EU-Gesundheitsbehörde – ein wichtiger Helfer in der Pandemie

Fragen und Antworten zum ECDC EU-Gesundheitsbehörde – ein wichtiger Helfer in der Pandemie

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten leistet einen wichtigen Beitrag, um die Pandemie zu bewältigen. Das Europäische Parlament und der Rat der EU-Staaten haben sich jetzt darauf geeinigt, das Mandat der Behörde deutlich auszuweiten. Was Sie über die EU-Agentur wissen müssen. 

ECDC im schwedischen Solna

Das ECDC im schwedischen Solna unterstützt die Gesundheitsbehörden und -institute in den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten.

Foto: EC - Audiovisual Service/CC BY 2.0, 2020

Was ist das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC)?

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (European Centre for Disease Prevention and Control, kurz ECDC) ist eine 2005 gegründete Agentur der Europäischen Union. Sie ist neben der Europäischen Arzneimittelagentur (European Medicines Agency, kurz EMA) die zweite wichtige Einrichtung der EU im Gesundheitsbereich. Das ECDC soll europaweit Infektionskrankheiten überwachen und Informationen dazu an die EU-Mitgliedsstaaten weitergeben. 

Der Sitz des ECDC ist im schwedischen Solna, nahe Stockholm. Geleitet wird das Zentrum mit 280 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von der deutschen Medizinerin Dr. Andrea Ammon.

Was sind die Aufgaben des ECDC?

Entsprechend der gesetzlichen Grundlage identifiziert und bewertet das EDCD Infektionskrankheiten, darunter beispielweise HIV- oder Covid-19-Infektionen. Die Arbeit ist darauf ausgerichtet, die Gesundheitsbehörden und -institute in den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten zu unterstützen. In Deutschland arbeitet das ECDC etwa mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) zusammen. 

Um diese Unterstützung leisten zu können, widmet sich das ECDC besonders drei Aufgaben:

  • Erstens sammelt das Zentrum umfassend wissenschaftliche und technische Daten über derzeit 57 Infektionskrankheiten.
  • Zweitens werden mit Hilfe dieser Daten Studien und andere Fachpublikation erstellt, die unter anderem die aktuellen Risiken bewerten.
  • Auf deren Grundlage werden, drittens, Informationen für die EU-Mitgliedsstaaten erarbeitet, die auch Handlungsoptionen aus wissenschaftlicher Sicht darlegen. 

Die Europäische Union hat im Bereich Gesundheit nur beschränkte Kompetenzen. Grundsätzlich ist jedes Land für die Organisation und Finanzierung seines Gesundheitswesens selbst zuständig. Das ECDC nutzt Informationen, um gemeinschaftliches Handeln zu koordinieren – stets auf freiwilliger Basis. 

Die Kompetenzen des ECDC werden erweitert. Was ist neu?

Das Europäische Parlament und der Rat der EU-Staaten haben sich am 29. November darauf geeinigt, das Mandat der ECDC zu erweitern und die Behörde damit zu stärken. Das ECDC kann künftig die EU und ihre Mitgliedstaaten besser bei der Prävention und Bekämpfung von Bedrohungen durch übertragbare Krankheiten unterstützen.

Geplant ist unter anderem eine ständig einsatzbereite Taskforce „Gesundheit“. Sie soll die Behörden in den Mitgliedsstaaten bei der Vorsorgeplanung und bei der Reaktion auf Ausbrüche übertragbarer Krankheiten vor Ort unterstützen. Das ECDC wird zudem eine digitale Plattform bereitstellen, durch die epidemische Lagen intensiv überwacht werden können.  Neu ist auch die Möglichkeit,  nicht bindende Empfehlungen für den Umgang mit übertragbaren Krankheiten abzugeben.

In ihrem Vorschlag für eine Europäische Gesundheitsunion vom November 2020 konzentrierte sich die Europäische Kommission auf Krisenvorsorge- und Krisenreaktionsmaßnahmen, einschließlich der Überarbeitung des Mandats des ECDC. Der Vorschlag für ein gestärktes Mandat der Europäischen Arzneimittel-Agentur wurde als erster der krisenbezogenen Vorschläge angenommen.

Wie war das ECDC bereits in die Bewältigung der Corona-Pandemie eingebunden?

Das ECDC erfasst und analysiert täglich die weltweit epidemiologische Situation. Die Ergebnisse werden auf der Webseite zur Verfügung gestellt. Jeden Tag werden die wichtigsten Informationen intern vorgestellt und zu einem Bericht für EU-Kommission und nationale Gesundheitsbehörden zusammengefasst. Am Ende jeder Woche wird ein Bericht veröffentlicht. Diese Informationen sollen die EU und ihre Mitgliedstaaten bei der Bekämpfung der Pandemie unterstützen. 

Somit erstellt das ECDC Risikobewertungen, die auch Optionen für Prävention und mögliche Gegenmaßnahmen in der Corona-Pandemie enthalten. Das Zentrum steht dabei im engen Austausch mit den EU-Institutionen und besonders den EU-Mitgliedstaaten, die für das Risikomanagement zuständig sind. Auch hat das ECDC beispielsweise die Mitgliedsstaaten bei der Vernetzung ihrer Corona-Warn-Apps unterstützt.