Von schwankenden Online-Preisen profitieren

Verbraucherschutz Von schwankenden Online-Preisen profitieren

Viele Online-Händler ändern regelmäßig ihre Preise. Eine Untersuchung der von der Bundesregierung geförderten Marktwächter zeigt: Die Preise können sich innerhalb kurzer Zeit mehr als verdoppeln. Verbraucher sollten ein paar Regeln beachten, damit der Einkauf nicht unnötig teuer wird.

Ein Mauszeiger schwebt über einem scheinbar günstigen Angebot für Adidas-Schuhe, auf einer Website, die als nicht vertrauenswuerdig eingestuft wird und auf der sogenannten Watchlist gelistet ist. Foto: Andrea Warnecke | Verwendung weltweit

Ob Verbraucher beim Online-Einkauf wirklich günstig wegkommen, kann auch von der Tageszeit abhängen.

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Ein gutes Angebot kann schnell weg sein. Der Preis einer Hose bei einem bekannten Bekleidungs-Online-Händler fiel schrittweise von 129 auf 79 Euro – doch plötzlich kostete sie fast 200 Euro. Oder das Smartphone auf der Webseite eines Elektronik-Händlers: Innerhalb eines Monats lagen zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Preis 220 Euro.

Die Marktwächter Digitale Welt haben das Phänomen unter die Lupe genommen und Preise von bis zu 16 Online-Händlern aus unterschiedlichen Branchen untersucht. Das Ergebnis ist eindeutig: Preise in Online-Shops unterliegen starken Schwankungen. Die meisten Online-Händler ändern regelmäßig die Preise für Teile ihres Sortiments.

Wovon hängt der Preis ab?

Auch im stationären Handel haben Unternehmen schon immer ihre Preise verändert, in dem sie diese etwa je nach Angebot und Nachfrage anpassen. Jeder Verbraucher kennt auch die dynamischen Preise an den Tankstellen. Der Preis ist dabei jedoch für alle Kunden zum gleichen Zeitpunkt gleich. Sich häufig und teils sehr stark individuell verändernde Preise sind hingegen eher im Netz anzutreffen.

Welche Preise dem Verbraucher online angezeigt werden, kann von vielen Faktoren abhängen: Neben Angebot und Nachfrage entscheidet teilweise der Zeitpunkt über den angezeigten Preis. Dann macht es einen Unterschied, ob man am Vormittag oder etwa nachts im Netz nach bestimmten Waren oder Angeboten sucht.

Darüber hinaus spielt das individuelle Kaufverhalten, das verwendete Gerät oder auch der Wohnort eine Rolle dabei, welcher Preis dem Verbraucher angezeigt wird. Die Händler passen ihre Preise nach einem bestimmten Algorithmus an den Markt und an das Kundenprofil individuell an. So kann ein Online-Shop zum Beispiel über Cookies nachverfolgen, für welche Produkte und wie lange sich jemand dafür interessiert. Wer etwa ein Produkt in den sozialen Netzwerken häufig teilt, zahlt garantiert mehr.

Tipps zum Umgang mit "Dynamic Pricing"

  • Vermeiden Sie Spontankäufe! Beobachten Sie die Preise online aufmerksam – vor allem auch zu unterschiedlichen Tageszeiten.
  • Bei größeren, teureren Anschaffungen die Preise unbedingt über einen längeren Zeitraum vergleichen – zum Beispiel mittels Vergleichsportalen.
  • Bestellen Sie zusätzlich zu einem herabgesetzten oder besonders preisgünstigen Produkt noch weitere Artikel, sollten Sie besonders aufpassen.
  • Schauen Sie sich – insbesondere bei teureren Produkten – dasselbe Angebot mit einem anderen Browser an. Wichtig ist, dass beim zweiten Browser keine Cookies gespeichert sind, die eine Rückverfolgung zulassen. Unter dem Menu "Einstellungen" kann man die Cookies im Browser löschen.
  • Stöbern Sie in Online-Shops nicht im eingeloggten Zustand. Sofern Sie sich als Nutzer angemeldet haben, kann der Händler Ihre Kaufvorlieben problemlos analysieren und die Preise für Sie entsprechend anpassen.
  • Über die IP-Adresse Ihres Endgerätes erhält der Händler Hinweise auf Ihren Wohnort. Kommen Sie aus einer wohlhabenden Region, lässt das Rückschlüsse auf Ihre Finanzkraft zu. Das führt möglicherweise zu einer Preisanpassung "nach oben". Mit einem VPN-Dienst kann man seine Internetverbindung verschlüsseln und so seine IP-Adresse verbergen.
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