21. September 1989 - Auf dem Weg zur Deutschen Einheit

DDR-Regime lehnt Neues Forum ab

21. September 1989: Nach der Gründung des Neuen Forums am 9. und 10. September will sich die Bürgerbewegung als politische Vereinigung eintragen lassen. Das Innenministerium der DDR lehnt diesen Antrag jedoch ab. Es stuft das Neue Forum als staatsfeindlich und illegal ein.

Ausschnitt des von Bärbel Bohley und Jutta Seidel verfassten Briefs an den Minister des Innern mit der Zulassungsbeantragung des Neuen Forums

Beantragung der Zulassung des Neuen Forum als Bürgervereinigung

Foto: Robert-Havemann-Gesellschaft

Bürgerbewegung nicht mehr zu stoppen

Es ist der 19. September, als das Neue Forum seinen Antrag auf Zulassung beim Innenministerium stellt. Bis dahin haben bereits 1.500 Menschen den Gründungsaufruf unterschrieben. Zwei Tage später erfahren die Menschen in der DDR über die Medien, der Antrag auf Zulassung des Neuen Forums sei abgelehnt. Das Anliegen des Forums widerspreche der Verfassung der DDR, heißt es in der Begründung.

Doch die Ablehnung des Neuen Forums kann der Bürgerrechtsbewegung nicht schaden. Bis Ende 1989 werden etwa 10.000 Menschen Mitglieder, knapp 200.000 unterschreiben den Gründungsaufruf. Damit gilt das Neue Forum als Oppositionsgruppe mit dem stärksten Zulauf.

Öffentlicher Druck erzwingt Anerkennung

Am 8. November nimmt das SED-Regime endlich den Antrag entgegen. Nicht zuletzt deshalb, weil der öffentliche Druck durch die zahlreichen Demonstrationen der vergangenen Wochen immer größer geworden ist.

Das Neue Forum schließt sich im Februar 1990 mit anderen Oppositionsgruppen im Bündnis 90 zusammen.

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