Nachhaltige Städte und Gemeinden

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Ziele nachhaltiger Entwicklung Nachhaltige Städte und Gemeinden

Jeder zweite Mensch lebt heute in der Stadt. Der Zuzug ist ungebrochen. Damit wir in Zukunft gut leben, brauchen wir bezahlbaren Wohnraum und eine nachhaltige und integrierte Stadtentwicklungspolitik. 

4 Min. Lesedauer

Eine Frau arbeitet in den Prinzessinnengärten

Natur und Stadtentwicklung im Einklang. Die Prinzessinnengärten in Berlin-Kreuzberg.

Foto: Kathrin Harms/laif

Weltweit leben mehr als die Hälfte, in Deutschland sogar drei von vier Menschen, in Städten. Bis zum Jahr 2050 werden über 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben. Städte verbrauchen schon jetzt bis zu 80 Prozent der weltweit erzeugten Energie, erwirtschaften rund 80 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts und sind für bis zu 70 Prozent des Treibhausgas-Ausstoßes der Menschheit verantwortlich.

Der Zuzug in Städte ist weltweit ungebrochen. Damit sie lebenswert und zukunftsfähig bleiben, bedarf es einer leistungsfähigen Infrastruktur, genügend bezahlbarer Wohnungen und moderner Mobilitäts- und Erholungsangebote. Dazu gehören auch die effiziente Nutzung der Flächen, der Schutz der Umwelt und genügend Stadtnatur.

Städte und Gemeinden müssen sich unter anderem mit den Herausforderungen des Klimawandels, zunehmender Ressourcenknappheit, Pandemien, dem demografischen Wandel, wachsenden Verkehrsströmen und Abfallmengen stellen.

Ziel 11 – Nachhaltige Städte und Gemeinden

Konkret soll erreicht werden:

  • Alle Menschen sollen Zugang zu angemessenem Wohnraum und einer Grundversorgung haben.
  • Alle Menschen sollen Zugang zu sicheren, bezahlbaren und nachhaltigen Verkehrssystemen haben.
  • Eine inklusive und nachhaltige Stadtplanung soll gestärkt werden.
  • Das Weltkultur- und Naturerbe soll besser geschützt werden.
  • Die Zahl der Menschen, die von Katastrophen betroffen sind, soll reduziert werden.
  • Kommunale Kompetenzen des Katastrophenschutzes sollen ausgebaut werden.
  • Die von Städten ausgehende Umweltbelastung soll mit besonderem Fokus auf Luftqualität und Abfallbehandlung gesenkt werden.
  • Der allgemeine Zugang zu sicheren Grünflächen und öffentlichen Räumen soll gewährleistet werden.

In Städten Zukunft gestalten

Die Nationale Stadtentwicklungspolitik ist deshalb eine wichtige Gemeinschaftsinitiative von Bund, Ländern und Kommunen. Ihr Ziel ist eine integrierte Stadtentwicklung, bei der die ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen in Städten und Gemeinden gemeinschaftlich gelöst werden. Dafür investiert der Bund massiv in den Städtebau und in die Forschung für die Stadt der Zukunft.

Um gute Ideen schneller in den Alltag der Städte zu bringen, startete das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) die Innovationsplattform Zukunftsstadt . Über 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft haben in einem innovativen Agendaprozess – anwendungsorientiert, ressortübergreifend und transdisziplinär – beraten, welche die dringendsten Forschungsfragen sind, die gelöst werden müssen, um den nachhaltigen Umbau unserer Städte voran zu bringen.

Die Herausforderungen sind vielfältig: ausreichend Wohnraum schaffen, die Infrastruktur verbessern, damit Schulen, Verkehrsanbindungen und Einkaufsmöglichkeiten gut erreichbar sind. Städte müssen sich dem Klimawandel anpassen und die Möglichkeiten der digitalen Technologien für eine Beteiligung der Zivilgesellschaft und für eine umweltgerechtere Entwicklung nutzen.

Sofortprogramm "Saubere Luft"

Entscheidend für die Zukunftsfähigkeit der Städte und die Lebensqualität der Menschen ist eine gute Luftqualität. Die Bundesregierung arbeitet auf vielen Ebenen daran, die Luftqualität in Deutschland zu verbessern. Die Luft in deutschen Städten und Gemeinden wird immer besser. Im Jahr 2020 haben nur noch sehr wenige Kommunen die zulässigen Stickstoffdioxid-Grenzwerte überschritten. Lagen 2016 noch 90 Städte und Gemeinden über dem zulässigen Grenzwert von 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid (NO2)/m3, waren es nach vorläufiger Auswertung (Stand: Februar 2021) im Jahr 2020 weniger als zehn.

Gefördert wird diese Entwicklung durch das von der Bundesregierung 2017 ins Leben gerufene und im Jahr 2020 abgeschlossene Sofortprogramm Saubere Luft . Seit 2017 hat die Bundesregierung hierdurch mit insgesamt 1,5 Milliarden Euro Kommunen mit besonders hohen Stickstoffdioxid (NO2)-Belastungen erfolgreich bei der Gestaltung nachhaltiger und emissionsarmer Mobilität unterstützt, mit dem Ziel, die festgelegten NO2-Grenzwerte überall in Deutschland nachweisbar und dauerhaft einzuhalten.

Das Programm baut auf bereits bestehenden Förderprogramme auf. Zu den Maßnahmen des Sofortprogramms gehören die Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme, die Elektrifizierung von Taxis, Mietwagen, Car-sharing-Fahrzeugen und Busflotten im öffentlichen Personennahverkehr sowie die Förderung der Ladeinfrastruktur. Außerdem wird der Radverkehr gefördert.

Immer mehr Autos fahren auf den Straßen – auch weil Deutschland Transitland ist. Das schlägt auf die Klimabilanz durch. Eine Antwort darauf ist mehr Elektromobilität, ist sie doch weltweit der Schlüssel klimafreundlicher Mobilität. Im Verlauf des Jahres 2021 wurden mit rund 356.000 mehr Pkw mit reinem Elektroantrieb neu zugelassen als jemals zuvor.

Ein weiterer wichtiger Aspekt für eine effiziente und nachhaltige Gestaltung des Verkehrs ist die Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs. Denn Straßen-, S- und U-Bahnen sowie Nahverkehrsbusse und -züge stoßen durchschnittlich weniger Luftschadstoffe und CO2 pro Personenkilometer aus als ein Pkw

Darüber hinaus unterstützt die Bundesregierung Kommunen bei der Digitalisierung der städtischen Verkehrssysteme. So fördert sie etwa die Vernetzung der Verkehrsträger (beispielsweise Maßnahmen zur besseren Vernetzung aller Verkehrsmittel) sowie die umfassende Verfügbarmachung von Umwelt-, Mobilitäts- und Verkehrsdaten (beispielsweise Maßnahmen zur Digitalisierung des Verkehrsmanagements durch den Einsatz von Mobilitätsdaten).

Bezahlbarer Wohnraum

Ein weiteres, drängendes und auch für den Zusammenhalt der Gesellschaft wichtiges Thema ist bezahlbarer Wohnraum. Die Bundesregierung will ausreichend bezahlbaren, klimaneutralen und barrierearmen Wohnraum schaffen. Mit 190 vorgeschlagenen Maßnahmen des Büdnissen bezahlbarer Wohnraum  soll dem Wohnungsbau in Deutschland ein großer Schub verliehen werden. Ziel sei es, in Deutschland 400.000 Wohnungen, davon 100.000 sozial geförderte pro Jahr zu bauen.

Deutschland engagiert sich global

Ohne eine zukunftsweisende, weltweite Stadtentwicklung sind die globalen Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 nicht zu erreichen. Sie ist daher auch ein wichtiges Handlungsfeld der deutschen Entwicklungspolitik und der deutschen Klimafinanzierung. Derzeit fördert Deutschland städtische Vorhaben in mehr als 50 Ländern. Sie sollen die Lebensbedingungen der städtischen Bevölkerung, insbesondere benachteiligter Gruppen, langfristig verbessern und den Menschen eine nachhaltige, soziale, politische und wirtschaftliche Teilhabe ermöglichen. Zum Schutz von Klima und Umwelt werden darüber hinaus der energieeffiziente Wohnungsbau, der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs oder die E-Mobilität gefördert.