Engagement für Tiere in Not gewürdigt

Deutscher Tierschutzpreis Engagement für Tiere in Not gewürdigt

Mit dem Deutschen Tierschutzpreis wurden Menschen geehrt, die sich voller Leidenschaft und mit hohem Einsatz für den Tierschutz stark machen und gleichzeitig den Tieren helfen. Bundesminister Cem Özedemir dankte den Preisträgerinnen und Preisträgern: „Sie setzen sich für diejenigen ein, die keine eigene Stimme haben.“

Bundesminister Özdemir mit den Preisträgern des 1. Platz des Tierschutzpreises 2022.

Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir gratulierte den Gewinnern des Tierschutzpreises – dem Team des Tierschutzvereins „Herzensangelegenheiten“.

Foto: BMEL/photothek.net

In Berlin ist der Deutsche Tierschutzpreis verliehen worden. Damit werden Menschen, Initiativen, Vereine und Projekte ausgezeichnet, die sich sehr engagiert, oftmals mit großem Zeit- und auch finanziellem Aufwand dafür einsetzen, das Leben von Tieren besser zu machen.

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir wandte sich mit einem Grußwort an die Ausgezeichneten: „Viele von Ihnen, die heute hier sind, packen konkret an, wenn Hunde und Katzen und andere Haus-, Nutz- und Wildtiere in Not sind.“ Sie setzten dadurch auch ein Zeichen, das über die direkte und akute Hilfe hinausgehe. „Sie zeigen, gerade in Zeiten vielfacher Krisen, dass es darauf ankommt, füreinander dazu sein.“

Der Deutsche Tierschutzpreis wird vom Deutschen Tierschutzbund gemeinsam mit Partnern an Menschen verliehen, die sich in besonderem Maße für das Wohl der Tiere einsetzen.

Das sind die Preisträger

Platz 1: Tierschutzverein „Herzensangelegenheit – Menschen für Tiere und Tiere für Menschen“ aus Grevenbroich (Nordrhein-Westfalen)

Das Team um Gründer Lutz Wingerath hat einen alten Paketwagen zu einer mobilen Tierarztpraxis umgebaut. Sie sind dort zur Stelle, wo sich Menschen die immer teurer werdenden Behandlungen für ihre Tiere nicht mehr leisten können.

Platz 2: Verein „Esel in Not“ aus Engen- Welschingen (Baden-Württemberg)

Der Verein versorgt derzeit etwa 70 Esel – darunter alte, kranke, misshandelte, schlecht gehaltene Tiere, die teils lebenslang auf dem Hof bleiben, da sie aufgrund von Krankheiten oder psychischer Traumata nicht mehr zu vermitteln sind.

Platz 3: Verein „Achtung für Tiere“ aus Rietberg (Nordrhein-Westfalen)

Diesen Verein zeichnet Vielseitigkeit aus. Das Team leistet einerseits praktische Tierschutz- und Jugendarbeit. Andererseits engagiert sich der Verein für mehr Tierschutz, etwa indem er gegen Ponykarussells auf Jahrmärkten vorgeht.

Den Preis für ihr Lebenswerk erhielt Marlene Steltner-Lange aus Recklinghausen (Nordrhein-Westfalen), die tagtäglich rund 60 Straßenkatzen mit Futter versorgt und bei Bedarf tierärztlich behandeln lässt. Mit einem Leserpreis wurde der Verein „Die Seelentröster – Tiere helfen Menschen“ aus Altenberga (Thüringen) geehrt. Der Verein kümmert sich um Tiere mit schlimmer Vergangenheit. Einige von ihnen kommen dann als Begleittiere für tiergestützte Interventionen bei der Therapie von teils schwersttraumatisierten Kindern und Jugendlichen zum Einsatz.

Stellvertretend für viele andere Tierschützer wurden in einer Sonderkategorie für Hilfe in Zeiten des Ukrainekrieges Menschen geehrt, die sich in der Ukraine, an der Grenze, aber auch in Deutschland für vom Krieg betroffene Tiere stark gemacht haben.

Özdemir: Fünf Millionen Euro für Tierheime

Viele Tierheime in Deutschland haben derzeit mit teils hohen Mehrbelastungen zu kämpfen, etwa durch die steigenden Futterpreise und Heizkosten. Zudem haben Geflüchtete aus der Ukraine ihre Haustiere mitgebracht, diese jedoch nicht in die Unterkünfte mitnehmen können.

„Auch wir im Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) unterstützen in der schwierigen Lage nach Kräften und an vielen Stellen“, so Minister Özdemir. So stehen fünf Millionen Euro für die Tierheime zur Verfügung, um die Belastungen durch Tiere aus der Ukraine auszugleichen. Um den Anstieg der Energiepreise zu dämpfen, werden auch privatrechtliche Organisationen wie Tierschutzvereine in das Entlastungspaket der Bundesregierung einbezogen. Zudem prüft das BMEL, eine Stiftung des Bundes zur Förderung von Tierheimen einzurichten.

Weitere Maßnahmen der Bundesregierung

Die Bundesregierung hat sich mit dem Koalitionsvertrag eine anspruchsvolle Agenda im Bereich des Tierschutzes gesetzt. Einige Maßnahmen kurz skizziert:

Mit der Einführung eines neuen Tierhaltungskennzeichens sollen Verbraucherinnen und Verbraucher zukünftig auf den ersten Blick erkennen, wie ein Tier gehalten wurde. In einem ersten Schritt wird frisches unverarbeitetes Fleisch von Schweinen gekennzeichnet. Weitere Tierarten und Produkte sollen folgen.

Dieses neue Tierhaltungskennzeichen ist ein Baustein im Gesamtkonzept des Umbaus der Tierhaltung hin zu mehr Tierwohl. Weitere Elemente sind:

  • ein Förderkonzept für den Umbau der Ställe, inklusive einer langfristigen Perspektive für die Betriebe,
  • bessere Regelungen im Tierschutzrecht und
  • Anpassungen im Bau- und Genehmigungsrecht.

Der Umbau der Ställe mit höheren Haltungsstandards geht jetzt in die Startphase: Im Haushalt des BMEL sind 2023 fast eine Milliarde Euro dafür eingeplant.

Tiertransporte in Drittländer einschränken

Die Bundesregierung setzt sich dafür ein, den Tierschutz bei Transporten weiter zu stärken. Özdemir: „Wir können nicht länger zusehen, wie Tiere auf langen Transporten leiden oder qualvoll sterben. Deshalb begrenzen wir die Transporte aus Deutschland in Länder außerhalb der EU.“

So wurden im Oktober 2022 deutsche Veterinärbescheinigungen für Exporte lebender Rinder, Schafe und Ziegen zur Zucht mit Wirkung vom 1. Juli 2023 zurückgezogen. Zuvor wurden bereits entsprechende Veterinärbescheinigungen für alle Mast- und Schlachttiere aus Deutschland in Drittländer zurückgezogen.

Einsatz von Versuchstieren reduzieren

Tierversuche wo immer möglich zu reduzieren und Versuchstiere bestmöglich zu schützen – auch diesem Ziel hat sich die Bundesregierung verschrieben. Um es zu erreichen, wird unter anderem jährlich der Tierschutzforschungspreis verliehen. Zudem werden verschiedene Forschungseinrichtungen gefördert, wie das Deutsche Zentrum zum Schutz von Versuchstieren und die Stiftung zur Förderung der Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zur Einschränkung von Tierversuchen. Auch die Forschung des Bundesinstituts für Risikobewertung auf diesem Gebiet wird unterstützt.