir hier Reformbedarf haben und dass nicht nur gute Nachrichten herüberkommen. Aber wenn wir in eine ordentliche, erklärende Kommunikation gehen, dann können wir das den Menschen auch beibringen, dann gewinnen wir sie auch an unsere Seite.

Immer dann, wenn Bund und Länder eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten, gelingt es uns auch, das Land voranzubringen, und ich bin dankbar, dass genau das uns heute hier auch wieder gelungen ist. Das ist auch das Signal, das wir heute senden können: Dieser Staat funktioniert. Wir kommen nicht nur ins Handeln, sondern wir sind mittendrin.

Die Situation der Kommunen liegt uns allen besonders am Herzen. Das, was wir gerade im letzten Jahr mit rund 30 Milliarden Euro an Defiziten erlebt haben, zeigt: Dort ist etwas in Schieflage geraten. Aber gerade vor Ort, bei den Kommunen, entscheidet sich, ob Politik tatsächlich handlungsfähig ist. Es geht darum, dass wir auch dort, wo sich Menschen abgehängt fühlen, weil sie glauben, der Staat funktioniere nicht – auf der untersten Ebene, dort, wo am schnellsten entschieden werden kann, wo am schnellsten die Umsetzung geschehen kann, wo wir die Schulen sanieren können, wo wir für verlässliche Kitas sorgen können, wo die Straßen auch wieder in ordentlichen Zustand gesetzt werden –, zeigen, dass der Staat doch funktioniert, und dass wir das Vertrauen derer, die möglicherweise die etablierten Parteien in diesem Vertrauen hinter sich gelassen haben, dann auch wieder zurückgewinnen. Deswegen brauchen wir finanzielle Gestaltungskraft, auch wieder bei den Kommunen.

Die Länder sind bereit und waren das auch, ihren Anteil zu übernehmen, kommen aber auch an finanzielle Grenzen. Genauso sehen wir, dass sich auch der Bund in schwierigen Situationen befindet, dass auch dort eine schwierige haushalterische Situation herrscht. Deswegen bin ich froh, dass wir uns heute hier auf diese Veranlassungskonnexität geeinigt haben, verständigt haben – 80 Prozent, Bagatellgrenze 200 Millionen – und dass wir uns dort gemeinschaftlich auf den Weg machen. Es ist auch in der Konferenz angeklungen: Wir reden dann schon im nächsten Jahr über ein Entlastungspotenzial bei den Kommunen von drei Milliarden, und das ist über die nächsten Jahre anwachsend. Das ist ein klares und deutliches Zeichen auch nach draußen: Wir – der Bund, die Länder – werden der Verantwortung für die Kommunen gerecht. Deswegen bin ich dankbar, dass wir diese Einmütigkeit heute gezeigt haben. Das ist für mich ein ganz bedeutendes Signal in Richtung der Kommunen, aber eben auch in Richtung der Menschen im Land.

Die Staatsmodernisierung ist genannt worden. Ich möchte mich beim Kollegen Wildberger auch ganz herzlich für den Weg bedanken, auf den man sich hier bundesseitig gemacht hat. Dabei geht es um Bürokratieabbau, dabei geht es um das „Once-Only“-Prinzip, dabei geht es um Genehmigungsfiktion, all das, was das Leben der Menschen in diesem Land dann auch wirklich erleichtert.

Für mich war noch ein dritter Punkt heute wichtig, und auch der wurde auf den Weg gebracht, der Pakt für den Rechtsstaat. Die Menschen können sich zu Recht darauf verlassen, dass diese Regierung und die Länder miteinander handeln, dass man auch innerhalb einer überschaubaren Zeit Recht bekommt, dass der Rechtsstaat hier auch innerhalb einer überschaubaren Zeit durchgreift. Wir haben uns mit den drei Säulen auf den Weg gemacht: Digitalisierung, aber auch Verfahrensbeschleunigung und insbesondere Personal. In diesem Pakt für den Rechtsstaat stecken 2.000 zusätzliche Stellen aufseiten der Richterinnen und Richter, der Staatsanwältinnen und Staatsanwälte, und zehn Prozent der Stellen können dann auch für unterstützendes Personal genutzt werden, eben im Bereich der IT-Infrastruktur. Aber auch das ist ein deutliches Signal für die Menschen in diesem Land, gerade das Rechtsbedürfnis, und das innerhalb eines überschaubaren Zeitraums, dann künftig auch zu befriedigen. Auch da bin ich dankbar, dass das Bund und Ländern gelungen ist.

Von daher bleibt mir heute nach meiner ersten MPK-Sitzung zum Abschluss nur, Dank zu sagen für die Aufnahme in den Länderkreis, aber gerade auch in Richtung des Bundeskanzlers und der Bundesregierung für das gute Miteinander mit den 16 Regierungschefinnen und -chefs. Auch dafür, lieber Friedrich Merz, herzlichen Dank! Es geht darum, wenn diese Signale auch über die nächsten Reformen jetzt nach draußen gelangen, dass wir uns nicht öffentlich verzanken, dass wir nicht einzelne Dinge öffentlich zerreden, sondern dass wir in einer erklärenden Kommunikation die Gesamtpakete an den Start bringen. Da kommen ja noch einige. Da kommt noch die Pflege, da kommen noch Steuerreformen. Wenn wir über das alles in dieser Tonalität sprechen, die wir diese Woche jetzt auch erkennen konnten und die wir während unserer vertrauensvollen Konferenz jetzt auch mit den Ergebnissen erleben konnten, dann, bin ich sicher, wirkt das auch nach draußen. Dann bekommen wir auch die Ruhe und dieses Vertrauen wieder zurück, auf das wir so lange gewartet haben. Vielen Dank.