Intakte Moore schützen das Klima

Weltfeuchtgebietstag Intakte Moore schützen das Klima

Seit 50 Jahren besteht das Übereinkommen zum Schutz von Feuchtgebieten internationaler Bedeutung. Jetzt wurde das 35. Schutzgebiet in Deutschland ausgewiesen - die Rosenheimer Stammbeckenmoore in Bayern. Warum Feuchtwiesen, Moore und Sümpfe wichtig sind für die biologische Vielfalt und wie sie das Klima schützen - die wichtigsten Fragen und Antworten.

Das Schwarze Moor in der Rhön

Das Schwarze Moor in der Rhön: Feuchtgebiete beheimaten nicht nur gefährdete Tier- und Pflanzenarten, sondern schützen auch das Klima, indem sie Kohlenstoff speichern.

Foto: mauritius images/Pitopia

Warum gibt es den Weltfeuchtgebietstag?

Am 2. Februar 1971 schlossen 18 Staaten in der iranischen Stadt Ramsar das Übereinkommen zum Schutz von Feuchtgebieten internationaler Bedeutung. Es ist das älteste internationale Abkommen zum Erhalt natürlicher Ressourcen. Aufgrund des Ortes wird es auch "Ramsar-Konvention" genannt.

Ursprünglich setzten sich die Vertragsstaaten das Ziel, Feuchtgebiete als Lebensraum von Wasservögeln zu erhalten. Mittlerweile gelten Feuchtgebiete generell als bedeutende Ökosysteme, die zum Erhalt der Artenvielfalt besonderen Schutz benötigen. Der internationale Tag der Feuchtgebiete am 2. Februar macht zum Jahrestag der "Ramsar-Konvention" darauf aufmerksam, welche wichtige Funktion Feuchtwiesen, Moore und Sümpfe in der Natur einnehmen. Deutschland trat der "Ramsar-Konvention" 1976 bei. Heute verpflichten sich weltweit 171 Vertragsstaaten zum Schutz von Feuchtgebieten.

Welche Gebiete sind in Deutschland besonders geschützt?

Die Rosenheimer Stammbeckenmoore in Bayern wurden am heutigen Welttag der Feuchtgebiete zum 35. Schutzgebiet in Deutschland ernannt. Insgesamt erstrecken sich die "Feuchtgebiete internationaler Bedeutung" in Deutschland über eine Fläche von mehr als 868.000 Hektar. Davon sind mehr als 80 Prozent Watt- und Wasserflächen in Nord- und Ostsee.  

Viele Zugvogelarten wie der Zwergschwan, die Waldsaatgans oder die Eisente überwintern in den deutschen "Ramsar-Gebieten", die von internationaler Bedeutung für den Erhalt der biologischen Vielfalt sind. Dort leben auch stark gefährdete und vom Aussterben bedrohte Fischarten, wie der Huchen oder der Ammersee-Kilch.

Die Vertragsstaaten der "Ramsar-Konvention" haben sich verpflichtet, mindestens jeweils ein Feuchtgebiet innerhalb ihres Hoheitsgebietes als "Feuchtgebiet internationaler Bedeutung" zu fördern und zu sichern.

Warum ist der Erhalt von Feuchtgebieten wichtig?

Intakte Sümpfe und Moore sind wertvolle Lebensräume für viele Pflanzen- und Tierarten. Von ihnen profitieren diverse Artengruppen wie Insekten und Vögel. Hoch- und Niedermoore zum Beispiel sind ein Rückzugsgebiet für die Sumpfohreule und den Brachvogel.

Daneben sind Feuchtgebiete auch wichtig für den Klimaschutz. Moore sind Langzeitspeicher für Kohlenstoff. Werden sie trockengelegt, etwa für die land- oder forstwirtschaftliche Nutzung, gelangt dieser Kohlenstoff in Form von Treibhausgasen in die Atmosphäre. Mehr als 90 Prozent der Moorflächen in Deutschland gelten als entwässert. Sie machen circa vier Prozent der Bundesfläche aus, verursachen aber rund 45 Millionen Tonnen CO2 - das sind mehr als ein Drittel aller Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft. Das schadet dem Klima. Daher ist es wichtig, den Moorboden zu erhalten und nachhaltig zu bewirtschaften.

Was tut die Bundesregierung für den Schutz von Mooren?

Die Bundesregierung hat als Teil des Klimaschutzprogramms 2030 beschlossen, den Moorbodenschutz zu verstärken und die Verwendung von Torf zu reduzieren. Das Bundesumweltministerium will in Pilotprojekten verschiedene Konzepte erproben, wie wiedervernässte Moorböden langfristig bewirtschaftet werden können. Die Freisetzungen von Treibhausgasen aus dem Moorboden lässt sich nämlich nur stoppen, indem die Wasserstände in den trockengelegten Mooren wieder steigen. Gleichzeitig soll die Bewirtschaftung ökonomisch sinnvoll sein. Eine Lösung könnte der verstärkte Anbau von Nutzpflanzen wie Schilf, Erlen oder Gräser sein, die für eine nasse Bewirtschaftung geeignet sind.

Das Bundesumweltministerium hat ein Diskussionspapier erstellt, auf dessen Grundlage die Moorschutzstrategie der Bunderegierung entwickelt werden soll.