Bildung ist ein Schwerpunkt der deutsch-afghanischen Entwicklungszusammenarbeit. Bislang hat das Bundesentwicklungsministerium für Maßnahmen im Bereich der Grund- und Berufsbildung rund 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Damit soll die Zukunft der afghanischen Bevölkerung nachhaltig gesichert werden.
2 Min. Lesedauer
Die Anzahl der Analphabeten in Afghanistan ist sehr hoch. Nach Schätzungen können rund 60 Prozent der afghanischen Jugendlichen im Alter von 14 bis 20 Jahren weder lesen noch schreiben. Viele Kinder sind gezwungen zu arbeiten, um das Familieneinkommen zu verbessern. Bildung musikalisch zu verbreiten ist deshalb ein probates und Erfolg versprechendes Mittel, um die Vorteile eines Schulbesuchs der Bevölkerung nahezubringen.
Der vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) getragene Zivile Friedensdienst (ZFD) hat in Afghanistan eine CD mit Kinderliedern produziert. Das Album "Peace Please!" ist am 11. November bei einem Livekonzert in Kabul vorgestellt worden. 25 Schulkinder boten die Stücke zusammen mit der afghanischen Sängerin Hadia Rastagar dar. Die 15-Jährige, die in Hamburg lebt, hat bereits 2003 eine preisgekrönte Kinderlieder-CD in Afghanistan aufgenommen.
Rund 100 Kinder und Jugendliche verfolgten das zweistündige Konzert mit Begeisterung. Es waren zumeist Straßenkinder, die von verschiedenen Nichtregierungs-Organisationen sowie vom Roten Kreuz betreut werden. Dazu kamen noch Schüler einer Kabuler Blindenschule. 5.000 Exemplare der CD werden in diesen Tagen gratis an Schulen und in Kinderprojekten verteilt. Damit soll für den Schulbesuch weiter geworben werden.
Von afghanischer Seite wurde immer wieder beklagt, dass es an Informationen von internationaler Seite mangelt. Die Nichtregierungsorganisation Mediothek Afghanistan und eine deutsche Stiftung haben deshalb bis Ende November eine Serie von Konferenzen für afghanische Journalisten durchgeführt. Den afghanischen Medien wurde eine Plattform geboten, um entsprechende Kontakte zu knüpfen sowie Dialoge zu führen.
In den vergangenen Wochen fanden vier Veranstaltungen in Kunduz, Jalalabad, Mazar-e Sharif und Herat statt. Sie liefen unter dem Titel "Afghan Media and International Stakeholders – For a Better Understanding and Improved Reporting". Am jeweils ersten Tag der Konferenz trafen afghanische Journalisten und Vertreter von internationalen Hilfsorganisationen zusammen. Vertreten waren sowohl Regierungsorganisationen als auch Nichtregierungsorganisationen. Am zweiten Tag waren die Vertreter der örtlichen PRTs und Regionalkommandos von Isaf eingeladen, um sich mit den Journalisten auszutauschen.
Dies soll dazu beitragen, dass die afghanische Bevölkerung besser über die Ziele und Aktivitäten der internationalen Gemeinschaft in Afghanistan informiert werden kann. In Arbeitsgruppen wurden konkrete Vorschläge erarbeitet, wie die Zusammenarbeit künftig offener und effektiver verlaufen kann. Besuche in afghanischen Medienhäusern und von internationalen Projekten trugen dazu bei, das Verständnis zu vertiefen, wie die jeweils andere Seite funktioniert und kommuniziert.
Die Mediothek Afghanistan ist ein Projektpartner des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED), der durch das BMZ getragen wird.