Humanitäre, finanzielle und militärische Hilfe
Die Ukraine als starker, demokratischer und souveräner Staat ist von zentraler Bedeutung – auch für die Sicherheit Deutschlands. Deshalb steht die Bundesregierung solidarisch an der Seite des Landes und setzt ihre Hilfe konsequent fort.
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In der Hoffnung auf Frieden steht Deutschland fest an der Seite der Ukraine.
Foto: picture alliance/AP Photo/Julia Demaree Nikhinson
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine verursacht unermessliches Leid. Unzählige Menschen haben bereits ihr Leben verloren. Im derzeit kältesten Winter seit Kriegsbeginn greift Russland gezielt zivile Ziele und die Energieinfrastruktur des Landes an, um die Versorgung ganzer Städte und Dörfer mit Strom, Wärme und Wasser zu unterbinden. Die Bundesregierung hat daher ihre Energienothilfe ausgebaut und die Luftverteidigung gestärkt, damit die Menschen vor Ort Wärme, Sicherheit und Perspektiven erhalten.
Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine am 24. Februar 2022 hat Deutschland für die Ukraine bilaterale zivile Unterstützung in Höhe von rund 39 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt und militärische Unterstützung in Höhe von circa 55 Milliarden Euro geleistet beziehungsweise bereitgestellt.
Der folgende Text gibt einen Überblick über wichtige Bereiche von Hilfsleistungen der Bundesregierung. Hier finden Sie die gesamte Liste PDF, 208 KB, nicht barrierefrei .
Energie‑ und Wärmeversorgung
Die Bundesregierung finanziert über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die Reparatur und den Erhalt von Strom‑ und Wärmeanlagen, stellt Ersatzteile bereit und unterstützt den Wiederaufbau zerstörter Kraftwerke. Gleichzeitig wird die Luftverteidigung durch die Beschaffung und Bereitstellung von Flugabwehrsystemen gestärkt, um die Energieinfrastruktur vor weiteren Angriffen zu schützen.
Das Auswärtige Amt (AA) engagiert sich zudem beim physischen Schutz von Kernkraftwerken und unterstützt die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) bei der Entsendung von Expertinnen und Experten.
Humanitäre Hilfe
Humanitäre Hilfsaktivitäten werden in enger Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen und Nichtregierungsorganisationen finanziert, sodass medizinische Versorgung, Lebensmittel, sauberes Wasser und weitere Nothilfen insbesondere die Menschen in Frontnähe schnell erreichen. Millionen Binnengeflüchtete und zurückkehrende Geflüchtete benötigen ebenfalls Unterstützung.
Besonders gefährlich für die Zivilbevölkerung in der Ukraine sind auch die großflächig verstreuten Blindgänger und Minen. Neben dem Räumen und Kartografieren dieser Sprengkörper ermöglicht das Auswärtige Amt Informationskampagnen, um die Menschen im Umgang mit der täglichen Bedrohung zu schulen.
Militärische Unterstützung
Deutschland ist der größte Unterstützer der Ukraine – auch im militärischen Bereich: Die Hilfe umfasst Ausrüstungs- und Waffenlieferungen aus Bundeswehr‑Beständen sowie Lieferungen aus der Industrie, die durch Ertüchtigungshilfen der Bundesregierung finanziert werden. Zu den gelieferten Systemen zählen Flugabwehr‑, Artillerie‑ und Gefechtsfahrzeuge, geschützte Transportfahrzeuge, Handwaffen, Munition, Sanitätsmaterial und Schutzbekleidung. Darüber hinaus hat Deutschland seit Kriegsbeginn mehr als 24.000 ukrainische Soldatinnen und Soldaten in Deutschland ausgebildet.
Hilfe für Geflüchtete
Mehr als eine Million ukrainische Geflüchtete, vor allem Frauen und Kinder, haben seit Beginn des vollumfänglichen Krieges in Deutschland Schutz gefunden. Die Bundesregierung unterstützt die Länder und Kommunen finanziell bei der Unterbringung und Versorgung, etwa durch pauschale Entlastungsbeiträge und die Bereitstellung bundeseigener Liegenschaften als Unterkünfte.
Geflüchtete erhalten bei Bedarf staatliche Unterstützung, Zugang zu Deutschkursen, Weiterbildungs- und Eingliederungsangeboten sowie Hilfe der Jobcenter bei der Arbeitssuche. Das Hilfe‑Portal Germany4Ukraine ermöglicht die Online‑Beantragung von Aufenthaltstiteln, Kursen sowie Anträgen für finanzielle Unterstützung. Die kostenfreie Hotline „Nummer gegen Kummer“ steht in ukrainischer und russischer Sprache zur Verfügung.
Laut einer Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung ist drei Jahre nach Ankunft etwas mehr als die Hälfte der Ukrainerinnen und Ukrainer erwerbstätig. Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht monatlich weitere Zahlen zur Beschäftigungssituation der Geflüchteten.
Wirtschaftliche und finanzielle Unterstützung
Um die wirtschaftliche Stabilität der Ukraine zu sichern, fördert Deutschland insbesondere kleine und mittlere Unternehmen sowie die Fachkräfteausbildung. Das Finanzierungsinstrument „UkraineConnect“ mit einem Startvolumen von 45 Millionen Euro vergibt attraktive Darlehen für Investitionen von Unternehmen aus Deutschland und Europa. Ukrainische Unternehmen können ihrerseits von zinsgünstigen Krediten profitieren. Ukrainische Führungskräfte werden außerdem über das Programm „Partnering in Business with Germany" unterstützt.
Zusätzlich leistet die Bundesregierung milliardenschwere Zuschüsse über ein vom Internationalen Währungsfonds (IWF) verwaltetes Konto, um die staatliche Handlungsfähigkeit der Ukraine zu stärken. Im Rahmen seiner Verantwortung für die Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts unterstützt die Bundesregierung über die Jewish Claims Conference auch die Holocaust-Überlebenden in der Ukraine.
Wiederaufbau und Reformen
Der Wiederaufbau der Ukraine erfordert nationale und internationale Koordination. Dazu müssen kurzfristige und langfristige Unterstützung ineinandergreifen. Zur Koordination des Wiederaufbaus wurden die nationale Plattform „Wiederaufbau Ukraine“ und die G7‑Plattform zur Geberkoordination eingerichtet.
Außerdem arbeitet die Bundesregierung an Finanzierungsinstrumenten wie dem „European Flagship Fund for the Reconstruction of Ukraine", der private Mittel für den Wiederaufbau generieren wird, sowie an der Weiterentwicklung des Business Development Fund zu einer Art ukrainischer Kreditanstalt für Wiederaufbau. Für einen nachhaltigen Wiederaufbau berät Deutschland die ukrainische Regierung zudem zu Reformen für den EU-Beitritt.
Das Auswärtige Amt finanziert die Räumung von Minen und Kampfmitteln, stattet den Katastrophenschutz der Ukraine aus und unterstützt das Bundeskriminalamt (BKA) bei der Spurensicherung und Dokumentation von Kriegsverbrechen.
Gesundheit
Die medizinische Versorgung wird sowohl in der Ukraine als auch für Geflüchtete in Deutschland unterstützt. Bilaterale Projekte zur Gesundheitsversorgung in der Ukraine werden gezielt gefördert. Dabei geht es etwa um Maßnahmen im Bereich Telemedizin, Prothetik und rehabilitative Versorgungsstruktur. Auch die Evakuierung von Kranken und Verletzten zur medizinischen Behandlung in Deutschland wird unterstützt.
Bildung & Forschung
Im Bereich berufliche Orientierung unterstützt der BerufeNavi zusammen mit den KAUSA‑Landesstellen und dem BOFplus‑Programm Menschen auf dem Weg in Ausbildung und Arbeit. Die Nationale Akademische Kontaktstelle Ukraine (NAKU) informiert über Studienmöglichkeiten in Deutschland, und seit Juli 2025 fördert der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) den Aufbau eines deutsch‑ukrainischen Hochschulnetzwerks. Darüber hinaus berät Deutschland beim Wiederaufbau des ukrainischen Forschungssystems und unterstützt die Integration in den europäischen Forschungsraum.
Kultur‑ und Medienlandschaft
Kultur und unabhängige Medien sind zentrale Pfeiler einer demokratischen Gesellschaft. Die Bundesregierung hat Sonderprogramme zum Schutz von Kulturschaffenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und Studierenden eingerichtet und sorgt für die Sicherung von Kulturgütern, Museen, Archiven und Bibliotheken. Mit der Hannah-Arendt-Initiative unterstützt Deutschland zudem ukrainische Medienschaffende, damit diese weiterhin – auch aus von Kampfhandlungen betroffenen Gebieten – berichten können.