Fragen und Antworten zu "Horizont Europa"

Informelle Videokonferenz der EU-Forschungsminister Fragen und Antworten zu "Horizont Europa"

Bundesforschungsministerin Karliczek informierte bei einer informellen Videokonferenz ihre EU-Kolleginnen und Kollegen über den Stand aktueller Gesetzgebungsvorhaben im Bereich Forschung und Innovation. Eines davon ist das EU-Rahmenprogramm "Horizont Europa", das im nächsten Jahr starten soll. Ein Überblick.

Wissenschaftler am Mikroskop

Die EU möchte die Forschung auch weiterhin vernetzen und fördern.

Foto: Getty Images

Warum gibt es europäische Forschungsprogramme?

Damit Forschende in Europa gut zusammenarbeiten können, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Ähnlich wie beim Europäischen Binnenmarkt, der den freien Verkehr von Waren regelt, wird daher ein Binnenraum für Wissen geschaffen: der Europäische Forschungsraum. Wichtig ist dabei nicht nur die Mobilität von Forschenden, sondern auch der Wissensaustausch zwischen Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Bürgern und eine gegenseitige Abstimmung von Forschungsthemen.

Seit wann gibt es EU-Forschungsprogramme?

EU-Forschungsrahmenprogramme gibt es seit 1984. Seitdem sind sie in ihrem zeitlichen und finanziellen Umfang sehr gewachsen. "Horizont 2020", das Rahmenprogramm für 2014 bis 2020, stellte das bislang weltweit finanzstärkste Förderprogramm für Forschung und Innovation dar.

Wie hoch ist das Budget des neuen Förderprogramms?

"Horizont Europa" soll erneut das weltweit größte Einzelförderprogramm für Forschung und Innovation werden und in seinem Umfang das Programm "Horizont 2020" noch übertreffen. Nach der Einigung des Europäischen Parlaments und der EU-Mitgliedstaaten im Rat über den Mehrjährigen Finanzrahmen und Wiederaufbaufonds am 10. November sollen für "Horizont Europa" 80,9 Milliarden Euro zur Verfügung stehen. Das Gesamtpakets, zu welchem der Mehrjährige Finanzrahmen, das Aufbauprogramm "Next Generation EU" und der neue Rechtsstaatsmechanismus gehören, muss allerdings noch verabschiedet werden. Die deutsche Ratspräsidentschaft führt dazu aktuell intensive Gespräche mit allen Beteiligten.

Was ist neu bei "Horizont Europa"?

Gegenüber dem Vorgängerprogramm "Horizont 2020" gibt es in "Horizont Europa" viel Kontinuität. Neu ist, dass der Europäische Innovationsrat (EIC) institutionalisiert wird. Sein Ziel ist es, marktschaffende Innovationen zu fördern. Zudem werden mit Horizont Europa erstmals ein "Strategischer Planungsprozess" und "Missionen" eingeführt.

Was sagt der strategische Planungsprozess aus?

Ziel des Planungsprozesses ist es, die wichtigsten politischen und strategischen Prioritäten für die ersten Jahre von "Horizont Europa" festzulegen. Im Mittelpunkt dieses neu geschaffenen Prozesses steht eine Beteiligung sowohl von Diensten der Europäischen Kommission, Vertretern der Mitgliedstaaten, Mitgliedern des Europäischen Parlaments als auch interessierten FuI-Akteuren sowie Bürgerinnen und Bürgern.

Ziel ist es, die strategischen Prioritäten im Bereich Forschung und Innovation auf die politischen Prioritäten der EU auszurichten. Dies betrifft beispielsweise die ökologische und digitale Transformation oder auch die Erreichung der Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung.

Welche Aufgabe haben die Missionen?

Mit "Horizont Europa" werden erstmals "Missionen" eingeführt. Diese sollen EU-weite FuI-Instrumente sein, die ehrgeizige Ziele zur Bewältigung von aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen in Europa interdisziplinär angehen.

Es wurden zunächst fünf Missionsbereiche definiert:

  • Anpassung an den Klimawandel inklusive gesellschaftlicher Veränderungen
  • Krebs
  • Gesunde Ozeane, Meere, Küsten- und Binnengewässer
  • Klimaneutrale und intelligente Städte
  • Bodengesundheit und Ernährung
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