Mehr Schutz für Ozeane

Tag des Meeres Mehr Schutz für Ozeane

Meere sind die am wenigsten geschützten Gebiete der Erde. Dabei leisten sie einen enorm wichtigen Beitrag für das weltweite Ökosystem. Welchen Bedrohungen sind die Meere ausgesetzt und was unternimmt die Bundesregierung dagegen? Antworten auf diese Fragen finden Sie in unserem FAQ zum heutigen Tag des Meeres.

Ein Korallenriff als Symbol für die Vielfalt des Meeres und ihrer Bewohner.

Meere leisten einen wichtigen Beitrag für das weltweite Ökosystem.

Foto: imago images/Nature Picture Library/ Georgette Douwma

Warum ist es wichtig, die Meere zu schützen?

Die Weltmeere bedecken mehr als 70 Prozent der Erde. Sie spielen eine entscheidende Rolle für das weltweite Ökosystem. Die Ozeane regulieren das Klima, indem sie Sauerstoff produzieren und CO2 speichern. Meere sind aber auch ein Hort biologischer Vielfalt, sie liefern Rohstoffe, Nahrungsmittel sowie Wirkstoffe für Arzneimittel. Außerdem dienen sie als Verkehrswege und bieten wertvollen Erholungsraum.

Weltweit decken 3,2 Milliarden Menschen mehr als 20 Prozent ihres Bedarfs an tierischem Eiweiß durch Fisch. Der Fischereisektor bildet die Existenzgrundlage von mehr als zehn Prozent der Weltbevölkerung. Der größte Teil dieser Menschen lebt in Entwicklungs- und Schwellenländern. Leider stehen die Meere zunehmend unter Druck. Die Gründe: Umweltverschmutzung, Überfischung und der Klimawandel.

Wie engagiert sich Deutschland für den weltweiten Meeresschutz?

Der wirksame Schutz und die nachhaltige Nutzung der Ozeane sind erklärte Ziele der Bundesregierung. Internationale Zusammenarbeit spielt dabei eine wichtige Rolle. Deutschland unterstützt bereits seit Jahren Partnerländer darin, ihre Küsten- und Meeresgebiete unter Schutz zu stellen, nachhaltig zu bewirtschaften und langfristig finanziell abzusichern. Deutschland tritt dafür ein, dass bis 2030 mindestens 30 Prozent der Meeresgebiete unter Naturschutz gestellt werden.

Daneben fördert die Bundesregierung ressortübergreifend verschiedene Projekte, um Meeresgebiete besser zu erforschen, nachhaltige Fischerei zu stärken, Mangroven zu schützen und Meeresmüll zu vermeiden.

Das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen bildet neben der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen und der Biodiversitätskonvention die völkerrechtliche Grundlage. Deutschland hat sich darin zum Schutz der Ozeane verpflichtet.

Weiße Sandstrände und blaues Meer.

Die Meere sind vielen Bedrohungen ausgesetzt.

Foto: imago images/OceanPhoto

Was tut die Bundesregierung für die deutschen Meeresgebiete?

In der sogenannten ausschließlichen Wirtschaftszone der deutschen Nord- und Ostsee ist der Bund für Schutzgebiete zuständig. Dort sind mittlerweile sechs Meeresgebiete als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Insgesamt sind in den deutschen Meeresgebieten etwa 45 Prozent der Fläche unter Schutz gestellt.

Um das Wattenmeer zu schützen, arbeiten Dänemark, Deutschland und die Niederlande seit 1978 eng zusammen. Von 2018 bis 2022 hat Deutschland die Präsidentschaft dieser „Trilateralen Wattenmeerzusammenarbeit“ inne. Dank grenzüberschreitender Maßnahmen ist es den Partnerstaaten zum Beispiel gelungen, die Bestände von Seehunden und Kegelrobben zu stabilisieren.

Deutschland hat im Juli 2020 für zwei Jahre den Vorsitz der Helsinki-Kommission übernommen. Hier sind die Anrainerstaaten der Ostsee zusammengeschlossen und arbeiten für den Schutz des Meeres. Deutschland nimmt dabei die zentralen Umweltprobleme in den Blick: Meeresmüll, Munitionsaltlasten, Überversorgung mit Nährstoffen sowie Unterwasserlärm.

Was unternimmt die Bundesregierung gegen Meeresmüll?

Die Bundesregierung engagiert sich weltweit für die Vermeidung von Plastikmüll und den Schutz der Meere. Während der deutschen G7- und G20-Präsidentschaften 2015 und 2017 haben die beteiligten Staaten Aktionspläne gegen die Verschmutzung der Meere vereinbart. Die Bundesregierung unterstützt Partnerländer bis 2023 mit rund 50 Millionen Euro, um Abfallsammel- und Verwertungstechnologien aufzubauen.

Deutschland fördert beispielsweise den Ausbau von kostenlosen Entsorgungsstellen für Schiffsabfälle in den Häfen und die Beseitigung von Müll auf dem Meeresgrund. Im Mai 2020 hat das Bundesumweltministerium ein neues, internationales Förderprogramm gestartet: Es geht darum Lösungen zu finden, um die Menge an Plastikmüll zu reduzieren und Abfall- und Kreislaufmanagementsysteme aufzubauen.

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