Merkel trifft Angolas Präsidenten

Potenzial für stärkere Kooperation

Angolas Präsident Lourenço warb nach dem Gespräch mit der Bundeskanzlerin für Investitionen in die Infrastruktur seines Landes. Angola ist Afrikas zweitgrößter Ölexporteur und will nun seine Wirtschaft breiter aufstellen. Das Land soll für Investoren attraktiver werden. Merkel sieht Potenzial für eine stärkere Kooperation.

Bundeskanzlerin Merkel trifft den angolanischen Staatspräsidenten Lourenço

Bundeskanzlerin Merkel sieht Potenzial für eine stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Angola.

Foto: Bundesregierung/Denzel

Angolas neuer Präsident João Lourenço hat nach Amtsantritt im September 2017 einen Reformkurs eingeschlagen. "Wir freuen uns, dass mit dem Amtsantritt des Präsidenten ein frischer Wind in Angola eingezogen ist, der Reformen in vielerlei Bereichen in Gang gebracht hat", sagte die Kanzlerin in der gemeinsamen Pressekonferenz mit Präsident Lourenço.

Anreize für Investoren

Merkel versprach Unterstützung: Die Bundesregierung wolle private Investitionen in Angola durch Hermesbürgschaften absichern. Deutschland sei bereits im Zusammenhang mit der Elektrifizierung in Angola engagiert, neben Infrastrukturvorhaben böte sich auch eine Zusammenarbeit im Bereich des Tourismus an. "Wir haben Potenzial unsere Zusammenarbeit zu verstärken", so die Bundeskanzlerin.

Seit seinem Amtsantritt hat sich Lourenço sehr schnell von seinem Vorgänger emanzipiert. Entschlossen begann er mit wirtschaftlichen Reformen, kämpft gegen Korruption und setzt sich für Frieden und Sicherheit in der Region ein. Dabei geht er auch gegen altgediente Führungspersönlichkeiten vor. Er genießt große Popularität in der angolanischen Bevölkerung und Rückhalt in der Regierungspartei MPLA.

So erlaubt ein neues Gesetz für Privatinvestitionen erlaubt, ohne einheimische Partner Geschäfte abzuschließen. Zuvor mussten Unternehmen zu mindestens 35 Prozent in angolanischem Besitz sein. Das Gesetz gilt zwar nicht für die Öl- und Bergbauindustrie sowie den Finanzsektor. Aber es ist ein Zeichen auf Lourenços Weg zur Öffnung der Wirtschaft, die unter dem Rückgang des Ölpreises leidet.

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Pressekonferenz der Kanzlerin und des angolanischen Präsidenten

Mehr Transparenz bei öffentlichen Ausschreibungen

Eine Reihe von Großprojekten, die unter der Vorgängerregierung intransparent an Familienangehörige und Freunde des ehemaligen Präsidenten vergeben wurden, wird nun neu ausgeschrieben. All diese Reformen zielen auch darauf ab, mehr marktwirtschaftliche Anreize zu schaffen. Die Reformen werden von internationalen Beobachtern wie dem IWF und Weltbank sehr positiv bewertet.

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