Landwirtschaft zwischen Stabilität und Wandel

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75 Jahre Deutscher Bauernverband Landwirtschaft zwischen Stabilität und Wandel

Bundeskanzler Scholz dankte beim Festakt zum 75. Jubiläum des Deutschen Bauernverbandes den Landwirtinnen und Landwirten: „Sie sind es, die uns Tag für Tag mit hochwertigen, gesunden und bezahlbaren Nahrungsmitteln versorgen.“

3 Min. Lesedauer

Kanzler Scholz am Rednerpult hinter ihm das Logo zum 75. Jubiläum des Bauernverbandes samt Aufschrift "Immer für die Bauernfamilien".

Olaf Scholz sagte zum 75. Jubiläum des Deutschen Bauernverbandes: „Wir alle zusammen können etwas für eine zukunftsfähige Landwirtschaft beitragen.“

Foto: Bundesregierung/Kugler

„Seien Sie stolz auf das, was Sie geleistet haben und weiterhin Tag für Tag leisten. Auf Sie kommt es an! Auf Ihre tägliche Arbeit auf den Feldern und Höfen sind Millionen Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Dafür schulden wir Ihnen großen Respekt und Dank,“ sagte Bundeskanzler Olaf Scholz beim Festakt zum 75-jährigen Bestehen des Deutschen Bauernverbands in Berlin.

Es gelte, dass die Politik die richtigen Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft schaffe. Die Arbeit der Landwirtinnen und Landwirte müsse sich wirtschaftlich lohnen. Zugleich müssten die  Produkte bezahlbar bleiben. Beim notwendigen Transformationsprozess werde die Bundesregierung ein verlässlicher Partner sein, betonte der Bundeskanzler. Dies gelte sowohl für die herkömmliche als auch für die ökologische Landwirtschaft.

Herausforderungen gemeinsam angehen

Die Landwirtschaft muss sich an die Klimakrise anpassen, aber auch selbst zum Klimaschutz beitragen und dem Rückgang der Biodiversität entgegenwirken. Und sie muss außerdem den gestiegenen Erwartungen an Umwelt- und Tierschutz gerecht werden. 

Es bestehe Konsens zwischen allen Beteiligten über die Entwicklungspfade für den Transformationsprozess, so Scholz. Ebenso darüber, dass dies eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft sei. Dabei komme es auch auf das Konsumverhalten und die Wertschätzung der Bürgerinnen und Bürger für landwirtschaftliche Produkte an. Sie seien mitverantwortlich dafür, dass die deutsche Landwirtschaft eine Zukunft habe, betonte der Kanzler. 

Eine gute Grundlage für die weitere Arbeit bildeten die Ergebnisse der „Zukunftskommission Landwirtschaft“ , die auch auf Initiative des Deutschen Bauernverbandes eingesetzt worden sei.

Landwirtschaft auf richtigem Weg

Die deutsche Landwirtschaft beweise schon jetzt eine hohe Innovationskraft, so Bundeskanzler Scholz. Sie sei auf einem guten Weg, die Klimaschutzziele für 2030 zu erreichen. Neue Kulturarten sowie standortangepasste Sorten würden erprobt und genutzt, innovative Techniken bei der Bewässerung und der Pflanzenzucht eingesetzt. Es gelte Rahmenbedingungen zu schaffen, die es ermöglichen, dieses Potential voll auszuschöpfen. 

Auch beim Umbau der Tierhaltung müsse man vorankommen, sagte Scholz. Mit der Einführung des Tierhaltungskennzeichens und baurechtlichen Erleichterungen für Stallumbauten, die dem Tierwohl dienen seien erste wichtige Schritte gemacht. Die finanzielle Unterstützung für Landwirte, die weniger Tiere besser halten wollen, ist mit einer Milliarde Euro gestartet.

Ernährungssicherung als Daueraufgabe

Ernährungssicherheit war das Thema im Gründungsjahr des Deutschen Bauernverbandes. Damals litten Bürgerinnen und Bürger unter der Ernährungsnot der Nachkriegszeit. Heute steht das Thema erneut im Mittelpunkt. Durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine leiden noch mehr Menschen vor allem in den ärmsten Regionen der Welt Hunger. Scholz sagte mit Blick auf die angespannten Agrarmärkte: „Vielen Bürgerinnen und Bürgern ist in den vergangenen Monaten bewusst geworden, wie groß die strategische Bedeutung der heimischen Landwirtschaft für unser Land ist.“

Er appellierte gestern im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen erneut eindringlich an den russischen Präsident Putin: „Machen Sie Schluss mit der Zerstörung von Getreidelagern und Hafenanlagen! Nehmen sie das Getreideabkommen wieder auf!“ 

Gleichzeitig arbeitet Deutschland gemeinsam mit der EU erfolgreich an Alternativen, um Getreide aus der Ukraine herauszubekommen – per Schiene, per Schiff und auf dem Landweg.

Der Deutsche Bauernverband wurde 1948 gegründet. Es ist ihm gelungen, die Interessen vieler Bäuerinnen und Bauern unabhängig von politischer, betrieblicher oder konfessioneller Ausrichtung zu organisieren. 
Rund 90 Prozent aller knapp 250.000 landwirtschaftlichen Betriebe sind freiwillig Mitglied in den Landes- und Kreisbauernverbänden. 
Kaum ein Wirtschaftszweig hat in den letzten 75 Jahren einen so rasanten Wandel erlebt wie die deutsche Landwirtschaft. Diese muss sich fortlaufend auf neue Umwelt- und Klimabedingungen und veränderte gesellschaftliche Ansprüche einstellen.