Leben mit dem Klimawandel

Anpassung an die Auswirkungen der Erderwärmung Leben mit dem Klimawandel

Bereits heute sind die Folgen des Klimawandels in Deutschland spürbar. Sie haben Auswirkung auf unsere Gesundheit und unseren Wohlstand. Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an die Veränderungen müssen deshalb Hand in Hand gehen. Nur so minimieren wir Risiken und schützen uns. 

Bild aus der Vogelperspektive auf den Wöhrder See in Nürnberg.

Naherholungsgebiete, wie hier der Wöhrder See in Nürnberg, helfen gegen Hitze in Ballungsgebieten.

Foto: mauritius images/Norbert Probst/imageBROKER

Aktuell liegen die Temperaturen hierzulande bereits rund 2 Grad Celsius über dem Referenzwert aus der vorindustriellen Zeit. Extreme Wetterlagen haben sich allein in den vergangenen 50 Jahren in Deutschland mehr als verdreifacht.

Klimaerwärmung: Hitze, Trockenheit und Hochwasser 

Das bedeutet: Die Gefahr, ausgehend von extremer Hitze und Trockenheit, Starkregen und Überschwemmungen hat zugenommen. Während es 1951 im Durchschnitt in Deutschland drei Hitzetage gab, waren es 2018 schon 20. Die besonders trockenen Jahre 2018 und 2019 waren für Mitteleuropa beispiellos in den vergangenen 250 Jahren. Gleichzeitig ist der Meeresspiegel in den vergangenen 170 Jahren um 41 Zentimeter gestiegen (Messstandort Cuxhaven).

Gravierende Folgen deutschlandweit

Hitzetote, Ernteausfälle oder Hochwasser- und Sturmschäden an Gebäuden und Infrastruktur sind die Folgen. Blützeiten von Pflanzen verschieben sich durch die erhöhten Temperaturen, so dass sie nicht mehr zum Lebenszyklus der Insekten passen, die sie bestäuben sollen. Zudem werden Tiere und Pflanzen aus ihren Lebensräumen verdrängt.

Die Bundesregierung hat viele Maßnahmen ergriffen, um den Treibhausgasausstoß massiv zu verringern. Doch damit Schäden gering gehalten oder ganz vermieden werden können, sind wirkungsvolle Anpassungsmaßnahmen ebenso dringend erforderlich. Einen politischen Rahmen hierfür hat der Bund 2008 mit der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel entwickelt. Mit Fortschrittsberichten (2015 und 2020) und durch Aktionspläne (alle vier Jahre) wird dieser Rahmen ständig weiterentwickelt, denn Klimaanpassung ist eine Daueraufgabe und die Maßnahmen werden kontinuierlich umgesetzt. In regelmäßigen Analysen wird zudem skizziert, welche Regionen von welchen Klimawirkungen besonders betroffen sind und welche Handlungserfordernisse bestehen.

Mit der Deutschen Klimaanpassungsstrategie (DAS) hat die Bundesregierung 2008 den strategischen Rahmen gesetzt, um den Folgen des Klimawandels zu begegnen. Ein Netzwerk aus allen Bundesressorts und von 28 Bundesoberbehörden soll dabei helfen, unsere Gesellschaft langfristig und sozial verträglich gegen die Folgen des Klimawandels zu wappnen. Die Verletzlichkeit der deutschen Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt soll so verringert und die Anpassungsfähigkeit erhöht werden.

Von Gesundheit über Bauwesen bis Katastrophenschutz

Die Maßnahmen der Klimaanpassung werden nach Handlungsfeldern aufgeschlüsselt. Dabei geht es neben der menschlichen Gesundheit auch um Artenvielfalt, Landwirtschaft, Energie, Industrie und Verkehr, ebenso wie um Tourismus, Finanzwirtschaft und Katastrophenschutz.

Beispiel: Mit dem Förderprogramm „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“ unterstützt das Bundesumweltministerium Kommunen, gemeinnützige Organisationen und Unternehmen, die im Gesundheits- und Sozialwesen tätig sind. Dadurch ermöglicht die Bundesregierung unter anderem einen besseren Schutz vor Hitze, zum Beispiel durch den Einbau von Fenstern mit Wärmeschutzverglasung, die Installation von Befeuchtungsanlagen oder die Begrünung von Dachflächen. Auch Vorsorgemaßnahmen für Starkregenereignisse werden gefördert. Dazu zählen die Schaffung von Schutzbarrieren oder Gräben zum Schutz vor eindringendem Wasser bei Starkregen sowie der Bau dezentraler Auffangmöglichkeiten zur Zwischenspeicherung von Regenwasser, beispielsweise durch unterirdische Speicherbecken.

Anpassung an die Klimaveränderung: Wichtige Rolle der Kommunen

Jede Kommune ist anders von Extremwetterereignissen und den daraus folgenden Schäden betroffen. Deshalb kommt den Kommunen eine Schlüsselrolle in der Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen zu. So liegt die Deutsche Anpassungsstrategie zwar federführend beim Bundesumweltministerium, die Umsetzung erfolgt jedoch überwiegend auf Länder-, Kreis- und kommunaler Ebene. Die Bundesregierung bündelt das Wissen über Anpassungsmaßnahmen und unterstützt beratend und mit Förderprogrammen die Arbeit vor Ort.

  • Das Klimavorsorgeportal bietet Kommunen, Ländern, Verbänden aber auch Bürgerinnen und Bürgern Daten und Informationen, sowie diverse Dienste zur zielgerichteten Anpassung an den Klimawandel. Die Dienste, die auf wissenschaftlichen Grundlagen basieren, können kostenfrei genutzt werden. So werden Entscheidungen für den Umgang mit dem Klimawandel zielgerecht unterstützt.
  • Die Expertinnen und Experten des Zentrums KlimaAnpassung entwickeln individuelle Anpassungskonzepte für Kommunen und soziale Einrichtungen. Das Zentrum bietet Kompetenzen, Erfahrungen und Wissen und arbeitet eng zusammen mit lokalen Entscheidungsträgern und Entscheidungsträgerinnen. Das Zentrum soll auch mehr öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema Klimaanpassung schaffen.
  • Das Förderprogramm „Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel“ soll mithilfe lokaler Anpassungsmanager und Anpassungsmanagerinnen die Umsetzung der Anpassungskonzepte in der Praxis begleiten und lokale Strategien konsequent auf Nachhaltigkeit sowie Umwelt- und Klimaverträglichkeit ausrichten.
  • Über den Wettbewerb „Blauer Kompass“ werden herausragende Klimaanpassungsprojekte prämiert. So werden konkrete Lösungen hervorgehoben und in die Breite getragen.
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