Theresa May im Kanzleramt

Faire Balance mit Großbritannien finden

Bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit der britischen Premierministerin May in Berlin äußerte sich die Bundeskanzlerin optimistisch zu den Brexit-Verhandlungen: Es sei möglich, eine faire Balance zwischen den Verhandlungspositionen der EU-27 und dem Vereinigten Königreich zu finden.

Kanzlerin Merkel und die britische Premierministerin Theresa May gehen umrahmt von der deutschen, der britischen und der europäischen Flagge

Theresa May zu Gast im Kanzleramt: Der Brexit stand im Mittelpunkt der Gespräche mit Kanzlerin Merkel.

Foto: Bundesregierung/Zahn

Die EU-27 werde darauf achten, dass die künftige Partnerschaft mit Großbritannien möglichst eng sei, "aber dass es natürlich auch einen Unterschied gibt zu der heutigen Mitgliedschaft". Letztendlich müsse eine "faire Balance" zwischen den Interessen beider Seiten gefunden werden. Und dies sei möglich, so die Kanzlerin: "Das kann man finden."

Enge Abstimmung vor März-Gipfel

Die künftig 27 EU-Mitgliedstaaten würden vor dem Europäischen Rat im März sehr aufmerksam verfolgen, welche Vorstellungen das Vereinigte Königreich äußere. Man werde sich dann im Kreise der EU-27 konstruktiv und eng darüber abstimmen, welchen Einfluss dies auf die Leitlinien für die zukünftigen Beziehungen zwischen EU-27 und Großbritannien haben werde.

Europa wolle nach dem Austritt Großbritanniens "eine möglichst konstruktive und enge Partnerschaft" mit dem Noch-Mitgliedstaat erhalten, und zwar "sowohl wirtschaftlich als auch politisch".

Zeitplan einhalten, aber gründlich arbeiten

Ganz klar sei, so Merkel: "Wir wollen den Zeitplan einhalten." Doch auch wenn man unter Zeitdruck stehe, sei es wichtig, die Dinge gründlich zu machen. Die britische Premierministerin Theresa May sagte zum Zeitablauf: "Wir werden zu bestimmten Zeitpunkten über das jeweils nächste Stadium sprechen."

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Pressekonferenz der Bundeskanzlerin gemeinsam mit Großbritanniens Premierministerin May

May betonte auch, dass Großbritannien auf den europäischen Märkten "besondere Freiheiten" haben wolle, "so wie wir es auch unseren europäischen Partnern garantieren wollen". Das Brexit-Abkommen sollte für britische und deutsche Unternehmen von Vorteil sein. 

Am 29. März 2017 hat das Vereinigte Königreich dem Europäischen Rat förmlich seine Absicht mitgeteilt, aus der EU auszutreten. Seit dem 19. Juni 2017 verhandeln Großbritannien und die EU-27 über den Brexit. In der sogenannten "ersten Phase" der Verhandlungen ging es zunächst um die Bedingungen eines Austrittsabkommens. Nachdem der Europäische Rat am 15. Dezember 2017 entschieden hatte, dass hierüber ausreichende Fortschritte erzielt worden sind, konnte die zweite Phase der Verhandlungen beginnen. Hier geht es nun um die künftigen Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich sowie den Bedingungen einer Übergangsphase. Für die Austrittsverhandlungen gilt eine Zwei-Jahres-Frist. Bis zum 29. März 2019 haben die EU und Großbritannien Zeit, um ein Austrittsabkommen zu verhandeln.  

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