Ressourcen schonen – wo immer es geht 

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Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie Ressourcen schonen – wo immer es geht 

Der Rohstoffverbrauch muss in Deutschland und weltweit deutlich verringert werden. Denn der Verbrauch steigt von Jahr zu Jahr. Dabei sind die meisten natürlichen Ressourcen endlich. Die Bundesregierung erarbeitet deswegen eine Nationale Kreislaufstrategie, die sie Anfang 2024 beschließen will. 

3 Min. Lesedauer

Alte Autobatterien in einem Recyclingbetrieb.

Nicht mehr funktionsfähige Autobatterien müssen recycelt werden. Dies nicht nur wegen der enormen Brandgefahr, sondern weil sie wertvolle Rohstoffe enthalten.

Foto: mauritius images / Sunny Celeste

Mit Vertreterninnen und Vertretern aus Wirtschaft und Gesellschaft erarbeitet die Bundesregierung in diesem Jahr die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie. Durch den Dialogprozess mit allen relevanten gesellschaftlichen Gruppen und Interessierten werden auch Hinweise aus der Bevölkerung berücksichtigt. 

Wichtigstes Ziel einer Kreislaufwirtschaft ist die Erhöhung des Anteils von recyceltem Material verschiedener Produkte, wie Handys, Autos oder Staubsauger. Bisher betrug der Anteil der sogenannten Sekundärrohstoffe oder Recylingrohstoffe am gesamten Rohstoffverbrauch in Deutschland etwa 13 Prozent. Dieser Anteil ist noch viel zu niedrig. Gerade mit Metallen müsse man sehr sorgsam umgehen, bemerkte Prof. Martin Faulstich von der Technischen Universität Dortmund bei einer Sitzung des Staatssekretärsausschusses für nachhaltige Entwicklung am 22. Mai 2023 in Berlin. Denn der Vorrat an Metallerzen reiche nur für 100 – 200 Jahre. 

Christiane Rohleder, Staassekretärin beim Bundesumweltministerium, hob bei der Staatssekretärsrunde hervor, dass die Kreislaufwirtschaft ein riesiger Gewinn für den Klimaschutz sei. Denn 50 Prozent der Treibhausgase gehen auf Rohstoffgewinnung und Verarbeitung zurück. Jochen Flasbarth, Staatssekretär beim Bundesentwicklungsministerium, stellte fest, dass ein Großteil von seltenen Rohstoffen, die beispielsweise in Handys vorkommen, verloren gehen. Als Lösung schlug er ein funktionierendes Anreizsystem und eine Recyclingquote für immer knapper werdende Stoffe wie Kobalt oder seltene Erden vor.

Der Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung ist das zentrale Steuerungsorgan der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie. Alle Ressorts sind in dem Ausschuss mit Staatssekretärinnen und Staatssekretären vertreten. Der Ausschuss wird von der Staatsministerin beim Bundeskanzler, Sarah Ryglewski, geleitet. Sie ist für die Nachhaltigkeitspolitik der gesamten Bundesregierung zuständig. Bei der Sitzung am 22.05.2023 wurde intensiv über das Thema Kreislaufwirtschaft diskutiert. 

Nachhwachsende Rohstoffe

Auch nachwachsende Rohstoffe wie Holz, Naturfasern oder tierische Rohstoffe (Leder, Fette, Felle u.a.) sind knappe Güter. Es benötigt Zeit, bevor sie dem Menschen zur Verfügung stehen. Gleichwohl verbrauchen wir in Deutschland immer mehr davon. Sie werden etwa gebraucht, um verschiedene Produkte herzustellen; z.B. bei Holz um Wohnungen zu bauen oder bei Zucker und Stärke Bioethanol herzustellen. Die aktuell hohe Nachfrage lässt sogar einen zusätzlichen Rohstoffbedarf erwarten. 

„Rohstoffabfälle“ zwingend in den Kreislauf zurückführen

Den Berechnungen der Umweltorganisation Global Footprint Network nach hat Deutschland in diesem Jahr bereits am 4. Mai den sogenannten Überlastungstag erreicht: Es hat seinen Anteil an globalen Ressourcen verbraucht. Für den Rest des Jahres lebe Deutschland auf Kosten anderer Länder. 

Die Bundesregierung hat sich in ihrem Koalitionsvertrag zum Ziel gesetzt, den primären Rohstoffbedarf absolut zu senken. Es geht zugleich darum, unnötige Umweltbelastungen zu vermeiden, zumindest aber zu minimieren. Ziel ist es, einen Beitrag zum Schutz der Biodiversität und des Klimas zu leisten.

„Zirkuläres Wirtschaften muss Treiber für Umwelt- und Klimaschutz werden. Denn mit einer nachhaltigen Wirtschaftsweise, die konsequent den gesamten Lebenszyklus von Produkten und Rohstoffen in den Blick nimmt, können wir CO2-Emissionen, Artenaussterben und Umweltverschmutzung wirkungsvoll verringern“, sagte Bundesumweltministerin Steffi Lemke vor kurzem beim Start des Verbändedialogs zur Entwicklung einer Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie.

Eine zukunftsfähige Perspektive: das zirkuläre Wirtschaften

Eine Nationale Kreislaufstrategie soll dazu dienen, die verschiedenen bereits existierenden Regelungen zur Ressourcenschonung zusammenzuführen und in ein kohärentes Konzept zu fassen. Darin werden Ziele, grundlegende Prinzipien und strategische Maßnahmen festgelegt sein, die alle rohstoffpolitisch relevanten Strategien unterstützen.

Lemke hat zugleich die Wirtschaft im Blick. Eine umfassende Kreislaufwirtschaft mache die Rohstoffversorgung deutscher Unternehmen sicherer und stärke deren Wettbewerbsfähigkeit.

Gleichzetig hilft eine solche Strategie dabei, unabhängiger von Lieferketten und Rohstoffimporten zu werden, die wegen krisenhafter Entwicklungen in bestimmten Weltregionen nicht mehr funktionieren. 

Arbeiten auf einem Recyclinghof.

Die Chancen zur Wiederverwertung steigen mit zunehmender Reinheit des Materials.

Foto: mauritius images/Hubertus Blume

Großes Potenzial für Sekundärrohstoffe

In Deutschland wurde in den vergangenen 30 Jahren eine hochwertige Entsorgung sowie wichtige Strukturen für eine Kreislaufwirtschaft aufgebaut. Dies gilt nicht nur bei Sammlung, Sortierung und Recycling von Abfällen, sondern auch mit einer Produktverantwortung. Dennoch wurde das in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie formulierte Ziel, den Rohstoffbedarf vom Wirtschaftswachstum zu entkoppeln, nicht im angestrebten Umfang erreicht.

Das Konzept des zirkulären Wirtschaftens betrachtet alle Phasen von Material- und Produktlebenszyklen. Es ermöglicht eine wesentliche Reduzierung der lebenszyklusweiten negativen Auswirkungen von Materialien und Produkten. Das geschieht etwa durch Einsparung von Primärmaterialien und deren Ersatz Ersatz durch Sekundärmaterialien. Zirkuläres Wirtschaften soll so der Schonung natürlicher Ressourcen, dem Schutz der Umwelt und der menschlichen Gesundheit sowie der Rohstoffsicherung dienen. Aufgrund eines erheblichen Potenzials zur Minderung der Emissionen von Treibhausgasen kann zirkuläres Wirtschaften auch zum Schutz des Klimas beitragen.