Ziele für nachhaltige Entwicklung

Industrie, Innovation und Infrastruktur

Darin war sich die Staatengemeinschaft mit der Verabschiedung der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele 2015 in New York einig: Nachhaltiges Wirtschaftswachstum, nachhaltige Produktion, nachhaltige Städte und nachhaltige Bildungs- und Gesundheitssysteme sowie damit eine ganze Reihe wichtiger Nachhaltigkeitsziele sind ohne intelligente Innovationen, moderne Infrastrukturen und eine leistungsfähige Industrie nicht denkbar.

Spezialschiff Serviceboat Esvagt Faraday im Offshore Windpark Butendiek

Der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch in Deutschland ist von 31,6 % im Jahr 2016 auf 36,2 % im Jahr 2017 weiter stark angestiegen.

Foto: Paul Langrock/Zenit/laif

National und international geht es darum, international vereinbarte Umweltstandards und ökologische und soziale Nachhaltigkeitsanforderungen als eine wichtige Entscheidungsgrundlage wirtschaftlichen Handelns festzulegen. Bereits bei der Planung von Infrastrukturen sind beispielsweise Gesundheit, Luftreinhaltung, Klimawandel und -anpassung und der Schutz natürlicher Ressourcen ebenso zu berücksichtigen wie die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen und ökonomischen Leben sowie ein nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum.

Für die Industrie ist die Umstellung auf eine ressourceneffiziente, schadstoffarme und klimafreundliche Produktion Herausforderung und Chance zugleich. Denn neben vielen neuen und kleineren Unternehmen entwickeln auch Industrieunternehmen unter geeigneten Rahmenbedingungen innovative Produkte und Prozesse, die der nachhaltigen Entwicklung dienen.

Mit Innovationen sollen kreative Antworten auf die drängendsten Fragen unserer Zeit gefunden werden - nach einer nachhaltigen Wirtschaftsweise, Klima- und Ressourcenschutz, bei der Energiewende, dem demografischen und digitalen Wandel sowie bei sozialen Herausforderungen. Dabei setzt die Bundesregierung auf einen erweiterten Innovationsbegriff, der sowohl technologische als auch nichttechnische einschließlich sozialer Innovationen umfasst und die Gesellschaft als zentralen Akteur einbezieht.

Aber auch die Finanzierung nachhaltiger Entwicklung, insbesondere der Zugang zu dem Finanzmarkt und zu Wagniskapital, ist für kleine Unternehmen und Start-ups entscheidend. Auch hier besteht weiterer Handlungsbedarf.

Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

Mit der Verabschiedung der Agenda 2030 wurde 2015 erstmalig in New York ein globaler Handlungs- und Orientierungsrahmen für nachhaltige Entwicklung geschaffen.

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung

Die 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030, die Sustainable Development Goals (SDGs), richten sich an alle: die Regierungen weltweit, aber auch die Zivilgesellschaft, die Privatwirtschaft und die Wissenschaft.

Foto: Bundesregierung

SDG 9 – Eine belastbare Infrastruktur aufbauen, inklusive und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen

Was soll erreicht werden? Die wichtigsten Unterziele sind:

  • Eine hochwertige, verlässliche, nachhaltige und widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, einschließlich regionaler und grenzüberschreitender Infrastruktur, um die wirtschaftliche Entwicklung und das menschliche Wohlergehen zu unterstützen und dabei den Schwerpunkt auf einen erschwinglichen und gleichberechtigten Zugang für alle legen.
  • Eine breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und bis 2030 den Anteil der Industrie an der Beschäftigung und am Bruttoinlandsprodukt entsprechend den nationalen Gegebenheiten erheblich steigern und den Anteil in den am wenigsten entwickelten Ländern verdoppeln.
  • Insbesondere in den Entwicklungsländern den Zugang kleiner Industrie- und anderer Unternehmen zu Finanzdienstleistungen, einschließlich bezahlbaren Krediten, und ihre Einbindung in Wertschöpfungsketten und Märkte erhöhen.
  • Bis 2030 die Infrastruktur modernisieren und die Industrien nachrüsten, um sie nachhaltig zu machen, mit effizienterem Ressourceneinsatz und unter vermehrter Nutzung sauberer und umweltverträglicher Technologien und Industrieprozesse, wobei alle Länder Maßnahmen entsprechend ihren jeweiligen Kapazitäten ergreifen.
  • Die wissenschaftliche Forschung verbessern und die technologischen Kapazitäten der Industriesektoren in allen Ländern und insbesondere in den Entwicklungsländern ausbauen und zu diesem Zweck bis 2030 unter anderem Innovationen fördern und die Anzahl der im Bereich Forschung und Entwicklung tätigen Personen je 1 Million Menschen sowie die öffentlichen und privaten Ausgaben für Forschung und Entwicklung beträchtlich erhöhen.

Konkrete Umsetzung durch Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie

Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (DNS) ist ein wichtiger Beitrag Deutschlands zur Umsetzung der Agenda 2030. Sie setzt den Rahmen für eine nachhaltige Politik der Bundesregierung. Ihr Herzstück bildet ein Nachhaltigkeitsmanagementsystem, das Ziele mit konkreten Zeitrahmen zur Erfüllung und Indikatoren für ein kontinuierliches Monitoring benennt.

Welche Ziele setzt die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie zur Erreichung des SDG 9 und wie will sie die Entwicklung bis 2030 messen?

Die Bundesregierung will die Zukunft nachhaltig gestalten. Dabei spielen Innovationen eine wichtige Rolle, um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und die globalen Herausforderungen wie den Klimawandel oder die Endlichkeit von Ressourcen zu bewältigen. Eine wichtige Größe für das Innovationstempo einer Volkswirtschaft sind ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE).

In der DNS setzte sich die Bundesregierung daher bislang das Ziel, dass bis 2030 jährlich drei Prozent des BIP für FuE ausgegeben wird. Mit der am 7. November 2018 vom Bundeskabinett beschlossenen Aktualisierung 2018 der DNS hat die Bundesregierung dieses Ziel noch ehrgeiziger gesteckt: Die privaten und öffentlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung sollen bis zum Jahr 2025 auf mindestens 3,5 Prozent des BIP jährlich ansteigen.

Das Leitprinzip einer nachhaltigen Entwicklung muss sich auch im eigenen Verwaltungshandeln erweisen. Um der Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung gerecht zu werden, hat der Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung ein „Maßnahmenprogramm Nachhaltigkeit“ beschlossen, das für alle Behörden und Einrichtungen der unmittelbaren Bundesverwaltung gilt. Es umfasst zahlreiche Maßnahmen zu den Themen Bauen/Liegenschaftsmanagement (Maßnahmen 1-5), Beschaffung (Maßnahme 6), Kantine (Maßnahme 7), Mobilität (Maßnahme 8), Veranstaltungen (Maßnahme 9), Vereinbarkeit von Beruf und Familie/Pflege (Maßnahme 10) sowie kulturelle Öffnung der Verwaltung (Maßnahme 11). Jedes Jahr wird über den Umsetzungsstand berichtet.

Wo liegen die Potentiale und Herausforderungen in Deutschland?

Industrieunternehmen in Deutschland nehmen mit ihren energie- und ressourceneffizienten Technologien, Anlagen und Produkten bereits heute eine internationale Spitzenstellung ein.

Der GreenTech Atlas 2018 zeigt, dass deutsche Unternehmen auf einem guten Weg sind: Das weltweite Marktvolumen der Umwelttechnik und Ressourceneffizienz wird sich von mehr als 3.200 Mrd. Euro (2016) bis 2025 voraussichtlich auf über 5.900 Mrd. Euro erhören. Deutsche, insbesondere auch mittelständische Unternehmen, sind hervorragend aufgestellt. Insgesamt haben sie einen weltweiten Anteil von 14 Prozent auf diesen Märkten. Es ist absehbar, dass der so genannte GreenTech-Bereich für die Wertschöpfung in Deutschland noch wichtiger wird: Der Anteil der Branche am Bruttoinlandsprodukt lag 2016 bereits bei 15 Prozent. Bis 2025 – so die Prognose – wird er auf 19 Prozent steigen. Damit ist der Markt hier weiter entwickelt als in den meisten anderen Regionen der Welt. Trotz dieser positiven Signale und Entwicklung bleibt noch viel zu tun, um SDG 9 sowie seine Unterziele zu erreichen. Die OECD hat in einem Gutachten für die deutsche G20-Präsidentschaft darauf hingewiesen, dass sich Investitionen in Nachhaltigkeit gesamtwirtschaftlich rechnen können.

Als ein Beispiel für die vielen Technologien, die zur Erreichung der SDGs beitragen können, sei der Leichtbau genannt. Er kann durch seine Eigenschaften – weniger Gewicht, weniger Energieeinsatz und geringere Emissionen bei niedrigeren Kosten und neuen Funktionalitäten – maßgeblich zur nachhaltigen Stärkung und Modernisierung des Industriestandorts Deutschland beitragen. Durch das Leichtbau-Prinzip werden Ökonomie und Ökologie nachhaltig verzahnt. Dabei muss die Recyclingfähigkeit und Lebenszyklusanalyse bereits in der Produktentwicklung Berücksichtigung finden. Dies ist ein wichtiger Faktor, um die Klimaziele zu erreichen und im Wettbewerb um die Märkte von morgen bestehen zu können. Aus diesem Grunde erarbeitet die Bundesregierung derzeit ein Technologietransferprogramm Leichtbau, um diese Schlüsseltechnologie branchenübergreifend in die breite industrielle Anwendung zu bringen.

Deutschland gehört auch im internationalen Vergleich zu einem der innovativsten Standorte. Auch die Nachhaltigkeitspolitik in Deutschland hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Produkte und Dienstleistungen aus Deutschland weltweit stark nachgefragt werden. Um diese Spitzenstellung auch in Zukunft zu verteidigen, will Deutschland in den kommenden Jahren seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung von jetzt 3 Prozent auf 3,5 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) erhöhen. Hierfür sieht der Koalitionsvertrag u.a. eine steuerliche Forschungsförderung insbesondere für kleine und mittelgroße Unternehmen vor. Einen weiteren Schwerpunkt setzt die Bundesregierung mit dem Ausbau der digitalen Infrastruktur und der Förderung der digitalen Kompetenzen der Menschen. Auch bei der Entwicklung und Nutzung der Künstlichen Intelligenz will Deutschland eine führende Rolle einnehmen.

Im Bereich Digitalisierung stellen sich aber nicht nur technologische Fragen. Ethische Fragen sind im gesellschaftlichen Dialog zu erörtern und rechtliche Rahmenbedingungen zu setzen. Deutschland sollte gegenüber Innovationen aufgeschlossen sein. Zugleich sind bestehende Schutzstandards und unser hohes Niveau beim Schutz der Umwelt und der menschlichen Gesundheit zu wahren. Der technisch-wissenschaftliche Fortschritt ist auch in den Dienst ökologischer und sozialer Aufgaben zu stellen und es müssen langfristige Auswirkungen berücksichtigt werden. Die vom Innen- und dem Justizministerium im September 2018 eingesetzte Datenethikkommission soll Antworten auf ethische und rechtliche Fragen geben, die sich im Zusammenhang mit dem Einsatz von Algorithmen, Künstlicher Intelligenz und digitalen Innovationen stellen. Die 16 Mitglieder kommen aus den Bereichen Medizin, Recht, Informatik, Statistik, Volks- und Betriebswirtschaft, Theologie, Ethik und Journalismus. Die Kommission wird im Sommer 2019 einen Abschlussbericht vorlegen.

Von der Verkehrsinfrastruktur bis zur Bioökonomie – Vieles ist auf dem Weg

Vieles wurde in den letzten Jahren auf den Weg gebracht. Beispielsweise der Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030. Er umfasst die Investitionsvorhaben in das Straßen-, Schienen- und Wasserstraßennetz des Bundes, die die Bundesregierung bis 2030 umsetzen will. Sie müssen zuverlässig, bedarfsgerecht und intelligent sein. Sie müssen den Klimaschutz fördern, umweltgerecht gestaltet sowie widerstandsfähig gegenüber Extremwetterereignissen durch das sich ändernde Klima sein. Dabei sind die Bedürfnisse der ländlichen Räume besonders zu berücksichtigen, denn die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse im gesamten Bundesgebiet ist ein wichtiges Anliegen der Bundesregierung. Wichtig: ein moderner ÖPNV und Radverkehr sowie die Vernetzung und intermodale Nutzung der Verkehrsträger.

Die Elektromobilität inkl. Wasserstoff- und Brennstoffzelle wird durch die Förderung des Aufbaus öffentlich zugänglicher Elektro-Ladeinfrastruktur für mind. 15.000 Ladestationen bis 2020, davon 5.000 Schnellladestationen, unterstützt.

Auch die Breitbandinfrastruktur ist angeschoben, kommt aber nur langsam voran. Die Bundesregierung macht jetzt Kommunen den Breitbandausbau leichter. Verbessert werden die Förderbedingungen für den Gigabit-Ausbau im ländlichen Raum, also in Gegenden, in denen ein privatwirtschaftlicher Breitbandausbau in absehbarer Zeit nicht möglich ist. Insbesondere kleine und mittlere Gemeinden sollen davon profitieren. Denn schnelles Internet soll es überall geben.

Ein Herzstück der nachhaltigen Forschungsförderung ist das Rahmenprogramm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ (FONA³). Hier werden die Entscheidungsgrundlagen für zukunftsorientiertes Handeln erarbeitet und innovative Lösungen für eine nachhaltige Gesellschaft geliefert. Kern sind drei Leitinitiativen zu den Themen Green Economy, Zukunftsstadt und Energiewende. In diesen Leitinitiativen arbeitet die Bundesregierung unmittelbar mit der Wissenschaft und Praxispartnern aus der Wirtschaft, den Kommunen und Verbänden zusammen, damit Forschungsergebnisse unmittelbar für Entscheidungsprozesse genutzt werden können. Da die Vermittlung von neuen Erkenntnissen und die Unterstützung von Engagement wichtig sind, werden im 3. FONA-Rahmenprogramm Forschung und Bildung zur nachhaltigen Entwicklung erstmals systematisch zusammengeführt.

Einen wichtigen Beitrag zu Stärkung von Innovationen leisten aber auch andere Förderprogramme der Bundesregierung, die sich an den unterschiedlichen Bedarfen und Phasen der Unternehmen – von der Idee in den Markt – ausrichten. So ist das technologie- und themenoffene Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) mit einem jährlichen Budget von aktuell rund 550 Millionen Euro eines der größten Instrumente zur Umsetzung neuer Ideen in Deutschland. Mit dem ZIM werden jedes Jahr mehrere Tausend Projekte von innovativen KMU und mit ihnen kooperierenden Forschungseinrichtungen in allen Regionen Deutschlands angeschoben. Bei der Bottom-Up-Förderung kommen die Impulse für die Entwicklungsideen im ZIM von den mittelständischen Unternehmen selbst. Diese haben die Zukunft im Blick: Aktuell hat ein Drittel der geförderten Projekte engen Bezug zur ökologischen Nachhaltigkeit. Dabei spielt insbesondere die Entwicklung neuer Technologien zur Stärkung der Energie- und Ressourceneffizienz eine wichtige Rolle. Von den Fortschritten profitieren nicht nur die im ZIM geförderten Mittelständler selbst, sondern auch ihre Kunden und Partner.

Immer größere Bedeutung gewinnt die Bioökonomie, eine moderne und nachhaltige Form des Wirtschaftens, die auf der effizienten Nutzung von biologischen Ressourcen wie Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen basiert. Die Bioökonomie strebt einen Strukturwandel weg vom Erdöl, hin zu einer stärker biobasierten Industrie an. In der neuen Bioökonomiestrategie sollen Maßnahmen zur Forschung, Entwicklung und Umsetzung noch enger verzahnt werden. Der bisherige Fokus, fossile durch nachwachsende Rohstoffe zu ersetzen, soll erweitert werden: Die gesamte Bandbreite biologischen Wissens und biotechnologischer Verfahren soll gemeinsam mit konvergierenden Technologien (digitale Technologien, Nanotechnologie etc.) genutzt werden, um passgenaue Lösungen für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele und die Realisierung einer kreislauforientierten Wirtschaftsform zu finden. Ein wichtiges Element für die Bewertung des Beitrages der Bioökonomie zur Nachhaltigkeit stellt dabei das Monitoring der Bioökonomie dar, das in der neuen Bioökonomiestrategie weiter aufgebaut werden soll. Zudem wird eine Dialogplattform „Industrielle Bioökonomie“ aufgebaut, um die Schaffung neuer Versorgungsstrukturen für Rohstoffe im Sinne der Kreislaufwirtschaft zu unterstützen.

Zu den prioritären Maßnahmen zur Umsetzung von SDG 9 zählt auch die Umsetzung des Aktionsprogramms Klimaschutz 2020. Die Förderung umweltfreundlicher Verkehrsträger und die Entwicklung von Vernetzungs- und Steuerungstechnologien ermöglicht umweltverträglichere und ressourcenschonendere Mobilität.

Bundesregierung erhöht Innovationstempo weiter

Mit der Hightech-Strategie (HTS) 2025 hat die Bundesregierung in diesem Jahr ihre erfolgreiche Innovationspolitik fortentwickelt. Sie investiert allein 2018 über 15 Milliarden Euro.

Einen wichtigen Schwerpunkt bildet die Förderung von Zukunftstechnologien - von der Mikroelektronik über die Materialforschung und Biotechnologie bis zu Künstlichen Intelligenz. Die Bundesregierung erarbeitet derzeit eine Strategie für Künstliche Intelligenz mit dem Ziel, den gesellschaftlichen Nutzen und auch wirtschaftliche Wertschöpfungspotenziale von Künstlicher Intelligenz zu erschließen. Außerdem wird die HTS 2025 auch die Aus- und Weiterbildung ins Auge fassen. Dahinter steht die Erkenntnis, dass wir nicht nur Exzellenz in der Wissenschaft für den technologischen Fortschritt brauchen, sondern für die Akzeptanz und Anwendung neuer Technologien gut ausgebildete Menschen brauchen. Deshalb will die Bundesregierung digitale Bildung und eine neue Weiterbildungskultur fördern.

Tipp: Mach mit bei Jugend forscht und dem BundesUmweltWettbewerb. Jugend forscht ist, Deutschlands bekanntester Nachwuchswettbewerb! Ziel ist, Jugendliche für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern, Talente zu finden und zu fördern. Pro Jahr gibt es bundesweit mehr als 110 Wettbewerbe. Teilnehmen können Jugendliche ab der 4. Klasse bis zum Alter von 21 Jahren. Einer der vielen Preise ist eine Einladung der Bundeskanzlerin ins Bundeskanzleramt. Der BundesUmweltWettbewerb ist ein Projektwettbewerb, der unter dem Motto „Vom Wissen zum nachhaltigen Handeln“ das Umweltwissen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie Kreativität und Engangement zur Problemlösung bei Umweltfragen fördert. 

Mit den außeruniversitären Wissenschaftsorganisationen, den Ressortforschungseinrichtungen und der industriellen Gemeinschaftsforschung stellt die Bundesregierung eine leistungsfähige Forschungsinfrastruktur zur Verfügung. Der Pakt für Forschung und Innovation verschafft langfristige Planungssicherheit. Über die Exzellenzinitiative und den Hochschulpakt wird die Forschungsinfrastruktur der Länder gefördert.

Damit noch mehr Forschungsergebnisse in die Anwendung kommen, stärkt die Bundesregierung den Transfer, befördert Unternehmergeist und Innovationskraft im Mittelstand und intensiviert die Einbindung in europäische und internationale Netzwerke und Innovationspartnerschaften.

Hierfür sollen neue Instrumente geschaffen werden. Geplant ist die Gründung einer Agentur für Sprunginnovationen.

Deutschland gehört zu den Vorreitern in der Quantentechnologie. Damit wir auch zukünftig in diesem Zukunftsfeld weltweit zur Spitze gehören, will die Bundesregierung Forschung intensivieren und den Weg in neue quantentechnologische Anwendungen öffnen. Dafür werden von ihr im neuen Rahmenprogramm „Quantentechnologien – von den Grundlagen zum Markt“ Mittel in Höhe von ca. 650 Millionen Euro eingeplant (2018-2022).

Ein gutes Beispiel für Quantentechnologie ist der Laser: Erst war er ein rein wissenschaftliches Phänomen, inzwischen ist er aus der Produktion von Maschinen und Fahrzeugen, beim 3D-Druck, in der Messtechnik, in der Kommunikation und in vielen Alltagsgeräten nicht mehr wegzudenken. Besonders leistungsfähige Laser werden übrigens vor allem in Deutschland hergestellt.

Wissens- und Technologietransfer Schwerpunkt deutscher Entwicklungszusammenarbeit

Die Bundesregierung fördert die Entwicklung einer nachhaltigen und widerstandsfähigen Infrastruktur in den Entwicklungsländern durch eine verstärkte finanzielle, technologische und technische Unterstützung der am wenigsten entwickelten Länder.

Vor dem Hintergrund, dass über 90 Prozent aller Produkte unter Einsatz chemischer Stoffe und Prozesse hergestellt werden, kann beispielsweise eine Transformation der Chemiebranche in Richtung Nachhaltigkeit auf vielen Ebenen einen positiven Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten. Das im Mai 2017 von der Bundesregierung gegründete Internationale Kompetenzzentrum für nachhaltige Chemie (International Sustainable Chemistry Collaborative Centre - ISC3) hat den Auftrag, nachhaltige Innovationen in der Chemie weltweit zu fördern und internationalen Prozesse und Übereinkommen im Chemikalienbereich zu unterstützen. Weitere Informationen: www.isc3.org.

Deutschland unterstützt aber auch mit verschiedenen Exportinitiativen und dem Markterschließungsprogramm (z. B. Exportinitiativen Energie, Umwelttechnologien und Gesundheit) den Transfer von Nachhaltigkeitsaspekten in neue Märkte und Zielregionen, auf globaler Ebene etwa als Anteilseigner der multilateralen Entwicklungsbanken nachhaltige Infrastrukturinvestitionen und bringt sich in internationalen Foren wie G7 und G20 ein. Bei öffentlichen und privaten Infrastrukturinvestitionen legt Deutschland Wert auf Qualität und Nachhaltigkeit.


Digitale Technologien schaffen auch in entlegenen Gebieten der Welt neue Möglichkeiten.

Digitale Technologien schaffen auch in entlegenen Gebieten der Welt neue Möglichkeiten.

Foto: Getty Images/Henk Badenhorst

Ziel ist es, die einheimische Technologieentwicklung, Forschung und Innovation in den Entwicklungsländern zu unterstützen. Für die Erreichung des SDG 9 sind auch moderne Informations- und Kommunikationstechnologien entscheidend. Sie erhöhen Chancen, indem sie etwa Bildung in ländliche Gebiete bringen, die Gesundheitsversorgung verbessern und die soziale Teilhabe ermöglichen. Deutschland unterstützt beispielsweise die am wenigsten entwickelten Länder dabei, bis 2020 einen allgemeinen und erschwinglichen Zugang zum Internet bereitzustellen.

Darüber hinaus werden im Rahmen der Internationalen Klimainitiative gemeinsam mit Partnerländern zahlreiche Projekte gefördert zur praktischen Umsetzung von Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel. Dies beinhaltet auch die Förderung von Unternehmen und von Infrastrukturmaßnahmen, die zu einer nachhaltigeren Entwicklung beitragen.

Wegen des steigenden Anteils des Verkehrs an den CO2- und Schadstoffemissionen in Entwicklungsländern werden durch die Internationale Klimaschutzinitiative, die Initiative für transformative urbane Mobilität (TUMI) und die Entwicklungszusammenarbeit u.a. nachhaltige Mobilitätsangebote gefördert. Im Mittelpunkt steht dabei eine klimafreundliche, sichere und erschwingliche städtische Mobilität, um sowohl das Klima zu schützen als auch den ärmsten Bevölkerungsschichten Zugang zu Arbeit, Gesundheitsfürsorge und Bildung zu ermöglichen.


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