Nationales Programm

Nachhaltigen Konsum stärken

Bio-Lebensmittel, Car-Sharing, Fair Trade - ein umweltbewusstes Leben zu führen ist gefragter denn je. Gleichwohl werden noch viele ressourcenintensive Produkte hergestellt und verbraucht. Um den nachhaltigen Konsum zu stärken, hat das Kabinett ein nationales Programm beschlossen.

Hände auf einem Globus

Gut für die Erde: Nachhaltiger Konsum schont immer knapper werdende Ressourcen.

Foto: Colourbox

Die Bundesregierung will den nachhaltigen Konsum in den Bereichen Haushalt und Wohnen, Mobilität, Ernährung, Büro und Arbeit, Bekleidung sowie Tourismus und Freizeit systematisch stärken und ausbauen. Das sind die Bereiche, in denen ein großes Potenzial für umweltverträgliches Verhalten steckt.

Die Verbraucherbildung und -information, die Forschung, eine umweltgerechte Produktgestaltung, Umwelt- und Sozialzeichen sowie das Monitoring sollen ausgebaut werden. Jeder und jede soll am nachhaltigen Konsum teilhaben können - unabhängig vom Geldbeutel.

Das Programm nennt die Ziele und Maßnahmen für nachhaltigeren Konsum. Bereits vorhandene Strategien, Förderprogramme und Regelungen werden in ihm zusammengeführt und weiterentwickelt.

Zugleich will das Programm eine Plattform für die gesellschaftliche Diskussion über die Weiterentwicklung des Konsumverhaltens schaffen. Es ist Teil der Gesamtstrategie der Bundesregierung für mehr Nachhaltigkeit.

Jeder kann zu mehr Nachhaltigkeit beitragen

Studien belegen für bestimmte Bereiche die steigende Nachfrage von Verbrauchern nach "grünen" Produkten. Ebenso ist eine große Bereitschaft zum Umstieg auf umweltfreundliche Alternativen vorhanden. Zumal, wenn diese noch einen persönlichen Mehrwert bringen und zugleich Kosten sparen. Wie etwa der Umstieg vom Auto aufs Fahrrad bei Kurzstrecken häufig zeigt.

Jeder kann – häufig bereits mit kleinen Maßnahmen – beeinflussen, unter welchen Bedingungen Produkte erzeugt, Dienstleistungen erbracht und welche Ressourcen und Energie dafür benötigt werden. Dennoch ist der Konsum noch immer nur zu einem Bruchteil nachhaltig. Mit Gas oder Öl heizen, Benzin oder Diesel tanken: Dieser Verbrauch schadet dem Klima.

Auch Produzenten sind gehalten, ihre Produkte so langlebig, ressourcen- und energieeffizient sowie reparaturfreundlich wie möglich zu gestalten.

Nachhaltiger Konsum ist möglich

Bereits jetzt gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich nachhaltig zu verhalten. Mit Umweltplaketten wie dem "EU-Energielabel" oder dem "Blauen Engel" können Verbraucherinnen und Verbraucher etwa schnell erkennen, welche Geräte besonders energieeffizient sind. Und auf dem Internetportal www.siegelklarheit.de können sich Konsumenten seit 2014 über den Inhalt eines Standards, eines Gütesiegels sowie dessen Umsetzung und Überprüfung informieren.

Ebenfalls seit 2014 gibt es das Bündnis für nachhaltige Textilien www.textilbuendnis.com Akteure aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Gewerkschaften und Regierung haben einen gemeinsamen Aktionsplan entwickelt, der für die gesamte Lieferkette soziale, ökologische und ökonomische Standards vorsieht.

Auch auf der Verwaltungsebene wird nachhaltiger Konsum gestärkt: Das Maßnahmenprogramm "Nachhaltigkeit" der Bundesregierung, die Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffung, das Informationsportal des Umweltbundesamtes sowie die Online-Beschaffungsplattform "Kompass Nachhaltigkeit" machen konkrete Vorgaben zur nachhaltigen Beschaffung.

Eine Regierungsarbeitsgruppe beschäftigt sich zudem mit der Frage, wie sich ein Indikator für nachhaltigen Konsum definieren lässt. Er könnte Eingang in die nationale Nachhaltigkeitsstrategie finden, die derzeit fortgeschrieben wird.

Die Agenda 2030 der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung fordert alle Mitgliedsstaaten explizit dazu auf, nachhaltige Produktions- und Konsummuster herzustellen. Nachhaltigkeitsstandards für globale Lieferketten in Handel und Produktion sind auch ständiges Thema der G7–Konferenz.

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