Deutschlandtourismus
Einfach sagen, wie und wohin man gern reisen würde und passgenaue Informationen zusammengestellt bekommen für ganz Deutschland? Mit allen Sehenswürdigkeiten vor Ort, Öffnungszeiten, Wanderwegen, Verkehrsmitteln und dem Wetter? Einen gigantischen Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel bedeutet der Launch des open-Data Projekts „Knowledge Graph“ der Deutschen Tourismus Zentrale und ihrer Partner.
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Die Felsformation Bastei im Nationalpark Sächsische Schweiz: Das open-Data Projekt „Knowledge Graph“ soll die Reiseplanung in Zukunft vereinfachen.
Foto: mauritius images / Günter Gräfenhain
Der Knowledge Graph ist das bisher größte Dateninfrastrukturprojekt für die Tourismusbranche in Deutschland. „Das ist ein Meilenstein auf dem Weg in die digitale Zukunft des Tourismus“, erklärte Petra Hedorfer, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Zentrale für Tourismus anlässlich des Launchs. „Der unternehmens-, länder- und branchenübergreifende Datenaustausch über ein solches System gilt jetzt bereits als Pionierleistung in der deutschen Volkswirtschaft“, betonte sie. Es sende auch ein wichtiges Signal für die Innovationsstärke der Branche und sichere die Konkurrenzfähigkeit des Reiselandes Deutschland im internationalen Wettbewerb.
Was ist der Knowledge Graph?
Der Knowledge Graph ist ein offen zugänglicher Datenpool. Dort stehen aktuell allen Akteuren - globalen Vertriebsplattformen, aber auch touristischen Dienstleistern oder Startup-Unternehmen - mehr als 200.000 aktuelle Datensätze für den Abruf zur Verfügung. Darunter sind momentan 100.000 touristische Objekte, unter anderem Sehenswürdigkeiten, Touren, Events, Gastronomie, Hotels sowie weitere 100.000 Infrastrukturdaten.
Zentrale Datenbasis dafür sind touristische Daten aus allen 16 Bundesländern und ihren Plattformen. Weitere Partner des Projekts sind etwa die Magic Cities, Amadeus, das German Convention Bureau sowie Vertreter der Wissenschaft. Diese neue technische Infrastruktur ermöglicht zudem vielen weiteren Unternehmen und Organisationen ihre eigenen Datensammlungen über die Landestourismusorganisationen nahtlos anzubinden, so dass der Datenbestand immer weiter wachsen wird.
Was ist das Besondere am Knowledge Graphen?
Der Knowledge Graph sammelt nicht nur Daten, sondern bereitet sie auf und macht sie zugänglich - strukturiert, lizensiert und verknüpft. Kurz: Er bietet Daten in einer neuen und besseren Qualität an. So werden auch weniger bekannte touristische Angebote von KI-gestützten Anwendungen gefunden. Das erleichtert es mittelständischen Unternehmen und Start-ups intelligente und kundenorientierte Services zu entwickeln und im Markt zu platzieren.
Der Knowledge Graph dient damit überdies auch als Basis für innovative KI-gestützte Anwendungen. Solche Anwendungen im Tourismus analysieren, prognostizieren und steuern beispielsweise Besucherströme. Und davon profitieren Reisende: Denn das kann Staus vermeiden, touristische Hotspots zu Stoßzeiten entlasten, sensible Naturräume schonen und für eine bessere Aufenthaltsqualität sorgen.
Die Deutsche Zentrale für Tourismus selbst will etwa die Daten aus dem Knowledge Graphen nutzen, um ihren KI-gestützten Chatbot ‚Anja‘ auf www.germany.travel zu trainieren. Denn ein weiterer Vorteil der Daten des Knowledge Graphen: Sie sind semantisch ausgezeichnet und damit in der Lage, die Lernfähigkeit von Sprachassistenten zu beschleunigen.
Wer ist verantwortlich für den Knowledge Graphen?
Es ist ein Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), der 16 Landesmarketingorganisationen (LMO) und der Magic Cities. Umgesetzt wird das Open Data-Projekt in Form eines Knowledge Graphens: Er bündelt die touristischen Daten Deutschlands.
Warum ist ein eigener open data Ansatz so wichtig?
Mit einem eigenständigen Datenmanagement können Daten leichter zwischen verschiedenen Systemen, Plattformen oder Anwendungen übertragen werden. Das ist anders als auf vielen kommerziellen Angeboten, die sich gegenüber „plattformfremden“ Systemen abschotten, um ihre eigenen Geschäftsmodelle zu sichern.
Was sind die nächsten Schritte?
Den Knowledge Graphen für eigene Anwendungen nutzen und gleichzeitig weiter mit Datensätzen aus verschiedenen Quellen zu befüllen, damit er das Reiseland Deutschland möglichst realitätsnah abbildet, das sind die wichtigsten nächsten Schritte.
Was hat Knowledge Graph mit der Politik der Bundesregierung zu tun?
Das Projekt ist im Rahmen der Nationalen Tourismusstrategie der Bundesregierung ein wichtiger Baustein der digitalen Transformation, vor allem für die mittelständisch geprägte Tourismuswirtschaft in Deutschland. Das Projekt leistet, was auch die Datenstrategie der Bundesregierung als besonders wichtig ansieht: Es schafft leistungsfähige und nachhaltige Datenstrukturen, sorgt für innovative und verantwortungsbewusste Datennutzung und dient dazu die Datenkompetenz zu erhöhen und eine neue Datenkultur zu etablieren.
Was ist die Deutsche Zentrale für Tourismus e.V.?
Die Deutsche Zentrale für Tourismus wirbt im Ausland für das Reiseland Deutschland und tut dies im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz. Sie sitzt in Frankfurt am Main und unterhält 25 Standorte weltweit. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert die Organisation mit Bundesmitteln aufgrund eines Bundestagsbeschlusses.