Islands Ministerpräsidentin in Berlin

Mit Island vertrauensvoll verbunden

Die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Island stehen nicht jeden Tag im Rampenlicht. Sie sind aber "älter und vertrauensvoller, als wir es manchmal denken." Das sagte Bundeskanzlerin Merkel beim Besuch von Islands Ministerpräsidentin Jakobsdóttir im Kanzleramt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Katrin Jakobsdottir, isländische Premierministerin, gehen nebeneinander im Bundeskanzleramt.

Bei dem Treffen im Kanzleramt ging es um die guten Beziehungen und europapolitische Fragen.

Foto: Bundesregierung/Denzel

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Pressestatements der Bundeskanzlerin und der isländischen Ministerpräsidentin

Die Handelsbeziehungen gehen sogar bis auf die Hansezeit zurück - und halten bis heute. Etwa im Tourismus: Rund zwei Millionen Deutsche bereisen jährlich die Insel und belegen damit den dritten Platz. "Dabei hat sich die Schengen-Mitgliedschaft Islands als ein großer Vorteil erwiesen", betonte Bundeskanzlerin Angel Merkel.

Trotz der ungleichen Landesgrößen ist der Handel zwischen beiden Ländern heute sehr intensiv. "Das ist dem Sachverhalt zugute zu heißen, dass Island zum Europäischen Wirtschaftsraum gehört." Außerdem ist Deutschland mit Island auch sicherheitspolitisch in der Nato verbunden.

Erfreulich ist, dass Island inzwischen die schwere Finanz- und Wirtschaftskrise überwunden hat. Sie hatte das Land hart getroffen.

Gleiche Werte - ähnliche Herausforderungen

Ministerpräsidentin Katrin Jakobsdóttir betonte, Deutschland und Island seien durch gleiche Werte verbunden, wie die Achtung der Freiheit, der Demokratie und der Menschenrechte. Gegenwärtig seien beide Länder mit ähnlichen Herausforderungen wie der Migrations- und Flüchtlingspolitik konfrontiert.

Die Gleichberechtigung gehört in den vergangenen Jahren zu den wichtigsten Themen der isländischen Politik, so Jakobsdóttir. Mit Erfolg: In vieler Hinsicht gehört Island zu den Ländern, die den Weg echter Geschlechtergerechtigkeit eingeschlagen haben. So lernen schon Vorschulkinder, was Gleichberechtigung bedeutet.

2019 jährt sich auch der 70. Jahrestag der Ankunft der deutschen Frauen in Island. Es sei etwas in Vergessenheit geraten, dass gerade deutsche Frauen die größte Einwanderungsgruppe in Island waren, erinnerte die Kanzlerin.

Katrín Jakobsdóttir ist seit November 2017 Ministerpräsidentin Islands. Sie war von Februar 2009 bis Mai 2013 Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Seit Februar 2013 ist sie Vorsitzende der Links-Grünen Bewegung. Sie besucht anlässlich des 100. Jahrestages der isländischen Souveränität Berlin. Im Anschluss an das Gespräch mit Bundeskanzlerin Merkel nahm sie an einer Konferenz zu Genderfragen und Gleichberechtigung teil.

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