Ein Jahr KI-Strategie

Wie steht es um die KI-Förderung?

Vor einem Jahr hat die Bundesregierung die Strategie Künstliche Intelligenz verabschiedet mit dem Ziel, die Digitalisierung in Deutschland voranzutreiben. Jetzt zieht der Bund Bilanz: Was ist erreicht? Was ist noch geplant? Ein Überblick.

Ein Mensch hält die Hand eines Roboters.

Ein Besucher hält die Hand eines Roboters auf einer Fachmesse, bei der Systeme Künstlicher Intelligenz demonstriert werden.

Foto: CARSTEN KOALL/AFP/Getty Images

500 Millionen Euro hat die Bundesregierung für Künstliche Intelligenz (KI) bereitgestellt, seit die  KI-Strategie im November 2018 in Kraft getreten ist. Das Geld ist in die Weiterentwicklung von Ideen und in die Umsetzung erster Projekte geflossen. Ein Teil der Förderung kam Start-ups aus diesem Bereich zugute, deren Anzahl im vergangenen Jahr um 62 Prozent angestiegen ist.

Im Hochschulbereich wurden weltweit 30 neue KI-Professuren für Deutschland ausgeschrieben, weitere folgen. Beim Technischen Hilfswerk (THW) wurde ein Reallabor zur Entwicklung der KI für den nichtpolizeilichen Einsatz zur Gefahrenabwehr eröffnet. Hier soll Künstliche Intelligenz bei der Katastrophenvorsorge zum Einsatz kommen, unter anderem bei der Deichverteidigung. 

Was ist KI? Prinzipiell kann zwischen einer "schwachen" und einer "starken" Künstlichen Intelligenz unterschieden werden. Die starke KI geht davon aus, dass KI-Systeme die gleichen oder gar größere intellektuelle Fähigkeiten als der Mensch haben. Die schwache KI konzentriert sich auf die Lösung konkreter Anwendungsprobleme auf Basis naturwissenschaftlicher Methoden. Dabei spricht man von "intelligenten" Systemen, die zur Selbstoptimierung fähig sind.

Wissenschaftler nach Deutschland holen

"Die kontinuierliche Stärkung der KI-Forschung ist Grundlage für eine erfolgreiche Gesamtentwicklung in Deutschland", erklärte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek beim Blick auf die Förderung der Künstlichen Intelligenz.

Sie kündigte an, die Kompetenzzentren für KI in Deutschland weiter auszubauen und zu vernetzen, und warb dafür, die weltweit führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach Deutschland zu locken. Ziel müsse sein, mit dieser gebündelten Expertise zum Vorreiter auf zahlreichen Feldern der Digitalisierung zu werden, zum Beispiel im Bereich autonomes Fahren.

Chancen der KI für Arbeitnehmer

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will sicherstellen, dass aus technischem auch sozialer Fortschritt wird. "Nur wenn Unternehmen und Beschäftigte den technologischen Wandel konkret und partnerschaftlich gestalten, kann das notwendige Vertrauen in eine neue Technologie wachsen", unterstrich Heil die Prämisse für die kommenden Jahre.

Seit vergangenem Monat läuft im BMAS die Bewerbungsphase für betriebliche Experimentierräume unter dem Dach der "Initiative Neue Qualität der Arbeit" (INQA). Ab Sommer 2020 sollen die innovativsten Projekte zur Erprobung menschenzentrierter KI-Anwendungen in der Arbeitswelt gefördert werden.

KI besser in Wirtschaft etablieren

Mit dem Projekt der "KI-Trainer" begegnet das Bundeswirtschaftsministerium KI-Skeptikern. Diese Experten beraten vor allem mittelständische Firmen über die Möglichkeiten der KI. "Wir haben im ersten Jahr der KI-Strategie die Weichen dafür gestellt, den Transfer von KI-Lösungen in der Wirtschaft deutlich zu verbessern", erklärte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier.

Das zentrale Projekt "GaiaX" ist die europaweite Etablierung einer souveränen Dateninfrastruktur. Denn Datensouveränität und die breite Datenverfügbarkeit seien wesentliche Faktoren für erfolgreiche Entwicklungen einer datengetriebenen Wirtschaft im Bereich der KI.