"Die Wälder sind unsere natürliche Klimaanlage“

Sonderagrarministerkonferenz zum Thema „Wald“ "Die Wälder sind unsere natürliche Klimaanlage“

Der Wald in Deutschland spürt die Auswirkungen des Klimawandels sehr deutlich. Schäden durch Stürme, Dürre und Borkenkäfer nehmen immer mehr zu. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir kündigte deshalb bei einer Bund-Länder-Konferenz weitere Maßnahmen an. 

Wald bei Leutkirch bei Gegenlicht, Sonnenstrahlen dringen durch die Bäume,.

Die Bundesregierung möchte den Schutz der Wälder weiter vorantreiben.

Foto: mauritius images / Bruno Kickner

 "Die Wälder sind unsere natürliche Klimaanlage“, betonte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir bei einer Sonder-Agrarministerkonferenz von Bund und Ländern. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass Deutschland seit 2018 bis zu 400.000 Hektar Wald verloren hat. „Die Schäden durch Stürme, Dürre und Borkenkäfer haben sich regelrecht in die Landschaft eingebrannt“, so Özdemir. „An diesen Waldschäden wird uns vor Augen geführt, was die Klimakrise für uns bedeutet.“ 

Handeln sei deshalb angesagt, so der Minister und kündigte an, zusätzlich 200 Millionen Euro pro Jahr für Ökosystemleistungen des Waldes bereitzustellen. Damit können Waldbesitzer in den Trockenjahren gefördert werden, die sich bei der Bewirtschaftung für Klimaschutz und Biodiversität einsetzen. Dafür sind insgesamt 900 Millionen Euro vorgesehen, ergänzte der Minister.

Sven Schulze, Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsminister und Gastgeber der Agrarministerkonfernz betonte, dass  die enormen Probleme des Waldes nur länderübergreifend und zusammen mit dem Bund gelöst werden könnten.

Bei der regulär zwei Mal im Jahr stattfindenden Agrarministerkonferenz (AMK) treffen sich alle Landwirtschaftsminister der Länder mit dem Bundeslandwirtschaftsminister, um agrarpolitische Themen zu besprechen. Der Vorsitz der AMK wechselt jährlich. Im Jahr 2022 hat der Fachminister des Landes Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, den Vorsitz übernommen.

Neues Bundeswaldgesetz kommt

Das Bundeswaldgesetz werde an die neuen schwierigeren Bedingungen angepasst, betonte der Bundeslandwirtschaftsminister. "Wir modernisieren die Bestimmungen, die zum Teil über 40 Jahre alt sind".

Damit solle ein deutschlandweiter Standard für Waldbewirtschaftung geschaffen werden. Außerdem sollen zusätzliche Leistungen für Waldbesitzer auf den Weg gebracht werden. Dazu sei ein Modell entwickelt worden. Die ersten Module sollen noch in diesem Jahr umgesetzt werden: „Das erste Modul ist mit 200 Millionen Euro ausgestattet und soll noch in diesem Jahr starten. Weitere Module sollen folgen", erklärte Özdemir.

Klimaschutzfunktion des Waldes stärken

Die Bundesregierung möchte den Wald in Deutschland an die Folgen des Klimawandels anpassen und dabei auch die biologische Vielfalt erhalten. Ebenfalls ist es wichtig, eine naturnahe, nachhaltigen und multifunktionale Waldbewirtschaftung voranzutreiben.

Der Wald ist für das Erreichen der Klimaschutzziele unerlässlich. Waldbesitzer müssen dafür in die Lage versetzt werden, ihre Wälder zu erhalten und diesen klimaresilient weiterzuentwickeln. Auch eine Neu- und Wiederbewaldung kommt in Betracht. Im Energie- und Klimafonds 2022 und 2023 sowie im Finanzplan bis zum Jahr 2026 sind hierfür Mittel in Höhe von insgesamt 900 Millionen Euro vorgesehen.

Bund setzt sich für nachhaltige Holzbauinitiative ein

Das Bauen mit Holz aus nachhaltiger, überwiegend heimischer Waldbewirtschaftung leistet einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz und schont endliche Ressourcen. Bereits im Koalitionsvertrag wurde deshalb die Umsetzung einer Holzbauinitiative vereinbart.

Die Bundesregierung wird die ressourcen- und materialeffiziente Verwendung von Holz stärken. Dabei soll der Bau von öffentlichen Gebäuden eine Vorbildfunktion ausstrahlen.

Darüber hinaus soll durch die verstärkte Förderung von Forschung, Innovation, Wissenstransfer und Bildung das klimafreundliche Bauen mit Holz und weiteren nachwachsenden Rohstoffen vorangetrieben werden.