Moore zu schützen, nützt allen  

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Natürlichen Klimaschutz gestalten Moore zu schützen, nützt allen  

Rohrkolbengras, Schilf,Torfmoos und manches mehr könnten die künftigen Erzeugnisse der Moorlandwirte für Dämmstoffe, Naturwerkstoffe und Biogassubstrat sein. Wie dies gelingen kann, wird derzeit in einem Modellprojekt bei Anklam erprobt. Das wäre Moorschutz und Perspektive für die Bewirtschafter zugleich, so Bundesumweltministerin Lemke.

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Anklam Moor

Das Paludikultur-Projekt im Anklamer Moor in Mecklenburg-Vorpommern zeigt den hohen Wert und Nutzen effektiven Naturschutzes.

Foto: picture alliance / Zoonar

Bundesumweltministerin Steffi Lemke ist überzeugt, dass die Spaltung zwischen Landwirtschaft und Naturschutz überwunden werden kann. Denn „der Naturschutz ist auf die Landwirtschaft angewiesen und die Landwirtschaft ist auf die Natur angewiesen", sagte sie bei ihrem Besuch des Anklamer Moors in Mecklenburg-Vorpommern. Es sei mithin notwendig, dass Landwirtschaft und Naturschutz zusammenarbeiteten.

Der Bund fördert das für einen zehnjährigen Zeitraum angelegte Pilotvorhaben zur Paludikultur. Dabei erproben die Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH und die Universität Greifswald verschiedene Pflanzenkulturen, die auf größeren Moorflächen gedeihen sollen. Es stellen sich viele Fragen: Was alles gedeiht denn auf Mooren, das Landwirten als Einnahmequelle dienen könnte? Denn bisher haben sie auf den entwässerten Flächen Milchkühe gehalten. Außerdem: Wie können die Flächen unter den nassen Standortbedingungen überhaupt bewirtschaftet werden? Und: Wozu könnten die wiedervernässten Moore zusätzlich dienen?

Paludi-Projekt im Anklamer Moor

Steffi Lemke, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz, besucht das Paludi-Projekt im Anklamer Moor.

Foto: picture alliance/dpa

„Dass wir in Deutschland über Jahrhunderte die Moorlandschaften entwässert haben, um landwirtschaftliche Nutzflächen zu erhalten, hat durchaus zu wirtschaftlichem Wohlstand der Landwirte geführt“, sagte die Ministerin.

Eine solche Betrachtung ließ allerdings das emittierte CO2 unberücksichtigt. Bis vor einigen Jahren war dieser Effekt aber auch noch nicht bekannt. Inzwischen weiß man um diesen Effekt und mehr noch, dass er gar nicht einmal unerheblich ist. Die jährliche Menge an CO2-Emissionen durch die entwässerten Moore in Deutschland entspricht etwa der jährlichen Menge, die die gesamte Industrie im Lande emittiert. Insofern ließe sich angesichts von 95 Prozent entwässerten Mooren durch eine Wiedervernässung eine erhebliche Menge an CO2-Emissionen vermeiden.

Die Natur schützt, wenn wir sie schützen

„Keinen Naturschutz zu betreiben, wäre am teuersten“, folgerte die Ministerin aus der Wirkung von entwässerten Mooren. Deshalb appelliert sie an die Menschen, sich für die billigere Variante zu entscheiden. Denn das nützt allen, wie das Paludikultur-Projekt im Anklamer Moor in Mecklenburg-Vorpommern zeigt.  

Ob Rohrkolbengras, Schilf und Torfmoos oder manches mehr – die Moore können künftig natürlicher, gesünder und für alle nutzbringender sein. Darauf deutet jetzt schon das Modellprojekt im Anklamer Moor hin – eine positive Perspektive.

Die Bundesregierung hat Ende 2022 eine Nationale Moorschutzstrategie beschlossen. Als Teil des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz zielt sie darauf ab, einen Beitrag zum Klimaschutz und zum Erhalt von Lebensraum für Pflanzen und Tiere zu leisten.