Die G7

Gruppe der Sieben Die G7

Die Gruppe der Sieben (G7) ist – wie die G20 – keine internationale Organisation, sondern ein informelles Forum der Staats- und Regierungschefs. Wie arbeitet die G7? Wer nimmt teil? Und welche Ziele verfolgt Deutschland? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Flaggen der G7-Teilnehmerstaaten

Deutschland legt hohen Wert auf den Austausch mit den G7-Partnern zu aktuellen globalen Herausforderungen

Foto: Michael Gottschalk/photothek.net

Wer gehört zur Gruppe der 7 (G7)?

Der G7 gehören Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA an. Außerdem ist die Europäische Union bei allen Treffen vertreten.

Wie arbeitet die G7?

Die G7 ist ein informelles Forum der Staats- und Regierungschefs aus sieben Industrieländern. Bei ihren jährlichen Gipfeltreffen stimmen sie gemeinsame Positionen zu globalen politischen Fragestellungen ab. Die G7 ist – wie die G20 – keine internationale Organisation. Sie besitzt weder einen eigenen Verwaltungsapparat noch eine permanente Vertretung ihrer Mitglieder. Aufgrund der informellen Strukturen spielt die jeweilige Präsidentschaft eine besonders wichtige Rolle. In ihren Händen liegen die Organisation sowie die Agenda des Gipfels.

Die Staats- und Regierungschefs treffen sich auf Einladung der jeweiligen Präsidentschaft einmal jährlich. Diese Treffen bieten die Möglichkeit, eine Gipfelerklärung (Kommuniqué) mit den wichtigsten Ergebnissen sowie teilweise begleitende Erklärungen, Berichte und Arbeitspläne herauszugeben und die Gelegenheit zum persönlichen Austausch zwischen den Staats- und Regierungschefs. Eine Auswahl der Gipfeldokumente der vergangenen Jahre finden Sie unter der "Übersicht der Gipfeldokumente der G7/G8/G20".

Die Themen für den Gipfel werden von den sogenannten "Sherpas" vorbereitet, den Chefunterhändlern der Regierungen. Persönlicher Beauftragter der Bundeskanzlerin für die Gipfel der G7/und G20-Staaten ist der wirtschafts- und finanzpolitische Berater Professor Lars-Hendrik Röller. Nach jedem Gipfel informiert die Bundesregierung die Ausschüsse des Deutschen Bundestages über die Ergebnisse. Die Berichte der Bundesregierung zu den G7/G8- und G20-Gipfeln der vergangenen Jahre finden Sie unter "Berichte und Erklärungen der Bundesregierung".

Daneben gibt es ganzjährig Treffen auf verschiedenen Ebenen, beispielsweise auf Minister- und auf Expertenebene sowie der sogenannten Foreign Affairs Sous-Sherpas und der Politischen Direktoren, in denen die Staaten gemeinsame Positionen und Initiativen auf unterschiedlichen Politikgebieten abstimmen.

Welche Ziele verfolgt Deutschland beim G7-Gipfel?

Deutschland legt hohen Wert auf den Austausch mit den G7-Partnern zu aktuellen globalen Herausforderungen und Fragen mit dem Ziel eines möglichst gemeinsamen und koordinierten Vorgehens. Deutschland setzt sich für eine Stärkung des Multilateralismus sowie für ambitionierte Zusagen zu den zentralen globalen Fragen ein. Hierzu zählt die Reaktion auf die aktuelle Pandemie, auf Klimawandel, Biodiversitätsverluste, wirtschaftliche Themen wie das internationale Steuersystem und der Welthandel sowie gesellschaftliche Aspekte wie Gleichstellung und Demokratie. Wichtig ist auch, die Perspektive der Entwicklungsländer und vor allem Afrika im Blick zu behalten – die G7 hat hier eine globale Verantwortung.

Wie ist die G7/G8 entstanden?

Den ersten "Weltwirtschaftsgipfel", aus dem dann später die G7 und die G8 entstanden, haben 1975 der frühere französische Präsident Valéry Giscard d'Estaing und der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt ins Leben gerufen. Die Staats- und Regierungschefs von Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Großbritannien und den USA – die Gruppe der Sechs – trafen sich zu einem Kamingespräch auf Schloss Rambouillet in Frankreich.

Arbeitssitzung der Staats- und Regierungschefs

Rambouillet 1975

Foto: Bundesregierung/Schaack

Angesichts der ökonomischen Probleme in den 1970er-Jahren – erste Ölkrise und Zusammenbruch des Systems der festen Wechselkurse (Bretton Woods) – diente das Treffen einem Gedankenaustausch über Lösungsansätze. Die Teilnehmer stimmten sich über die internationale Wirtschaftspolitik ab und vereinbarten erste Maßnahmen, um dem anhaltenden weltweiten Abschwung zu begegnen.

1976 wurde Kanada in den Kreis der Teilnehmer aufgenommen und die Gruppe der Sieben traf sich erstmals zum Gipfel 1976 in Puerto Rico. Zunächst standen weiterhin währungspolitische Fragen im Vordergrund der Gespräche. Bereits 1977 kam es in London zu ersten Gesprächen zwischen der Europäischen Gemeinschaft und der G7. Seit dem Ottawa-Gipfel 1981 nahm die Europäische Gemeinschaft regelmäßig an allen Arbeitssitzungen teil.

In den 1980er-Jahren erweiterte sich das Interesse der G7 auf außen- und sicherheitspolitische Themengebiete. Herausforderungen wie der langjährige Iran-Irak-Konflikt sowie die Besetzung Afghanistans durch die Sowjetunion beeinflussten die Themen der Treffen.

Nach der Überwindung der Ost-West-Konfrontation wurde 1991 erstmals der damalige sowjetische Generalsekretär Gorbatschow zu Gesprächen am Rande des Londoner Gipfels eingeladen. Auf dem Gipfel von Birmingham 1998 konstituierte sich schließlich die Gruppe der Acht: Russland wurde Mitglied.

Aufgrund der Verletzung der Souveränität und territorialen Unversehrtheit der Ukraine durch Russland haben die Staats- und Regierungschefs der G7 am 24. März 2014 beschlossen, sich künftig wieder ohne Russland im G7-Kreis zu treffen. Die G7 unterstrichen damit, dass sie eine Wertegemeinschaft sind, die den Bruch des Völkerrechts nicht unwidersprochen hinnimmt.

Im Jahr 2015 übernahm Deutschland zum zweiten Mal die G7-Präsidentschaft. Der Gipfel fand am 4./5. Juni 2015 in Schloss Elmau statt. Nähere Informationen finden Sie unter "Deutsche G7-Präsidentschaft". Die letzten drei G7-Gipfel fanden in Italien (2017 in Taormina), Kanada (2018 in La Malbaie) und Frankreich (2019 in Biarritz) statt. 2020 fand in der Corona-Pandemie unter US-Vorsitz kein physisches Gipfeltreffen statt, sondern lediglich zwei Videokonferenzen der G7-Staats- und Regierungschefs. Der G7-Gipfel 2021 findet vom 11.-13. Juni 2021 in Carbis Bay/Großbritannien statt.

Sind Treffen im G7-Format noch zeitgemäß?

Die G7 ist die Gruppe führender Volkswirtschaften und Demokratien. Gerade die aktuelle Corona-Pandemie hat deutlich gemacht, wie wichtig globale Abstimmung und gemeinsames Vorgehen mit unseren Partnern sind. G7 bietet einen wichtigen informellen Rahmen, um wichtige globale Fragen zu adressieren, neben dem G20-Format. Dies hat sich bereits beim virtuellen G7-Treffen im Februar gezeigt, und auch bei zahlreichen Gipfeln der Vorjahre, beispielsweise 2015 in Deutschland/Elmau. Der Gipfel bietet zudem Gelegenheit zu bilateralem Austausch der Staats- und Regierungschefs.

Gibt es weitere Teilnehmer?

Neben G7-Staaten und EU sind Gastländer – im laufenden Jahr Australien, Indien, Republik Korea und Südafrika - und gegebenenfalls weitere Vertreter eingeladen. Den Teilnehmerkreis lädt die jeweilige Präsidentschaft ein.

Wird es eine Rückkehr zum G8-Format geben?

Eine Rückkehr zum G8-Format mit Russland steht nicht auf der Tagesordnung. Der Beschluss aus dem Jahr 2014, bis auf weiteres im G7-Format zu tagen, besteht fort und wird von allen G7-Partnern mitgetragen. Er hat seinen Grund in der fortdauernden völkerrechtswidrigen Annexion der Krim. Es liegt in der Hand der russischen Führung, diesen Zustand zu beenden. Eine erneute Erweiterung der G7 auf der Basis gemeinsamer Werte war und ist im Einvernehmen aller G7-Partner natürlich möglich. Zwischen 1998 und 2014 erfolgten die Treffen im Kreis der G8 mit Russland als zusätzlichem Mitglied.

Stand: Juni 2021

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