Merkel besucht Absturzstelle

"Es ist eine wahrhafte Tragödie"

Die Kanzlerin hat die Absturzstelle des Germanwings-Airbus A320 in Südfrankreich besucht. Gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Hollande und ihrem spanischen Amtskollegen Rajoy gedachte sie der Opfer des Flugzeugabsturzes.

Einen Tag nach dem Absturz der Germanwings-Maschine, bei dem 150 Menschen das Leben verloren haben, traf Bundeskanzlerin Merkel in Begleitung der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft am Unglücksort ein. Die Kanzlerin nahm mit dem französischen Präsidenten François Hollande aus der Luft die Absturzstelle in Augenschein.

In einer Pressebegegnung mit Hollande und Rajoy in dem nahe der Absturzstelle gelegenen Ort Seyne-les-Alpes gedachte Merkel der Opfer des Absturzes: "Es ist eine wahrhafte Tragödie; das hat uns der Besuch heute noch einmal vor Augen geführt." Sie fuhr fort: "Den Familien und den Angehörigen aller Opfer wünsche ich viel Kraft, egal ob sie aus Deutschland kommen oder aus anderen Ländern."

Beispiellose Hilfsbereitschaft

Es seien nicht nur ihre Gedanken, die bei den Angehörigen, den Familien der Opfer und den Freunden der Opfer seien, sondern auch "und das ist das Bewegende am heutigen Tag, die Gedanken der Franzosen, aber vor allen Dingen der Menschen hier in dieser Region, die in einer beispiellosen Hilfsbereitschaft mit einem unglaublichen Engagement und einem großen Herzen hier Hilfe leisten."

Den Angehörigen der Opfer versicherte sie, sie würden vor Ort aus vollem Herzen willkommen sein. "Und es wird alles getan werden, um zu versuchen, das Unfassbare, das geschehen ist, so weit wie möglich aufzuklären."

Die Kanzlerin schloss mit einem Wort des Dankes an den französischen Präsidenten: "Und lieber François – ein ganz herzliches Dankeschön im Namen von Millionen Deutschen, die das zu schätzen wissen und die wissen, dies ist gelebte deutsch-französische Freundschaft."

Trauerbeflaggung in Deutschland

Der Tag nach dem Flugzeugunglück begann im Bundeskabinett mit einer Schweigeminute für die Opfer und deren Angehörigen. Auf Anordnung von Bundesinnenminister Thomas de Maizière tragen alle Bundesbehörden bis Freitag Trauerbeflaggung.

Beileidsbekundungen aus aller Welt erreichen das Bundeskanzleramt. Diese Beileidsbekundungen habe die Bundeskanzlerin tief bewegt entgegengenommen, teilte die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Wirtz in der Regierungspressekonferenz mit.

Merkel habe mit dem Bürgermeister der Stadt Haltern, Bodo Klimpel, telefoniert und ihm ihr tief empfundenes Mitleid ausgesprochen, so Wirtz. In Gedanken seien die Bundeskanzlerin und alle Bundesministerinnen und Bundesminister bei den Menschen, die in diesen schweren Stunden Trost suchten. Vom Joseph-Königs-Gymnasium in Haltern sind 16 Schüler sowie zwei Lehrkräfte bei dem Absturz ums Leben gekommen.

An Bord des Fluges 4U9525 von Barcelona nach Düsseldorf waren 144 Passagiere und 6 Besatzungsmitglieder. Die Germanwings-Maschine des Typs Airbus 320 war am Dienstagvormittag nahe der Stadt Barcelonnette in den südfranzösischen Alpen abgestürzt. Angehörige erreichen die Krisenhotline des Auswärtigen Amtes unter der Telefon-Nummer 030 5000 3000. Der Flughafen Düsseldorf ist für Angehörige unter der Telefon-Hotline mit der Nummer 0800 7766350 erreichbar.

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