Integration

Merkel: Der Islam gehört zu Deutschland

Bundeskanzlerin Merkel hat sich für ein friedliches Zusammenleben der verschiedenen Religionen in Deutschland ausgesprochen. Der Islam gehöre zu Deutschland, betonte sie. Gleichzeitig forderte Merkel einen stärkeren Dialog zwischen den Religionen.

Sechs Schülerinnen in einem Klassenzimmer

Unabhängig von Religion und Herkunft - Integration muss gelingen.

Foto: Sebastian Bolesch

Die Bundesregierung tue alles, damit Integration gelinge, sagte Bundeskanzlerin Merkel nach einem Treffen mit dem türkischen Ministerpräsident Ahmet Davutoglu in Berlin. "Unser früherer Bundespräsident Christian Wulff hat gesagt, der Islam gehört zu Deutschland. Und dieser Meinung bin ich auch". Unabhängig von der Religion seien alle Menschen willkommen, die die Gesetze achteten, hier lebten und die Sprache kennen.

Dialog zwischen Religionen stärken

"Ich bin die Bundeskanzlerin aller Deutschen. Das schließt alle, die hier dauerhaft leben mit ein, egal welchen Ursprungs und welcher Herkunft sie sind", sagte die Kanzlerin weiter. Gleichzeitig sei es aber notwendig, den Dialog zwischen den Religionen zu verstärken. Es gäbe "viel Unkenntnis".

Sie sei dankbar, dass die Muslime selbst die "Trennlinie" zögen und sich klar gegen Gewalt wendeten.

Kundgebung für Toleranz und Weltoffenheit

Merkel verwies auf eine für Dienstag geplante Mahnwache für Toleranz und Religionsfreiheit vor dem Brandenburger Tor, zu der muslimische Verbände aufgerufen haben. Die Kanzlerin und zahlreiche Mitglieder ihres Kabinetts nehmen daran teil. "Wir werden morgen ein sehr starkes Zeichen haben", so die Kanzlerin.

Für Dienstagabend haben unter anderem der Zentralrat der Muslime und die Türkische Gemeinde in Deutschland zur Mahnwache für ein "weltoffenes und tolerantes Deutschland und für Meinungs- und Religionsfreiheit" am Brandenburger Tor aufgerufen. Bundeskanzlerin Merkel nimmt gemeinsam mit zahlreichen Mitgliedern des Kabinetts daran teil. So haben unter anderem Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, Außenminister Frank-Walter Steinmeier, Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig ihr Kommen zugesagt. Erwartet werden auch Spitzenpolitiker der Oppositionsparteien, Bundespräsident Gauck wird auf der Kundgebung sprechen.