5. Weltchemikalienkonferenz
Der falsche Umgang mit Chemikalien bedroht die Gesundheit von Menschen sowie die Umwelt. Dabei steigt der Einsatz von Chemikalien. Der Umgang mit ihnen muss sicherer werden und es müssen nachhaltige Alternativen für die gefährlichsten Stoffe gefunden werden. Dazu hat sich die Weltchemikalienkonferenz in Bonn bekannt.
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Bundesumweltministerin Steffi Lemke warb in Bonn für ein nachhaltiges und globales Chemikalienmanagement.
Foto: BMUV/Sascha Hilgers
Chemikalien sind ein essentieller Bestandteil unseres Lebens. Kosmetika, Textilien, elektrische Geräte, Batterien oder Fahrzeuge, also fast alle Produkte, die wir in unserem Alltag nutzen, enthalten Chemikalien. Diese erfüllen wichtige, mitunter essentielle Funktionen. Damit sind sie wichtige Errungenschaften. Aber natürlich bringt Chemie auch nicht unwesentliche Gefahren mit sich. Die Weltchemikalienkonferenz hat sich unter anderem mit dieser Herausforderung beschäftigt.
Essentielle Funktionen
Bundeskanzler Olaf Scholz wies in seiner Videobotschaft darauf, dass Chemikalien ein relevanter Bestandteil des modernen Lebens seien. „Wir profitieren von der Verwendung chemischer Produkte, sei es in der Landwirtschaft oder in der Medizin, in der Spitzentechnologie oder in der Textilindustrie, zu Hause in der Spülmaschine oder einfach beim Zähneputzen", sagte er. „Die chemische Industrie schafft gute Arbeitsplätze, auch hier in Deutschland, und ist ein unverzichtbarer Teil unserer globalen Wertschöpfungsketten."
Nachhaltiger Einsatz
Weil Chemikalien zugleich erhebliche gesundheitliche Risiken bergen, ist es wichtig, diese Gefahr zu reduzieren. Bundeskanzler Scholz wurde dazu deutlich: „Schwer abbaubare synthetische Chemikalien sind im Boden, im Wasser und in der Luft vorhanden. Selbst in den entlegensten Winkeln unseres Planeten.“ Vor allem habe das weltweite Missmanagement von Chemikalien und Chemieabfällen zu einer Krise auf dem gesamten Planeten geführt.
„Nötig ist ein effektives Chemikalienmanagement für den nachhaltigen Einsatz von Chemikalien“, folgerte Bundesumweltministerin Steffi Lemke und machte auf die weltweite Herausforderung aufmerksam: „Wir stehen vor einer globalen Aufgabe, daher brauchen wir überall die erforderlichen Rahmenbedingungen, Anreizsysteme sowie behördliche Kapazitäten.“
Chemikalienmanagement beginnt bei der Nutzung bekannter und der Entwicklung neuer Materialien und setzt sich über den gesamten Lebenszyklus fort, bis hin zu Recycling oder Entsorgung. Auf all diesen Stufen ist ein sicherer Umgang für Mensch und Umwelt erforderlich. Das ist eine große Chance: für die Umwelt, die Menschen und die Wirtschaft.
Gemeinsame Lösungen
Lemke begrüßte, dass sich in geopolitisch herausfordernden Zeiten verantwortliche Akteure aus Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft an einen Tisch gesetzt und gemeinsam nach Lösungen gesucht haben. In Bonn fand unter dem Vorsitz Deutschlands vom 25. bis 29. September 2023 die 5. Weltchemikalienkonferenz hierzu statt. Auf dieser Konferenz haben die Akteure Ziele, Maßnahmen und Verantwortlichkeiten vereinbart, um Chemikalien und den Umgang mit ihnen weltweit sicherer zu machen. Zugleich einigte man sich darauf, dass Anreize für innovative und kluge Alternativen geschaffen werden müssen. Durch die bunte Mischung der Teilnehmenden sind die Voraussetzungen geschaffen für sektorübergreifend mitgetragene und umsetzbare Lösungen.
Auf der 5. Weltchemikalienkonferenz haben die Teilnehmenden ein Rahmenwerk für die konkrete Umsetzung der Chemikalien- und Abfallmanagement verabschiedet. In einer Erklärung der hochrangigen Entscheidungs- und Interessenvertreterinnen sowie -vertreter bekennen sich Regierungen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu ihrer gemeinsamen Verantwortung, die negativen Effekte durch den Einsatz von Chemikalien zu reduzieren.