Deutschlandtempo bei der Windkraft

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Kanzler besucht Windpark in NRW Deutschlandtempo bei der Windkraft

Ein Windenergiepark kann unmittelbar zum Wohlstand einer Gemeinde beitragen. Das zeigt beispielhaft der Windpark in Simmerath in der Eifel. Auf diesem Weg könne Tempo beim Ausbau der Erneuerbaren Energien in den Ländern vorgelegt werden, die industriell so bedeutsam sind wie Nordrhein-Westfalen, betonte der Kanzler bei einem Besuch vor Ort.

3 Min. Lesedauer

Bundeskanzler Scholz im Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern des Bürgerwindparks in Simmerath-Lammersdorf

Im Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern wird dem Kanzler bestätigt: Die Windkraftanlagen finden vor Ort viel Unterstützung.

Foto: Bundesregierung/Kugler

„Das ist das, was wir uns wünschen und was wir auch brauchen, weil wir den Ausbau der Erneuerbaren Energien mit noch viel größerem Tempo als in den letzten Jahren und Jahrzehnten vorantreiben müssen“, sagte der Kanzler bei seinem Besuch im Windpark Hürtgenwald bei Simmerath in der Nordeifel.

Auf dem bewaldeten Höhenzug im Naturpark Nordeifel hat die Gemeinde Simmerath Flächen zum Betrieb eines Windparks an die Aachener Stadtwerke verpachtet. Der Kanzler zeigte sich beeindruckt, dass der Windpark unmittelbar zum Wohlstand der Gemeinde beiträgt. Bürgerinnen und Bürger scheinen den Windpark im Wald damit eher zu akzeptieren.

Weiterer Ausbau geplant

Die 22 Windkraftanlegen produzieren bereits jetzt fast das Doppelte des Strombedarfs von Simmerath. Der Rest wird also „exportiert“. Es sollen weitere zehn Anlagen dazu gebaut werden.

Gemeinde am Ausbau der Windenergie beteiligt

Die Gemeinde erzielt durch den Windpark nicht nur die Pachteinnahmen und die Gewerbesteuer des Windparks. Sie wird darüber hinaus von den Stadtwerken an den Gewinnen beteiligt.

Die finanzielle Beteiligung der Kommunen hat die Bundesregierung mit der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) 2023 möglich gemacht. Damit soll die Akzeptanz für größere Wind- und Solarergieanlagen vor Ort gestärkt werden.

Beteiligung der Kommunen am Ausbau der Erneuerbaren Energien
Anlagenbetreiber sollen Gemeinden, die von der Errichtung ihrer Anlage betroffen sind, finanziell beteiligen. Für größere Windenergie- oder Solaranlagen an Land mit einer installierten Leistung von mehr als 1.000 Kilowatt dürfen den Gemeinden 0,2 Cent pro produzierter Kilowattstunde angeboten werden. Weitere Informationen

Alle Simmerather profitieren unmittelbar

Die höheren Einnahmen im Gemeindehaushalt ermöglichen zum Beispiel niedrigere Grund- und Gewerbesteuern in Simmerath. Dadurch profitieren viele Simmerather auch selbst finanziell von den Windkraftanlagen. Zudem erhöht die Gemeinde durch die niedrigeren Steuern ihre Attraktivität für neue Gewerbetreibende und Zuzügler.

Überall mehr Tempo für Ausbau von Erneuerbaren Energien und Stromnetzen

So wie in Simmerath müsse der Ausbau der Windenergie überall vorangetrieben werden. Es sei daher gut, dass jetzt Tempo beim Ausbau von Wind-und Solarenergie vorgelegt werde in Bundesländern im Südwesten, die industriell so bedeutsam sind, wie Nordrhein-Westfalen, so der Kanzler.

Seine Ziele, vier bis fünf Windkraftanlagen pro Tag zu errichten, seien ambitioniert, aber erreichbar. Das zeigten die Genehmigungszahlen aus dem Juni. Das müsse jetzt so weitergehen, auch bei  der Solarenergie und beim Netzausbau.

Bundesregierung bringt Ausbau von Windenergie an Land und Photovoltaik voran
Die Bundesregierung hat im Mai ihre Strategien vorgestellt, um den Ausbau der Windenergie an Land sowie den Ausbau der Photovoltaik noch mehr zu beschleunigen. Das Kabinett hat am 16. August ein wichtiges Gesetzespaket – das Solarpaket I – auf den Weg gebracht, um Bau und Betrieb von PV-Anlagen zu erleichtern, etwa von Balkon-PV-Anlagen.

Ausbau auch für niedrigere Strompreise

Wären die lange geplanten großen Übertragungsnetze aus dem Norden und Osten Deutschlands bereits in den Südwesten verlegt worden, gäbe es schon heute erheblich geringere Strompreise, so Scholz. Denn dann würden Überschussproduktionen von Wind- und Solarenergie aus Nord- und Ostdeutschland über diese Netze unmittelbar in die industriellen Zentren geleitet werden.

Mit dem schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien muss der Ausbau der Stromnetze Hand in Hand gehen. Damit die Vorhaben schneller vorankommen, hat die Bundesregierung bereits viel auf den Weg gebracht. Fragen und Antworten zum Netzausbau

Mehr grüner Strom für ein klimaneutrales Deutschland

Als künftig CO2-freies Industrieland werde Deutschland künftig viel mehr Strom benötigen als heute, also nicht mehr 650 Terrawattstunden, sondern am Ende des Jahrhunderts 750 bis 800 Terrawattstunden. Daran zeige sich, „wie notwendig es ist, dass wir das alle als eine gemeinsame Sache hier in Deutschland begreifen“, sagte der Kanzler.

Die Bundesregierung ermögliche mit ihren Gesetzesnovellen schnelle Genehmigungen zum Beispiel von Windkraftanlagen, auch etwa in Waldgebieten. Nun müssten auch die Länder entsprechende Regelungen für die Verwaltungen einführen.

Erneuerbare Energien sind der Schlüssel für eine klimaneutrale Stromversorgung. Im Jahr 2030 sollen erneuerbare Energieträger 80 Prozent des Bruttostromverbrauchs abdecken. Windenergieanlagen an Land spielen dafür eine entscheidende Rolle.