Fragen und Antworten zum Klimaschutz

Der Klimawandel ist überall zu spüren: Hitzewellen, Dürren, Überschwemmungen, Stürme, Naturkatastrophen nehmen zu. Schuld daran sind die Menschen – vor allem in den Industriestaaten. Die Bundesregierung will mit ihrer Klimapolitik diesen Wandel stoppen. 

Warum ist ein stabiles Erdklima so außerordentlich wichtig?

Die besondere Zusammensetzung der Atmosphäre hält die Temperatur auf der Erdoberfläche konstant auf einem Niveau. Hier entfaltet sich unsere natürliche Lebenswelt. Diese Wirkung beruht auf dem so genannten natürlichen Treibhauseffekt. Verursacht wird dieser durch die in der Atmosphäre enthaltenen Spurengase. Bezeichnet werden diese auch als Treibhausgase. Die Treibhausgase verhindern die Wärmerückstrahlung von der Erdoberfläche in das All. Und zwar so weit, dass auf unserem Planeten statt eisiger Weltraumkälte eine durchschnittliche Temperatur von 15 Grad Celsius herrscht.

Wodurch verändert sich das Klimagleichgewicht?

Die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre, vor allem die des Kohlendioxids (CO2), ist in den letzten 150 Jahre zu stark angestiegen. Industrie, Haushalte, Verkehr, Landwirtschaft und Abholzung von Wäldern erhöhen den Anteil an Treibhausgasen fortlaufend. Unsere Atmosphäre heizt sich deshalb unnatürlich stark auf. Auch die Durchschnittstemperatur auf der Erdoberfläche ist bereits höher. Vor allem die Industriestaaten sind für diesen zusätzlichen, unnatürlichen Treibhauseffekt verantwortlich.

Welche Auswirkungen hat die Erderwärmung?

Die durch den Menschen verursachten Klimaveränderungen werden die natürliche und menschliche Lebenswelt ganz erheblich beeinträchtigen. Klimaexperten sagen eine Häufung extremer Wetterverhältnisse wie Wirbelstürme und Dürreperioden vorher.

Es muss damit gerechnet werden, dass der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 um 10 bis 90 cm ansteigen wird. Die Erwärmung der Erdoberfläche wird die Überflutung ganzer Inselstaaten und zahlreicher tiefgelegener Küstenregionen zur Folge haben.

Wüsten werden sich bilden - insbesondere in den warmen äquatorialen Klimazonen wird der Boden austrocknen.

Die Artenvielfalt wird unter dem Klimawandel leiden, die Nahrungsmittelproduktion schwieriger. Das wird vor allem die treffen, die heute schon hungern – Menschen in Entwicklungsländer.

Tropenkrankheiten werden dort zur Gefahr, wo sie heute noch niemand kennt.

Wie verteilt sich der Ausstoß auf die einzelnen Staaten?

Im internationalen Vergleich schneidet Deutschland in Fragen des Klimaschutzes besser ab als andere Industrieländer. Ziel ist, die Treibhausgasemissionen in Deutschland im Zeitraum 2008 bis 2012 um 21 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren.

Mit 75 Prozent des gesamten Minderungsziels ist Deutschland auch in der Europäischen Union (EU) Spitzenreiter im Klamaschutz. Einigen Staaten der EU wird wirtschaftlicher Nachholbedarf eingeräumt. Sie können ihre Treibhausgasemissionen sogar steigern. Während Deutschland seine Treibhausgase abbaut, wird, beispielsweise Spanien ein Zuwachs von 15 Prozent zugestanden.

Bedenken muss man dabei, dass die Anteile an den energiebedingten CO2-Emissionen äußerst unterschiedlich verteilt sind. So machen allein die 30 OECD-Staaten (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) mehr als die Hälfte der CO2-Emissionen aus.

Nahezu zwei Drittel des Treibhausgas-Anstiegs zwischen 1990 und 2004 fallen auf die USA und die Schwellenländer China und Indien. Die EU verursacht 15 Prozent der weltweiten energiebedingten CO2 -Emissionen. Damit will die  EU – allen voran Deutschland - die Staaten außerhalb der Europäischen Union ermutigen, CO2-Emmissionen abzubauen.

Welche Maßnahmen sind bisher gegen den Klimawandel ergriffen worden?

Bereits auf dem Weltgipfel in Rio 1992 kamen die Staaten überein, die Treibhausgasemissionen weltweit zu stabilisieren. Festgeschrieben ist dies in der Klimarahmenkonvention. 1997 einigte sich die Weltgemeinschaft mit dem „Kyoto-Protokoll“ auf verbindliche Ziele und Maßnahmen zum Klimaschutz.

Das Kyoto-Protokoll legt globale Obergrenzen für die Emission von Treibhausgasen fest. Die Industrieländer erkannten ihre Verantwortung für die Erderwärmung an. Sie machten den ersten Schritt, indem nur sie für die Periode 2008 bis 2012 Verpflichtungen übernahmen. Fünf Prozent Treibhausgasminderung gegenüber 1990 sagten sie zu. Deutschland verpflichtete sich sogar auf 21 Prozent, die EU insgesamt: auf acht Prozent.

Das Kyoto-Protokoll wirkt: Deutschland hat bis heute bereits knapp 19 Prozent Treibhausgase eingespart.

Wie sehen die künftigen internationalen Klimaschutzmaßnahmen aus?

Die Bundesregierung setzt sich intensiv dafür ein, dass die Staatengemeinschaft ein neues Klimaabkommen aushandelt, welches an das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll anschließt und dieses auf eine breitere Basis stellt. Die Verhandlungen hierzu starten Ende 2007 auf der Weltklimakonferenz in Bali und müssen bis 2009 abgeschlossen sein, damit das neue Abkommen rechtzeitig in Kraft treten kann. Inhaltlich geht es vor allem um verbindliche Nachfolgeregelungen, die den Ausstoß von Treibhausgasen so senken, dass eine Erderwärmung von mehr als maximal 2,5 Grad vermieden wird. Wichtig ist, dass alle Staaten, die CO2 im größeren Maßstab ausstoßen, sich daran beteiligen, d. h. z. B. auch die USA, Australien, Indien und China.

Die Bundesregierung hat im Rahmen ihrer EU-Rats- und der G-8-Präsidentschaft wesentliche Impulse für „Kyoto II“ gegeben. Im März 2007 beschloss der EU-Frühjahrsrat unter deutschem Vorsitz, die CO2-Emissionen bis 2020 um 20 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Wenn andere Staaten sich vergleichbare Ziele setzen, wird die EU um 30 Prozent reduzieren. Weiterhin haben die EU-Staats- und Regierungschefs angekündigt, die Energieeffizienz um 20 Prozent und den Anteil der Biokraftstoffe am Gesamtverbrauch von Diesel und Benzin um 10 Prozent zu erhöhen. Mit diesem ambitionierten Klimaschutzpaket hat Europa ein wichtiges Signal an die Weltgemeinschaft gesendet und seine Vorreiterrolle in Sachen Klimaschutz ausgebaut.

Der G-8-Gipfel in Heiligendamm brachte den Durchbruch, was den Kreis der Akteure jenseits der EU anbelangt. Erstmals haben sich alle führenden Industriestaaten auf die Notwendigkeit des Ziels verständigt, die globalen Treibhausgas-Emissionen bis 2050 zu halbieren. Zentrale Plattform der Verhandlungen sollen die Vereinten Nationen (UN) sein, in deren Rahmen auch das Kyoto-Protokoll entstand. In den UN-Prozess sollen auch die großen Schwellenländer eingebunden werden. Damit sitzen die größten Verursacher von Treibhausgasen außer Europa: i. e. die USA, China und Indien, mit am Verhandlungstisch.

Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung ergriffen, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken?

Der CO2-Emissionshandel ist ein Weg, das Klima zu schützen. Deshalb wirkt die Bundesregierung an der Einführung eines EU-weiten Emissionshandelssystems für den Flugverkehr mit. Ebenfalls geht es um eine Schadstoffobergrenze für Autos in der EU.

In Deutschland wird Biokraftstoff seit 1. Januar 2007 weniger besteuert. Zudem gibt es eine Quote für Biokraftstoffe bei Benzin und Diese.

Wer sein Haus energiesparend saniert, kann dafür zinsgünstige Kredite bekommen. Dafür sorgt das CO2-Gebäudesanierungsprogramm mit 1,4 Milliarden Euro Fördersumme jährlich. Die Energieeinsparverordnung (EnEv) setzt neue Standards bei der Energieeinsparung für Neubauten. Der zulässige Energiebedarf der Gebäude wird um rund 30 Prozent gesenkt. Damit ist künftig das Niedrigenergiehaus die Regel.

Ab 2008 wird ein Energiegebäudepass auch für ältere Immobilien und für Bundes-Gebäude eingeführt. Die Energiestandards für Neubauten sollen in einer weiteren Novelle der Energieeinsparverordnung nochmals verschärft werden.

Die Bundesregierung wird die europäische Ökodesign-Richtlinie umsetzen. Diese sieht die umweltgerechte Konstruktion von Elektrogeräten aller Art vor.

Die Bundesregierung vergibt zudem Fördermittel für:

  • Modernisierung von Kraftwerken,
  • Förderung von Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien,
  • Erhaltung, Modernisierung und Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung,
  • Klima-, Energie- und Technologieforschung,
  • Forschung und Entwicklung von nachwachsenden Rohstoffen.

Die Bundesregierung wird noch 2007 ein integriertes Energie- und Klimaschutzprogramm auf den Weg bringen. Mit diesem weiteren Maßnahmenpaket setzt sie die Beschlüsse der Europäischen Union vom März 2007 um. Um eine 40-prozentige Reduktion der Treibhausgase gegenüber 2020 zu erreichen, müsste Deutschland bis dahin seinen Treibhausgas-Ausstoß um 270 Mio. Tonnen CO2 gegenüber 2006 vermindern. Dieser Beitrag wäre von deutscher Seite zu leisten, sollte die EU ihr 30-Prozent-Ziel verwirklichen.

Dies ist machbar – vor allem mit einer ambitionierten Steigerung der Energieeffizienz, einem massiven Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung und der Erneuerbaren Energien, offensiver Forschung und Entwicklung.

Wie kann ich einen Beitrag zum Klimaschutz leisten?

Im Haushalt entfallen ca. 70 Prozent der genutzten Energie auf Heizenergie. Allein das Absenken der Raumtemperatur um nur ein Grad Celsius reduziert den Bedarf an Heizenergie um 6 Prozent.

Über 10 Prozent des Stromverbrauchs kann im Durchschnitt jeder Haushalt durch den Verzicht auf Stand-by-Funktionen von Fernseher, CD-Player, Computer und anderen Elektrogeräten einsparen.

Bereits beim Neukauf elektronischer Geräte sollte auf den Energieverbrauch geachtet werden. Bei Kühl- und Gefrierschränken kann der Bedarf um das Zwei- bis Dreifache variieren.

Der Einsatz von Energiesparlampen lohnt sich. Sie verbrauchen 80 Prozent weniger Strom als Glühlampen.

Kurze Strecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad schonen nicht nur das Klima, sondern auch den Geldbeutel. Und wenn die Nutzung des Autos nicht zu vermeiden ist, möglichst defensiv fahren und nicht rasen. Bei Tempo 160 km/h ist der Kraftstoffverbrauch um rund 50 Prozent höher als bei 120 km/h.

Wo kann ich mich ausführlicher über den Klimaschutz informieren?

 

Informationen zum Klimaschutz können abgerufen werden unter:

   - www.bmu.de

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