Gruppe der Zwanzig

Die G20

Die Gruppe der Zwanzig (G20) ist seit 2009 das zentrale Forum für die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit. Die führenden Industrie- und Schwellenländer stimmen sich dort über die notwendigen wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen ab.

Die G20 Staats- und Regierungschefs beim G20-Gipfel in Hamburg. 

Die G20 Staats- und Regierungschefs beim G20-Gipfel in Hamburg.

Foto: Bundesregierung/Güngör

Was ist die G20?

Die Gruppe der 20 (G20) ist nach dem Beschluss ihrer Staats- und Regierungschefs auf dem G20-Gipfel von Pittsburgh im September 2009 das zentrale Forum für die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit. Die G20 ist – wie die G7 – ein informelles Forum. Sie ist keine internationale Organisation, sie besitzt weder einen eigenen Verwaltungsapparat noch eine permanente Vertretung ihrer Mitglieder.

Treffen der G20 auf Ebene der Staats- und Regierungschefs:

JahrPräsidentschaftslandGipfelort
2008
USA
Washington, D.C.
2009
Vereinigtes Königreich
London
2009
USA
Pittsburgh, PA
2010
Kanada
Toronto
2010
Südkorea
Seoul
2011
Frankreich
Cannes
2012
Mexiko
Los Cabos
2013
Russland
Moskau
2013
Russland
Sankt Petersburg
2014
Australien
Brisbane
2015
Türkei
Antalya
2016
China
Hangzhou
2017
Deutschland
Hamburg
2018
Argentinien
Buenos Aires
2019
Japan
Osaka
2020
Saudi-Arabien
Riad
2021
Italien
N.N
2022
Indien
N.N.

Aufgrund der informellen Strukturen spielt die jeweilige G20-Präsidentschaft eine besonders wichtige Rolle, in ihren Händen liegen die Organisation, die Agenda des Gipfels sowie die Auswahl der Gäste.

Die G20-Staaten repräsentieren knapp über 80 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP), und des globalen CO2-Ausstoßes, drei Viertel des Welthandels und rund zwei Drittel der Weltbevölkerung.

Wer gehört zur G20?

Der G20 gehören 19 Staaten sowie die EU an. Die Länder sind: Argentinien, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Russland, Saudi Arabien, Südafrika, Südkorea, Türkei und die USA.

An den G20-Gipfeln nehmen regelmäßig außerdem auf Einladung der Präsidentschaft internationale Organisationen teil, unter anderem der Internationaler Währungsfonds (IWF), die Weltbank (WB), der Finanzstabilitätsrat (FSB), die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die Welthandelsorganisation (WTO), die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) und die Vereinten Nationen (UN).

Darüber hinaus kann die Präsidentschaft weitere Staaten und Regionalorganisationen einladen. Bisher wurden regelmäßig Spanien und die Vorsitzenden von Afrikanischer Union und NEPAD (New Partnership for Africa's Development), ASEAN (Association of Southeast Asian Nations) sowie weitere wechselnde Gäste eingeladen.

Wie entstand die G20?

Ursprünglich, als Reaktion auf die Finanzkrise der 90er Jahre in Asien, beschlossen die G7-Finanzminister 1999 die Durchführung von G20-Treffen auf Ebene der Finanzminister und Notenbankchefs aus den führenden Industrie- und Schwellenländern. Das Gründungstreffen fand im Dezember 1999 in Berlin unter deutschem Vorsitz statt.

Unter dem Eindruck der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise beschlossen die Staats- und Regierungschefs der G20-Länder im Herbst 2008, das G20-Format zu einem Austausch auch auf ihrer Ebene zu nutzen. Sie kamen zum ersten Gipfeltreffen 2008 in Washington (USA) zusammen. Sie erstellten einen Maßnahmenkatalog, um in der Krise deutlich gewordene Schwächen des Weltfinanzsystems möglichst rasch mit geeigneten Reformen zu beseitigen und die Folgen der Krise für die Realwirtschaft einzudämmen.

Seit dem G20-Gipfel von Pittsburgh 2009 ist die G20 das zentrale informelle Forum für die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit, ursprünglich mit einem klaren Krisenfokus. Inzwischen hat sich die Agenda sehr verändert. Die G20 wendet sich immer stärker auch der Entwicklung von langfristigen Lösungen für weitere globale Herausforderungen zu. Fragen im Bereich der Klima- und Energiepolitik, des Handels und der Ernährungssicherung sowie der Arbeitsmarktpolitik haben an Bedeutung gewonnen. Seit dem Gipfel in Seoul 2010 beschäftigt sich die G20 auch mit den Auswirkungen ihrer Politik auf Entwicklungsländer und Unterstützungsmöglichkeiten.

Pandemien, Bedrohungen durch ansteckenden Krankheiten und Antibiotikaresistenten sind seit 2014 wichtige Themen für die G20. Beim damaligen Gipfel im australischen Brisbane einigten sich die Staats- und Regierungschefs erstmalig auf eine gemeinsame Erklärung dazu. Unter der deutschen G20-Präsidentschaft trafen sich dann auch ertsmals die Gesundheitsminister aller G20-Teilnehmer und führten u.a. eine praktische Pandemieübung durch.

2016 hat China unter seiner Präsidentschaft die Digitalisierung zu einem weiteren Schwerpunkt der G20 erklärt. Die G20 starteten daraufhin eine gemeinsame Initiative zur Entwicklung der digitalen Wirtschaft und zur Zusammenarbeit in diesem Bereich. Deutschland führte diese Initiative fort und es kam unter deutschem G20-Vorsitz erstmals zu einem Treffen der G20-Digitalminister.

2018  trafen sich die Staats- und Regierungschefs in Buenos Aires, 2019 im japanischen Osaka. 2020 hat Saudi-Arabien die Präsidentschaft inne, der G20-Gipfel wird am 21. und 22. November 2020 in Riad stattfinden.

Wie arbeitet die G20?

Der sichtbarste Teil des G20-Prozesses sind die Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs, deren Organisation und Vorbereitung in den Händen der jeweiligen Präsidentschaft liegen.

Im Vorfeld der Gipfeltreffen entwickelt sich zwischen den Regierungen ein dichter Prozess der politischen Abstimmung auf verschiedenen Arbeitsebenen. So gibt es Arbeitsgruppen zu speziellen Fachthemen und teilweise Ministertreffen.

Die Themen für den Gipfel werden durch die "Sherpas" vorbereitet, die sich mehrmals im Jahr treffen. Deutscher G7- und G20-Sherpa ist der wirtschafts- und finanzpolitische Berater der Bundeskanzlerin, Professor Lars-Hendrik Röller, (Persönlicher Beauftragter der Bundeskanzlerin für die G7- und G20-Gipfel).

Die Gipfeltreffen bieten die Möglichkeit, Gipfelerklärungen (Kommuniqués) mit den wichtigsten Ergebnissen sowie teilweise begleitende Erklärungen, Initiativen, Berichte und Arbeitspläne herauszugeben, sowie die Gelegenheit zum persönlichen Austausch zwischen den Staats- und Regierungschefs. Die Gipfelerklärungen der G20 finden Sie unter der Übersicht der Gipfeldokumente der G7/G8 und G20.

Kontakt mit Interessengruppen und Nicht-G20-Ländern

Der Dialog mit Interessengruppen und Nicht-G20-Ländern ist der Bundesregierung ein wichtiges Anliegen. Die Verantwortung dafür liegt bei der jeweiligen G20-Präsidentschaft.

Auch die Bundesregierung bindet die Zivilgesellschaft und weitere Interessensgruppen sowie Nicht-G20-Länder umfassend in die Vorbereitungen zu den G20-Gipfeln ein. So treffen die Bundeskanzlerin und der deutsche Sherpa regelmäßig Vertreter von Nichtregierungsorganisationen, um mit diesen über G7- und G20-Themen zu sprechen.

Nach jedem Gipfel informiert die Bundesregierung die Ausschüsse des Deutschen Bundestages sowie die Öffentlichkeit über die Ergebnisse des Treffens. Die Berichte der Bundesregierung zu den G7- und G20-Gipfeln der vergangenen Jahre finden Sie unter Berichte und Erklärungen der Bundesregierung.

Stand: Januar 2020

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