Digital-Gipfel 2026
Chancen, Risiken, Sicherheit und politisch-strategische Fragen rund um Künstliche Intelligenz: Damit befasst sich der diesjährige Digital-Gipfel in Berlin unter dem Motto „Sicherheit, Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit“.
Bundeskanzler Merz hat auf dem Digital-Gipfel auch einen Roboter der Firma NEURA Robotics in Augenschein genommen.
Foto: Bundesregierung/Laurin Schmid
Auch in diesem Jahr findet der vom Bundesdigitalministerium ausgerichtete Digital-Gipfel in Berlin statt. Anknüpfend an den letztjährigen Gipfel mit dem Schwerpunkt digitale Souveränität befasst er sich mit dem Themengebiet Künstliche Intelligenz. Unter dem Motto „Shaping AI: safe, sovereign, competitive“ werden Fragen der konkreten KI-Anwendung, die KI-Sicherheit, Chancen und Risiken, neue Entwicklungen für die Zukunft und politisch-strategische Fragen rund um Künstliche Intelligenz erörtert.
Ziel der Bundesregierung ist es, KI aktiv, sicher und vertrauenswürdig zu gestalten, sodass KI unsere Wirtschaft leistungsfähiger und unseren Staat handlungsfähiger macht sowie Bürgerinnen und Bürgern den Alltag erleichtert. Deutschland soll als KI-Nation Wirtschaftswachstum, Arbeitsplätze, eine leistungsfähige und schnelle Verwaltung sowie vertrauensvolle und sichere Alltagsanwendungen bieten.
Deutschland soll zur Weltspitze aufsteigen
Ein wichtiges Anliegen der Bundesregierung ist es, Deutschland im internationalen Wettbewerb um KI deutlich nach vorne zu bringen. Besonders in der Industrie: Wenn die deutsche Industrie ihr einzigartiges Know-how und ihre innovativen Ideen nutzt, könne das Land bei der industriellen KI zur Weltspitze aufsteigen, ist sich Bundeskanzler Merz sicher.
Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger betonte: „Der Digital-Gipfel 2026 steht für unseren Anspruch, KI sicher und vertrauenswürdig zu gestalten, Chancen zu nutzen und Deutschland und Europa im internationalen Wettbewerb weiter nach vorne zu bringen. Dafür schaffen wir verlässliche Rahmenbedingungen für mehr digitale Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit. Ich freue mich auf zwei spannende Tage, an denen wir sichtbar machen, wie stark wir mit KI bereits aufgestellt sind und wo wir gemeinsam mit unseren Partnern neue Innovationskräfte freisetzen können.“
Der Digital-Gipfel ist ein jährlicher Kongress als zentrale Plattform zur Gestaltung der digitalen Transformation von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft in Deutschland. Ursprünglich wurde der Gipfel aufgrund der größer werdenden Bedeutung der IT-Branche für die deutsche Wirtschaft 2006 ins Leben gerufen und trug bis 2016 den Namen "Nationaler IT-Gipfel". Seit dem letzten Jahr wird das Treffen vom Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung ausgerichtet.
Eröffnet wurde der Digital-Gipfel am 02. November von Bundesdigitalminister Karsten Wildberger. Sprecherinnen und Sprecher aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Politik beleuchten die vielfältigen Dimensionen von KI. Digitalministerinnen und Digitalminister aus Europa und Kanada, die EU-Kommission, Mitglieder des Deutschen Bundestages, hochrangige Vertreterinnen und Vertreter der Bundesländer sowie aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft werden vor Ort erwartet.
Am Eröffnungstag sprach auch Bundeskanzler Friedrich Merz auf dem Gipfel. Er warb im internationalen KI-Wettbewerb für mehr Tempo in Deutschland und Europa. Es gelte, schneller und besser darin zu werden, „digitale Technologien zu entwickeln und die auch wirklich zu nutzen“. Zudem gehe es darum, den Wandel im Sinne hiesiger Werte zu gestalten. Im Zentrum stehe der Mensch, nicht die Technologie.
Neben zahlreichen Panels finden rund um den Digital-Gipfel sogenannte Side-Events statt, die von Bundesministerien, der Zivilgesellschaft, Unternehmen, Verbänden und der Wissenschaft organisiert werden. Die Side-Events greifen Schwerpunktthemen des Digital-Gipfels auf und beleuchten verschiedene Perspektiven.
Künstliche Intelligenz gewinnt immer mehr an Bedeutung für zukünftiges Wachstum, Innovation und Wohlstand. Unser Land hat den Anspruch, führender KI-Standort in Europa zu werden und so die künftige Wettbewerbsfähigkeit in Europa und in der Welt zu sichern. Der Digital-Gipfel soll verdeutlichen, wie stark unser Land bereits aufgestellt ist und wo noch weitere Innovationen erfolgen müssen.
Die Bundesregierung hat eine ressortübergreifende KI-Taskforce eingesetzt. Unter der Federführung des Bundesdigitalministerium hat sie die übergreifende Vision von Deutschlands Weg zur KI-Nation bis 2030 erarbeitet. Der am 02. November veröffentlichte Ergebnisbericht PDF, 971 KB, barrierefrei setzt dafür messbare Ziele und bündelt 18 ressortübergreifende Schlüsselmaßnahmen.
Die vorgeschlagenen Maßnahmen reichen von einer strategischen Analyse- und Monitoringstruktur über KI-Kompetenz, Sicherheits- und Infrastrukturinitiativen bis hin zu Technologie-, Innovations-, Anwendungs- und Talentprogrammen. Gemeinsam adressieren sie die zentralen Voraussetzungen für eine leistungsfähige, souveräne und verantwortungsvoll gestaltete KI-Nation. Konkret sollen beispielsweise bis 2030 mindestens 80 Prozent der Großunternehmen und 55 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen KI einsetzen. Der Anteil der Wirtschaftsleistung, der KI-basiert erwirtschaftet wird, soll mehr als zehn Prozent betragen. Und 90 Prozent der Bundesbehörden sollen bis 2030 mindestens eine KI-Anwendung zur Bearbeitung von Kernaufgaben nutzen.
Aufgrund der hochdynamischen technologischen Entwicklung im Bereich der Künstlichen Intelligenz ist eine kontinuierliche Überprüfung und Anpassung der Ziele und Maßnahmen zwingend erforderlich. Der Ergebnisbericht bildet die strategische Basis; die kontinuierliche Überprüfung und Anpassung stellen sicher, dass Deutschland auf neue Herausforderungen und technologische Durchbrüche zeitnah und agil reagieren kann.
2025 fand der Digital-Gipfel in Zusammenarbeit mit der französischen Regierung als Gipfel zur europäischen digitalen Souveränität statt („Summit on European Digital Sovereignty“). Ziel des europäischen Digital-Gipfels auf dem EUREF-Campus Berlin war es, zentrale Aspekte für eine unabhängige, sichere und innovationsfreundliche digitale Zukunft Europas weiterzuentwickeln.
Beide Länder haben seitdem gute Fortschritte in den Bereichen der Datenschutzregeln, der Datensouveränität, der digitalen Gemeingüter, der KI-Taskforce im Hinblick auf digitale Souveränität sowie der Förderung von KI-Innovation erzielt. Bundesminister Wildberger dazu: „Ich glaube, es ist im letzten Jahr schon einiges passiert, aber wir müssen das noch weiter beschleunigen. In Fragen der Regulierung brauchen wir noch mehr Freiraum für Innovation.“