G20-Agrarministertreffen

Klöckner: Durchbruch für die Landwirtschaft

Die Agrarminister der G20-Staaten haben sich zu einem offenen, regelbasierten Handel auf Grundlage der Welthandelsorganisation bekannt. Bei dem Treffen in Argentinien ging es um die nachhaltige Erzeugung von Nahrungsmitteln. Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner sprach von einem "Durchbruch".

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner bezeichnete den Gipfel, der am 27. und 28. Juli in Buenos Aires (Argentinien) stattfand, als "großen Durchbruch für die Landwirtschaft, für das Klima und damit für die Verbraucher." Es sei mehr erreicht worden als sich im Vorfeld abzeichnete.

Die G20-Agrarminister haben sich geschlossen zu einem multilateralen Handelssystem auf Grundlage der Regeln der Welthandelsorganisation bekannt. Zugleich brachten sie ihre Sorge über zunehmende protektionistische internationale Maßnahmen zum Ausdruck.

Es konnte eine gemeinsame Vereinbarung zum Klimaschutz verabredet werden, bei der die Verantwortung der Landwirtschaft besonders herausgehoben wird. Außerdem setzen sich die G20 für eine nachhaltige Bodennutzung und gegen Lebensmittelverschwendung ein. Der Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen wird fortgeführt.

Deutschland arbeitet Ackerbaustrategie aus

Entsprechend dem Schwerpunkt des Treffens "Gesunde Böden" einigten sich die Agrarminister auf verschiedene Maßnahmen. Diese zielen darauf, höhere Produktivität mit Nachhaltigkeit zu verbinden, die Bodenbelastung zu verringern und die Artenvielfalt zu fördern. Dies ist besonders vor dem Hintergrund wichtig, dass jährlich weltweit zehn Millionen Hektar Anbaufläche durch Erosion verloren gehen.

Deutschland erhielt von den G20 das Mandat, eine Ackerbaustrategie auszuarbeiten. Diese soll beim nächsten Treffen der G20 im Jahr 2019 vorgestellt werden. Im Koalitionsvertrag hat die Bundesregierung auch eine nationale Ackerbaustrategie angekündigt.

Antibiotikaresistenzen bekämpfen

Weiterhin sprachen sich alle Teilnehmer für deutliche Einschränkungen des Einsatzes von Antibiotika in der Tierhaltung aus. Diese sollen künftig nur noch zu therapeutischen Zwecken genutzt werden. Wachstumsfördernde oder präventive Maßnahmen sollen vermieden werden, um dem globalen Problem der Antibiotikaresistenzen entgegenzuwirken.

Globales Forum 2019 in Berlin

Ein weiterer Schwerpunkt der Gespräche war der sparsame Umgang mit landwirtschaftlichen Ressourcen und die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung. Die Bundeslandwirtschaftsministerin lud ihre Kollegen zum Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) im Januar 2019 nach Berlin ein, um sich weiter intensiv mit dem Thema zu befassen.

Einstimmige Abschlusserklärung

Den G20-Agrarministern gelang es, eine einstimmige Abschlusserklärung zu verabschieden. "Wichtig ist, dass wir uns in diesen schwierigen Zeiten auf gemeinsame Ziele verständigen konnten. Ich begrüße vor allem die Übereinstimmung beim Kampf gegen den Klimawandel und die Rolle, die die Landwirtschaft mehr denn je spielen wird", sagt Klöckner. Die Widerstandsfähigkeit der Landwirtschaft müsse gestärkt werden. Ihr sei wichtig, dass Böden geschützt und Fruchtbarkeit erhalten bleibt - für nachfolgende Generationen, so die Bundeslandwirtschaftsministerin.

Die Bundesministerin war mit einer 6-Punkte-Agenda nach Argentinien gereist:

  1. Die Bedeutung der Landwirtschaft und der Wertschätzung der Lebensmittelproduktion.
  2. Die Einhaltung und Stärkung der WTO-Regeln als Grundlage eines gemeinsamen Verständnisses für Freihandel und damit für Friedenssicherung.
  3. Den verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung.
  4. Die Entwicklung einer Ackerbaustrategie unter Federführung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.
  5. Die Rolle der Landwirtschaft und der Bodennutzung.
  6. Die Digitalisierung der Landwirtschaft unter anderem mit Präzisionstechnik.

Die G20 repräsentieren 85 Prozent der globalen Weltwirtschaftsleistung, 60 Prozent der weltweiten Agrarflächen und 80 Prozent des Welthandels mit Agrargütern. Die Treffen der G20-Gruppe haben hohe Signalwirkung und geben Anstoß für nationale und multinationale Reformen, insbesondere da ihre Mitglieder fast zwei Drittel der Weltbevölkerung repräsentieren.

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