Anstieg der Corona-Infektionszahlen
Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt besorgniserregend. „Wir müssen alles tun, um diese Dynamik zu brechen“, so Bundesgesundheitsminister Spahn. Wichtig seien daher mehr Tempo beim Impfen, Auflagen für Veranstaltungen und bessere Kontrollen der geltenden Regeln. RKI-Präsident Wieler rief dazu auf, Kontakte zu reduzieren.
2 Min. Lesedauer
Eindringlich hat der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit RKI-Präsident Lothar Wieler appelliert, die Infektionslage ernst zu nehmen und gegenzusteuern: „Sonst wird es für das ganze Land ein bitterer Dezember.“ Seit Ende September liegt der R-Wert über 1. Wenn dieser sich nicht ändere, müsse man von einer Verdoppelung der Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus alle zwei Wochen ausgehen.
Was so hohe Infektionszahlen bei gleichzeitig einer noch zu geringen Impfquote bedeuten, sehe man bereits jetzt auf den Intensivstationen in einigen Regionen in Deutschland – insbesondere in Sachsen, Thüringen und Bayern. „Es gibt dort Kliniken, die sind heute schon über dem Limit. In diesen Regionen besteht aktuell das Risiko, wenn Sie ein Notfall sind – Schlaganfall, Herzinfarkt –, dass dort nicht immer sofort vor Ort die Kapazitäten zur Verfügung stehen, die Sie sonst gewohnt wären“, erklärte Spahn.
Eindämmungsmaßnahmen zwingend notwendig
Die Dynamik müsse gebrochen werden, so Spahn. Die Gesundheitsministerinnen und -minister der Länder beschlossen daher schon Ende vergangener Woche gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsminister, Auffrischungsimpfungen für alle sechs Monate nach der Zweitimpfung anzubieten. Zudem verständigten sie sich auf schärfere Auflagen und Kontrollen beim Zugang zu Veranstaltungen sowie verpflichtende Testkonzepte für Pflegeheime.
„Aber das reicht so alles nicht, jedenfalls nicht mehr“, sagte der Bundesgesundheitsminister. Er plädiert für zusätzliche Testpflichten für Personal und Besucher in Pflegeheimen, für 3G (geimpft, genesen oder getestet) am Arbeitsplatz und 2G (geimpft oder genesen) bei öffentlichen Veranstaltungen. Zusätzlich sei es sinnvoll, dass Genesene und Geimpfte bei Veranstaltungen einen aktuellen Test vorweisen können. „2G Plus, das ist wieder ein schwerer Schritt, das ist mir sehr bewusst“, sagte Spahn.
Dynamisches Infektionsgeschehen – ernste Situation
„Es ist 5 nach 12“, warnte der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Wieler. In Bundesländern mit sehr hohen Infektionsgeschehen kämen Krankenhäuser und Intensivstationen jetzt schon an ihre Kapazitätsgrenzen. Wieler geht davon aus, dass sich die Situation überall in Deutschland weiter verschärfen werde. Er plädierte daher eindringlich für zusätzliche Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens.
Um die Situation so rasch wie möglich zu entschärfen, appellierte Wieler: „Reduzieren Sie Ihre Kontakte. Vermeiden Sie vor allem Situationen, in denen mehrere Menschen in Innenräumen zusammenkommen. Bitte halten Sie sich immer und überall an die AHA-und-L-Regeln, auch bei 2G- und 3G-Veranstaltungen. Tragen Sie also auch bei 2G eine Maske. Wenn Sie Symptome einer akuten Atemwegsinfektionen haben, bleiben Sie bitte unbedingt zu Hause und lassen sich per PCR testen.“