Der Sparplan für die Energiewende

Energieeffizienz und Energiesparen

Die billigste und klimafreundlichste Kilowattstunde ist die, die man nicht verbraucht.

Was bedeutet "Energieeffizienz"?

Energieeffizienz ist das Verhältnis des Einsatzes einer bestimmten Energiemenge zu ihrem Nutzen. Je weniger Energie eingesetzt werden muss, umso energieeffizienter ist ein Produkt oder eine Dienstleistung. Beispiel: eine 60-Watt-Glühbirne kann mit einer Kilowattstunde 17 Stunden lang leuchten, eine Energiesparlampe mit derselben Menge 90 Stunden. Die Energiesparlampe ist also energieeffizienter.

Für eine erfolgreiche Energiewende ist entscheidend, sowohl die Energieeffizienz zu steigern als auch den absoluten Energiebedarf zu senken. Deswegen hat die Bundesregierung in ihrem Energiekonzept das Ziel gesetzt, den Stromverbrauch in Deutschland bis 2020 um zehn Prozent und bis 2050 um 25 Prozent zu verringern (verglichen mit dem Wert von 2008). Im Verkehr soll der Endenergiebedarf bis 2050 um 40 Prozent (im Vergleich zu 2005) sinken. Im Gebäudebereich soll sich der Heizwärmebedarf bis 2020 um 20 Prozent vermindern und der Primärenergiebedarf bis 2050 um 80 Prozent.

Wie trägt Energieeffizienz zur Energiewende bei?

Energieeffizienz und Energiesparen sind für das Gelingen der Energiewende unverzichtbar. Auch angesichts des wachsenden Energiehungers auf der Welt und steigender Energiepreise gilt: Energie ist zu kostbar, um sie zu verschwenden. Energieeffizienz bildet den Grundstein, auf dem der Ausbau der Erneuerbaren Energien erfolgt. Auch die Erneuerbaren Energien sind mit Umwelteinwirkungen verbunden. Deshalb ist die umweltschonendste Energie die, die man gar nicht erst verbraucht, weil diese nicht erzeugt und transportiert werden muss.

Doch es gibt immer noch zahlreiche Hemmnisse, die einer Steigerung der Energieeffizienz entgegenstehen. So wissen beispielsweise viele private Haushalte oder Unternehmen nicht, dass sie über Möglichkeiten zur Verbesserung ihrer Energieeffizienz verfügen und sich das in vielen Fällen auch finanziell rechnet.

Auch die Treibhausgas-Emissionen könnten durch mehr Energieeffizienz bis 2020 um bis zu 130 Millionen Tonnen gesenkt werden. Mehr als die Hälfte davon (etwa 70 Millionen Tonnen) entfällt auf Stromsparmöglichkeiten von etwa 110 Terrawattstunden.

Die Bundesregierung setzt deshalb in der Energiewende auf effektive Instrumente, um Energieeffizienz zu fördern und ein Bewusstsein bei den Energieverbrauchern dafür zu schaffen, was sie selbst tun können.

Wie fördert die Bundesregierung Energieeffizienz?

Die Bundesregierung unterstützt Unternehmen, Kommunen und private Haushalte dabei, ihre Energiebilanz zu verbessern - unter anderem über verschiedene Förderprogramme zur individuellen Energieberatung. Angebote gibt es zum Beispiel bei den Verbraucherzentralen (Beratung in den Zentralen und zu Hause), bei der KfW-Bank (Energieberatung im Mittelstand) und bei der Caritas (Stromspar-Check).

Speziell an Unternehmen richten sich Projekte wie die Klimaschutzpartnerschaft mit Industrie- und Handelskammern (siehe unten) und das Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft. Gesetzliche Auflagen sollen die Bemühungen zu mehr Energieeffizienz in der Wirtschaft flankieren (siehe unten).

Auch in der Forschungsförderung spielen energieeffiziente Fertigungstechnologien und deren Einsatz in der Produktion eine wichtige Rolle. Das 6. Energieforschungsprogramm konzentriert sich in puncto Energieeffizienz auf vier Schwerpunkte:

  • Reduktion des Energieeinsatzes im Prozess durch Entwicklung und Einsatz neuer Verfahren und Materialien in energieintensiven Industriebranchen,

  • Optimierung bestehender Prozesse durch Adaption von Prozessparametern, Substitution von Betriebsstoffen, Einsatz neuer oder verbesserter Komponenten und durch Reorganisation,

  • effizienter Umgang mit elektrischer Energie auf der Verbraucherseite, aber auch bei der dezentralen Erzeugung,

  • Querschnittfragen zum effizienten Einsatz von Strom und Abwärme sowie prozessübergreifendes Energiemanagement.

Ein weiteres Handlungsfeld ist die energetische Gebäudesanierung privater Haushalte. Die Bundesregierung unterstützt Bauherren und Eigentümer, ihre Gebäude energieeffizient zu sanieren, um den CO2-Ausstoß zu verringern und Energie einzusparen. Über die KfW werden Haus- und Wohnungseigentümer durch das Förderprogramm "Energieeffizient Sanieren" mit zinsgünstigen Krediten beziehungsweise Zuschüssen bei der Finanzierung ihrer Sanierungsmaßnahmen unterstützt. Für das Gebäudesanierungsprogramm der KfW stellt die Bundesregierung seit 2012 jährlich 1,5 Milliarden Euro aus dem Energie-und Klimafonds zur Verfügung.

Was macht die Bundesregierung, um Energieeffizienz gerade in der Wirtschaft zu stärken?

Die Bundesregierung versucht, Wirtschaftsunternehmen über Beratungs- und Fortbildungsprogramme für Energieeffizienz zu sensibilisieren. Schätzungen zufolge liegt das Einsparpotenzial zwischen 25 (Lüftungsanlagen) und 70 Prozent (Beleuchtung).

Die Klimaschutzpartnerschaft mit Industrie- und Handelskammern hat es sich zum Ziel gesetzt, diese gerade auch in mittelständischen Unternehmen breit vorhandenen, kostengünstigen Potenziale für Klimaschutz und Energieeffizienz stärker zu erschließen. Innovative Technologien sollen in der betrieblichen Praxis engagiert vorangetrieben werden. Im Rahmen der Initiative Energieeffizienz Mittelstand erhalten Betriebe Zuschüsse zu einer Erst- oder Detailberatung in Höhe von 80 beziehungsweise 60 Prozent der Kosten.

Seit dem 1. Oktober 2012 fördert die Bundesregierung darüber hinaus Investitionen, die den Einsatz hocheffizienter Querschnittstechnologien in kleinen und mittleren Unternehmen als Ersatz für veraltete Technik zum Inhalt haben. Die Zuschüsse betragen bis zu 30 Prozent des förderfähigen Investitionsvolumens.

Im Sommer 2012 hat die Bundesregierung einen Gesetzentwurf im Steuerrecht verabschiedet. Mit der Neuregelung des so genannten Spitzenausgleichs bei der Strom- und Energiesteuer erhalten Unternehmen diesen Ausgleich nur noch dann, wenn sie Energie- oder Umweltmanagement-Systeme einführen.

Mit der Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes hat die Bundesregierung 2012 die Abwärmenutzung der Nutzung von KWK-Wärme gleichgestellt. Im Marktanreizprogramm sind seit August 2012 auch Wärmenetze, die Abwärme nutzen, förderfähig. Damit sollen die großen vorhandenen Potenziale zur Energieeinsparung durch Abwärmenutzung besser genutzt werden.

Wie spart die Bundesregierung selbst Energie, zum Beispiel in ihrer Verwaltung?

Sowohl beim Neubau als auch bei der täglichen Verwaltung der öffentlichen Gebäude spielen Ressourcenschonung und Energieeinsparung für die Bundesregierung eine große Rolle. Das entspricht auch den energie- und umweltpolitischen Zielsetzungen der Europäischen Union.

Die Bundesregierung nimmt bei der Nutzung bestehender Gebäude wie bei der Errichtung von Neubauten eine Vorbildfunktion ein. Bei Bundesbauten soll der Wärmebedarf bis 2020 um 20 Prozent (gegenüber 2010) sinken. Bis 2050 soll ein nahezu klimaneutraler öffentlicher Gebäudebestand erreicht sein. Das "Energieeinsparprogramm Bundesliegenschaften" wird weitergeführt. Alle Neubauten des Bundes werden ab 2012 nach dem so genannten Niedrigenergiegebäude-Standard errichtet. Dabei sollen auch stärker Erneuerbare Energien zur Wärmeproduktion zum Einsatz kommen.

Ein Beispiel ist der Neubau des Bundesumweltministeriums in Berlin. Als erste Bundesbehörde arbeitet das Ministerium seit Sommer 2011 in einem Niedrigenergie- und Passivhaus.

Auch in puncto Beschaffung setzt die Bundesregierung auf Energiesparen. Im Maßnahmenprogramm "Nachhaltigkeit konkret in Verwaltungshandeln umsetzen" von 2010 hat sie sich hierzu verpflichtet: Zum Beispiel beachtet sie höchste Energieeffizienzklassen bei Bürogeräten. Seit 2009 ist der Energieverbrauch in der eigenen Informationstechnik schon um ein Viertel gesunken. Auch ein energie- und schadstoffarmer Fuhrpark ist ein Ziel.

Welche Maßnahmen sind die wichtigsten, um den Alltag energieeffizienter zu gestalten und langfristig Energie zu sparen?

Der Energieverbrauch von Wärme über Strom bis hin zum Verkehr lässt sich weiter reduzieren. Die größten Potenziale liegen im Gebäudebereich. Immerhin werden in Deutschland rund 40 Prozent der Endenergie in Gebäuden verbraucht, vorwiegend für Heizung und Warmwasser. Nach wie vor gelten 24 Millionen Wohneinheiten als energetisch sanierungsbedürftig. Hier hat die KfW mit ihren Förderprogrammen gute Möglichkeiten, die weitere Sanierung des Altbaubestands voranzutreiben und so den Energieverbrauch unmittelbar und nachhaltig zu reduzieren.

Vor einer Sanierung empfiehlt es sich in jedem Fall, einen Energiesparberater zu Rate zu ziehen, der auch nach Hause kommt. Seine Analyse muss ein förderfähiges Sanierungskonzept zum Ergebnis haben. Dazu gibt es einen Zuschuss von 400 Euro zu den Beratungskosten.

Aber auch jenseits von Sanierungsmaßnahmen lässt sich im Haushalt Energie sparen. Hier bieten zum Beispiel die Verbraucherzentralen sowie Energie- und Klimaschutzagenturen kostentenlose Erstberatungen per Telefon oder online an. Kunden der lokalen Energieversorger erhalten in der Regel auch kostenlose Energiespartipps. Haushalte mit geringem Einkommen profitieren ebenfalls vom Stromspar-Check: Caritas und Energie- und Klimaschutzagenturen beraten kostenlos Empfänger von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld über Einsparmöglichkeiten und installieren kostenlose Sparhelfer.

Mehr Informationen:
Die Stromsparinitiative

Wie kann ich Heizenergie und damit Kosten sparen?

Mit Ihrem Verhalten können Sie die Höhe Ihrer Heizkosten maßgeblich beeinflussen und die Umwelt entlasten. Hier einige Tipps:

  • Öffnen Sie die Fenster mehrmals am Tag für fünf bis zehn Minuten ganz. Dies ist effektiver, als Fenster nur zu kippen, und spart Energie. Beim Lüften außerdem die Heizkörperventile schließen.

  • Um das Optimum aus den Heizkörpern herauszuholen, sollten sie frei stehen und nicht durch Möbel oder Vorhänge zugestellt sein.

  • Heizen Sie sparsam. Die Absenkung der Raumtemperatur um ein Grad bringt Ihnen rund sechs Prozent Energieeinsparung. Stufe drei entspricht in der Regel einer Temperatur von ca. 20 bis 21 Grad Celsius. Dreht man das Ventil auf den Stern, schließt sich das Ventil und öffnet nur bei Frostgefahr.

  • Nicht zu empfehlen: kühle Räume über wärmere Nachbarzimmer "mitzuheizen". Dadurch gelangt nicht nur Wärme, sondern auch Feuchtigkeit in den kühlen Raum – ideale Bedingungen für Schimmelpilz.

  • Regeln Sie die Temperatur Ihres Schlafzimmers nicht auf weniger als 16 Grad Celsius herunter, da es sonst zu Kondensation von Feuchtigkeit kommen kann.

  • Heizen Sie auch die Räume maßvoll, die kaum beziehungsweise nicht genutzt werden.

Einsparungen können sich darüber hinaus ergeben, wenn Sie die Heizungspumpe in Ihrem Haus inspizieren lassen. Herkömmliche Pumpen können die Stromrechnung belasten. Schätzungen zufolge beträgt der Stromverbrauch der installierten Heizungs- und Warmwasserpumpen etwa zwei Prozent des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland. Zudem sollte die Laufzeit der Pumpe optimal an den Bedarf angepasst und das Heizungssystem optimiert werden. So kann der Stromverbrauch Ihrer Heizungspumpe weiter gesenkt werden. Beim "hydraulischen Abgleich" zum Beispiel sorgt der Installateur dafür, dass alle Heizkörper im Heizkreis gleichmäßig mit Wärme versorgt werden. Dabei stellt er die Drosselventile an den Heizkörpern so ein, dass diese alle gleichmäßig durchströmt werden. Häufig reduziert das die Betriebszeiten vorhandener Pumpen.

Eine weitere Möglichkeit zum Sparen könnte sein, eine veraltete Heizungsanlage auszutauschen. Moderne Heizungsanlagen sparen Brennstoffe und stoßen regelmäßig deutlich weniger Schadstoffe aus als ältere Anlagen.

Der Staat fördert den Einbau neuer Heizungssysteme sowie die Optimierung der Wärmeverteilung bei bestehenden Heizungsanlagen. Mehr Informationen dazu erhalten Sie beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle und bei der KfW-Bankengruppe. Ansprechpartner sind auch Banken und Sparkassen.

Mehr Informationen:
Energiespartipps für Gebäude
Heizkosten sparen mit dem Energiespar-Ratgeber 

Wer trägt mehr Verantwortung fürs Stromsparen – Wirtschaft oder Verbraucher?

Beide. Politik und Verbände können nur geeignete Maßnahmen fördern und unterstützen. Die Verantwortung zum Stromsparen liegt letztendlich bei den Verbrauchern und den Unternehmen selbst.

Wo bekomme ich eine Energiesparberatung?

Eine Übersicht über die Energieberatungsprogramme für verschiedene Zielgruppen und die Fachleute dazu findet man auf der Seite des Bundeswirtschaftsministeriums.

Mehr Informationen:
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Unabhängige Fachleute, die in den Förderprogrammen des Bundes für Energieberatung und Planung und Baubegleitung von Effizienzhäusern zugelassen sind, findet man in der Energieeffizienz-Expertendatenbank für Förderprogramme des Bundes und bei den Verbraucherzentralen.

Mehr Informationen:
Energieeffizienz-Expertendatenbank
Verbraucherzentralen

Ich möchte Strom sparen. Was kann ich konkret im Haushalt tun?

Einige Beispiele:

Kühlen kostet: Den größten Stromverbrauch im Haushalt haben Kühlgeräte. Hier kann man ohne Investitionen um die 50 Euro sparen: Platzieren Sie Kühlschrank und Tiefkühltruhe an einer möglichst kühlen Stelle. Die Kühlschrankrückseite sollte mindestens fünf Zentimeter von der Wand entfernt stehen, so dass die Luft frei zirkulieren kann. Beim Kauf eines Kühlgeräts: Das Gerät sollte die Klasse A+++, mindestens aber A+ erreichen.

Beleuchtung: Vermeiden Sie Glühlampen und Halogenglühlampen. Besonders effizient sind Leuchtstoffröhren, LED-Leuchtdioden und Kompaktleuchtstofflampen (="Energiesparlampen"). LEDs eignen sich besonders für Räume, die oft, aber nur kurz benutzt werden, also zum Beispiel Flure oder Treppenhäuser.

Waschmaschine immer komplett füllen: Der Stromverbrauch eines älteren Modells ist in den meisten Fällen unabhängig von der Füllmenge und auch bei einer modernen Maschine mit Mengenautomatik wird beim Sparprogramm mit halber Füllung nur rund ein Drittel Energie gespart und nicht etwa die Hälfte. Trocknen Sie die Wäsche nicht im Trockner, sondern nach Möglichkeit an der Luft.

Wasserkocher statt Herd: Ein elektrischer Wasserkocher benötigt deutlich weniger Energie als das Erhitzen auf dem Herd. Dabei sollte immer nur so viel Wasser erhitzt werden, wie gerade benötigt wird.

Herd statt Ofen: Ein Backofen braucht bis zu viermal so viel Energie wie eine Kochstelle. Wenn möglich, ist der Herd dem Ofen vorzuziehen. Zum Aufbacken genügt oft auch ein Toaster.

Ofen sinnvoll nutzen: Wenn möglich, nutzen Sie Umluft, die Backtemperatur kann dann 20 bis 30 Grad niedriger eingestellt werden. Umluft ist somit effizienter als Ober- und Unterhitze. Vorheizen des Backofens ist bei neueren Öfen normalerweise nicht nötig – 20 Prozent Energie können so eingespart werden.

Induktionsplatte statt Elektroherd? Mit einem Anschlusswert von acht bis zehn Kilowatt ist ein Elektroherd der größte Stromfresser unter den Haushaltsgeräten. Ein moderner Gasherd benötigt halb so viel Energie wie ein strombetriebener Herd. Ein Glaskeramik-Kochfeld ist im Vergleich zu den klassischen Gusseisenplatten 10 bis 20 Prozent effizienter. Eine Induktionskochplatte verfügt über die beste Energieausnutzung.

Töpfe: Der Topf sollte genauso groß sein, wie die Herdplatte, der Topf- beziehungsweise Plattenboden sollte eben sein, damit der Kontakt zur Platte lückenlos ist. Ein gut schließender Deckel ist wichtig, damit möglichst wenig Dampf entweicht.

Spülmaschine statt Handspülen: Eine Spülmaschine ist um ein Vielfaches sparsamer als von Hand zu spülen. Vorspülen des Geschirrs, bevor es in den Geschirrspüler geräumt wird, ist unnötig. Grobe Essensreste zu entfernen, reicht vollkommen aus, und bei fest geschlossener Tür trocknen Speisereste auch nicht an. Erst Einschalten, wenn die Maschine voll ist.

Mehr Informationen:
Deutsche Energieagentur
Verbraucherzentralen

Wie findet man Stromfresser?

Den Stromverbrauch eines Gerätes findet man leicht mithilfe eines Strommessgeräts heraus. Solche Messgeräte werden von vielen Stromanbietern und den Verbraucherzentralen kostenlos verliehen. Der Preis eines Messgeräts liegt zwischen 10 und 50 Euro. Das Gerät wird zwischen Steckdose und Elektrogerät gesteckt. Der Stromtarif kann eingegeben werden. Angezeigt werden dann Stromverbrauch und -kosten. Wichtig ist, dass das Strommessgerät auch für kleinere Verbraucher geeignet ist.

Mehr Informationen:
Deutsche Energieagentur

Macht der Stromverbrauch durch Stand-by wirklich so viel aus?

Ja. Die Leerlaufverluste in deutschen Haushalten und Büros addieren sich. Nach Informationen der Deutschen Energie-Agentur verbrauchen Geräte, die rund um die Uhr an das Stromnetz angeschlossen sind und dabei zwischen 20 und 24 Stunden pro Tag im Bereitschaftsbetrieb bleiben, rund 485 Kilowattstunden Strom in Jahr. Im Haushaltsbuch schlägt sich das je nach Strompreis und Ausstattung mit bis zu 150 Euro pro Jahr nieder.

Auf den Stromverbrauch aller Privathaushalte bezogen machen Stand-by-Verluste mindestens elf Prozent des Stromverbrauchs aus. Hierfür zahlen die Privathaushalte zusammen rund 2,3 Milliarden Euro im Jahr. In Deutschland kommen so immerhin mindestens 14 Milliarden Kilowattstunden oder fast drei Prozent des gesamten Stromverbrauchs zusammen.

Schon ein paar kleine Tricks helfen, im Haushalt und in Unternehmen viel Geld zu sparen:

  • Stecker ziehen oder
  • Steckdosenleiste mit Strom-Kippschalter einrichten.
  • Intelligente Steckdosenleisten: diese schalten ein Gerät, das sich über längere Zeit im Stand-by-Modus befindet, automatisch ab und bei einer Wiederinbetriebnahme ein.
  • Den Bildschirm ausschalten, sobald man 5 bis 15 Minuten vom Computer abwesend ist.
  • Bei längeren Unterbrechungen lohnt sich bereits der Ruhezustand.
  • Anzahl der Geräte überprüfen: Jeder Unternehmer sollte sich die Frage stellen: Benötigt wirklich jeder einen eigenen Drucker oder genügt ein Netzwerkdrucker für mehrere Mitarbeiter?
  • Einzelgeräte gegen Multifunktionsgeräte austauschen, die Fax, Drucker, Kopierer und Scanner vereinen.
  • Es ist ein allgemeiner Trugschluss, dass der Bildschirmschoner den Stromverbrauch mindert.

Mehr Informationen:
Deutsche Energieagentur
Verbraucherzentralen

Was ist dran an der Behauptung, "Energiesparlampen sind wegen ihrer Quecksilber- und Phenolbelastung eher negativ zu beurteilen"?

Energiesparlampen enthalten in geringen Mengen Quecksilber, ebenso stabförmige Leuchtstofflampen (umgangssprachlich fälschlicherweise oft als "Neonröhren" bezeichnet). Hierfür gelten EU-weit einheitliche Grenzwerte. Bei Energiesparlampen sind dies derzeit maximal fünf Milligramm Quecksilber pro Lampe und bei stabförmigen Leuchtstofflampen je nach Typ zwischen fünf und zehn Milligramm. Der beste Stand der Technik liegt bei Energiesparlampen bereits bei 1,23 Milligramm.

Bei normalem Gebrauch und richtiger Entsorgung stellen Energiesparlampen kein Risiko dar, da das Quecksilber nicht freigesetzt wird. Zum richtigen Umgang mit zerbrochenen Energiesparlampen erhalten Sie beim Umweltbundesamt ausführliche Hinweise. Von entscheidender Bedeutung ist das ordnungsgemäße Lüften und Wegräumen der Scherben, damit Belastungen durch entweichendes Quecksilber minimiert werden.

Ausrangierte Energiesparlampen müssen wegen ihres Schadstoffgehaltes getrennt vom übrigen Hausmüll entsorgt werden. Es ist gesetzlich vorgeschrieben, sie bei Recyclinghöfen abzugeben oder in den Handel zurückzubringen.

Mehr Informationen:
Fragen und Antworten "Licht" des Umweltbundesamts

Stromanbieterwechsel - wie geht er?

Online-Datenbanken im Internet wie Verivox oder check24 helfen, Preise zu vergleichen und passende Anbieter zu finden. Haben Sie sich für einen neuen Anbieter entschieden, müssen Sie nur das Antragsformular ausfüllen und es per Mail oder Post versenden. Der neue Stromanbieter kümmert sich um alle Formalitäten, das heißt, auch um die Kündigung des bisherigen Stromanbieters. Sie erhalten dann eine Bestätigung des Wechseltermins vom neuen Anbieter, weitere Vertragsunterlagen und die Bestätigung der Kündigung des alten Anbieters. Für die Abrechnung benötigen beide Anbieter den aktuellen Zählerstand. Nach Ablauf der Kündigungsfrist von rund vier Wochen ist der Wechsel geschehen.

Mehr Informationen:
Verbraucherzentralen

Gibt es beim Wechsel eine Unterbrechung der Stromversorgung?

Nein. Beim Stromwechsel sitzen Sie nicht im Dunkeln. Es werden keine Leitungen getrennt, keine Zähler ausgewechselt. Der Strom kommt nach wie vor aus dem Netz des regionalen Stromnetz-Betreibers. Er ist gesetzlich verpflichtet, Sie zu beliefern, sollte es beim Anbieterwechsel zu Problemen kommen. Laut Stiftung Warentest funktioniert der Wechsel inzwischen weitgehend reibungslos.

Wer ist zuständig bei Störungen?

Um das Stromnetz nutzen zu dürfen, bezahlen Stromanbieter je übertragener Kilowattstunde eine Netznutzungsgebühr an den lokalen Netzbetreiber; diese Gebühren sind im Strompreis enthalten. Der lokale Netzbetreiber ist dafür verantwortlich, das Netz instand zu halten und muss bei Störungen informiert werden.

Soll ich zu einem Ökostrom-Anbieter wechseln? Ist Ökostrom teurer?

Welchen Anbieter von Strom man wählt, ist Sache jedes einzelnen Verbrauchers. Über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sind grundsätzlich alle Stromverbraucher über die EEG-Umlage zur Förderung der Erneuerbaren Energien beteiligt. Somit fördert jeder deutsche Stromverbraucher Erneuerbare Energien, unabhängig davon, ob er bei einem Ökostromanbieter seinen Strom bezieht oder nicht. Anbieter von Ökostrom arbeiten nach verschiedenen Modellen. Zertifizierte Ökostromanbieter investieren einen unterschiedlich großen Teil ihrer Einnahmen in den Bau neuer regenerativer Anlagen und erhöhen dadurch das Angebot an regenerativ produziertem Strom. Jeder Verbraucher muss selbst entscheiden, welche Kriterien ihm beim Strom wichtig sind, und prüfen, ob es Angebote gibt, die diesen Kriterien entsprechen.

Ökostrom muss für Endverbraucher nicht teurer sein als konventionell produzierter Strom. Er ist teilweise sogar billiger. Dies beruht allerdings darauf, dass es sich meist um kostengünstigen Strom aus alten Wasserkraftwerken im In- und Ausland handelt, der keinen wirklichen Beitrag zur Energiewende leistet. Echter Ökostrom, der aus nicht geförderten neuen Anlagen stammt, wäre spürbar teurer als der am Markt angebotene Ökostrom. Auf Vergleichsportalen können Tarife verglichen werden. 

Was sind RECS-Zertifikate?

Die Abkürzung RECS steht für "Renewable Energy Certificate System". Es dient dazu, einen europaweiten Ökostromhandel zu ermöglichen und die erneuerbaren Energien zu fördern. RECS-Zertifikate bestätigen, dass eine bestimmte Menge Strom regenerativ produziert und in das europäische Netz eingespeist wurde. Sie werden in 15 europäischen Ländern gehandelt.

Ein Stromanbieter, der Ökostrom anbieten möchte, aber nicht selbst produziert, kann RECS-Zertifikate zum Beispiel mit dem Zertifikat eines Wasserkraftwerks in Skandinavien kaufen. Er erwirbt damit das Recht, eine bestimmte Menge Strom als Ökostrom auszuweisen und zu verkaufen. Der Verkäufer der Zertifikate muss die entsprechende Menge seines Ökostroms im Gegenzug als konventionellen Strom deklarieren und verkaufen.

Wie kann ich als Verbraucher Ökostrom selbst produzieren?

Wer ein Haus hat, kann für sich prüfen, ob eine Photovoltaik- oder eine Mini-Kraft-Wärme-Kopplung-Anlage für ihn in Frage kommt. Eine andere Möglichkeit ist die Beteiligung an einer Energiegenossenschaft, zu der sich Bürger zusammenschließen. Viele Kommunen entwickeln Konzepte, um Energie vor Ort zu erzeugen, statt Strom und Wärme einzukaufen.

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