Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Corona-Tests

Eine Junge Frau trägt grüne Latex Handschuhe und hält einen Corona Schnelltest.

Die Selbsttests können von jeder und jedem selbst angewandt werden.

Foto: imago images/Sven Simon

Corona-Tests wieder kostenlos

Jede Bürgerin und jeder Bürger kann sich wieder kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Eine Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums, die dies regelt, ist am 13. November in Kraft getreten. Damit hat jeder Anspruch auf mindestens einen kostenlosen Antigen-Schnelltest (PoC-Test) pro Woche – und dies gilt unabhängig vom Impf- oder Genesenenstatus.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn unterstrich: „Impfen macht den entscheidenden Unterschied – das gilt auch weiterhin – aber es braucht Zeit, bis es seine volle Wirkung entfalten kann. Deswegen müssen wir in dieser Lage rasch wieder mehr testen. Dazu ist vereinbart, dass wir die kostenlosen Schnelltests wieder einführen.“

Vorhandene Teststellen können ihre Arbeit fortsetzen. Zusätzlich können weitere Testzentren von den Ländern beauftragt werden. Spahn erklärte, er gehe davon aus, dass ab kommender Woche nach und nach auch wieder das Testangebot vor Ort ausgebaut wird.

PCR-, Schnell- oder Selbsttest – Übersicht zum Testen

Worin unterscheiden sich PCR-Tests, Antigen-Schnelltests und Selbsttests?

Bei PCR-Tests wird das Erbmaterial der Viren im Labor so stark vervielfältigt, dass SarSCoV-2 auch schon bei nur geringen Mengen nachgewiesen werden kann. Die Auswertung im Labor dauert einige Stunden, hinzu kommen Transportzeit ins Labor und gegebenenfalls eine Wartezeit wegen eines hohen Probeaufkommens. 

Bei Antigen-Schnelltests werden Eiweißstrukturen von SARS-CoV-2 nachgewiesen. Sie funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip wie Schwangerschaftstests. Wenn Viren in der Probe enthalten sind, reagieren die Eiweißbestandteile des Virus mit dem Teststreifen. Damit ein Antigen-Test ein positives Ergebnis anzeigt, ist im Vergleich zur PCR-Testung eine größere Virusmenge notwendig. Für die Auswertung braucht es kein Labor. Ein Ergebnis liegt – je nach Hersteller – in 15 bis 30 Minuten vor. 

Auch Selbsttests wurden bereits vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen – von der Wirkweise her sind dies ebenfalls Antigen-Schnelltests. Die Selbsttests sind freiverkäuflich und können auch von ungeschulten Personen nach Gebrauchsanleitung sicher angewendet werden. Dafür muss die Probenentnahme und -auswertung entsprechend einfach sein. Der Test kann zum Beispiel mit einem Nasenabstrich oder mit Speichel erfolgen.

Wann werden PCR-Tests eingesetzt und wann Schnelltests?

PCR-Tests sind die zuverlässigsten Tests. Sie sollen immer zur Anwendung kommen, wenn ein Verdacht auf eine SarsCoV-2-Infektion vorliegt, beispielsweise aufgrund entsprechender Krankheitssymptome oder wegen Kontakts zu Infizierten. Die Kosten für einen Test werden übernommen, wenn Ihr Arzt oder Ihr Gesundheitsamt sich dafür aussprechen. 

Antigen-Schnelltests können innerhalb kurzer Zeit Auskunft darüber geben, ob jemand zur Zeit der Testung andere anstecken kann oder nicht. Bei Antigen-Schnelltests  wird ähnlich wie beim PCR-Test ein Nasen- und/oder Rachenabtrich gemacht. Schnelltests werden nach geltender Nationaler Teststrategie von geschultem Personal abgenommen und in Alten- und Pflegeheimen, in Kliniken und auch in Schulen eingesetzt. Auch Selbsttests sind Antigen-Schnelltests. Grundsätzlich gilt: Da Antigen-Schnelltests nicht so zuverlässig sind wie PCR-Tests, kann eine Infektion mit SarsCoV-2 nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Die Einhaltung der AHA+L-Regel ist daher auch bei negativem Testergebnis erforderlich.

Wie aussagekräftig sind die Corona-Tests?

PCR-Tests bieten die zuverlässigsten Ergebnisse – sie sind der „Goldstandard“ unter den Corona-Tests. Die Probenentnahme erfolgt durch medizinisches Personal, die Auswertung durch Labore. Im Vergleich erkennen Schnelltests infizierte Menschen und auch nicht infizierte Menschen schlechter. Jedoch erhöhen sie die Sicherheit in der Corona-Pandemie und bieten eine zusätzliche Sicherheit bei Kontakten: Denn bei einem negativen Ergebnis kann man mit großer Wahrscheinlichkeit in den nächsten Stunden niemanden anstecken.

Nach einem Schnelltests – beispielsweise beim Besuch in einer Klinik – sollten auch weiterhin die AHA-Regeln eingehalten werden. Wer mit einem Schnelltest positiv getestet wurde, soll zudem mit einem PCR-Test das Ergebnis absichern.

So teste ich mich selbst – mehr zu Corona-Selbsttests

Wie zuverlässig sind Corona-Selbsttests?

Der Vorteil von Antigen-Schnelltests zur Selbstanwendung, kurz Selbsttests, ist ein schnelles Ergebnis nach 15 bis 30 Minuten. Jeder Schnelltests, auch richtig abgenommen, ist eine Momentaufnahme. Wer nach einem negativen Testergebnis jemanden trifft, hat eine größere Sicherheit, dass er niemanden anstecken kann. 

Allerdings können bei der Selbstanwendung fehlerhafte Ergebnisse schon durch eine schlechte Handhabung des Tests entstehen. Und sie sind weniger zuverlässig. Bitte halten Sie daher bei einem negativen Testergebnis trotzdem die AHA+L-Regeln ein. Und jedes positive Ergebnis eines Selbsttests sollte mit einem PCR-Test abgesichert werden. Bis zu diesem Ergebnis gilt: Begeben Sie sich in Quarantäne.  

Was sollte ich bei der Anwendung von Selbsttests beachten?

Selbsttests bieten die Möglichkeit, sich schnell und unkompliziert selber zu testen. Die bisher zugelassenen Selbsttests nutzen Nasenabstriche. Denkbar ist jedoch auch, dass in Zukunft weitere Testverfahren, zum Beispiel zur Untersuchung von Gurgellösungen, zugelassen werden. Vor Gebrauch sollten Sie immer die Gebrauchsanweisung beachten, um zu erfahren, wie der Abstrich vorgenommen werden muss, damit der Test funktioniert. Mehr dazu sehen Sie in diesem Video:

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Video So funktionieren Corona-Selbsttests

Was passiert nach einem positiven Selbsttest?

Wer einen Selbsttest macht, der positiv ausfällt, sollte diesen durch einen PCR-Test bestätigen lassen. Es besteht ein Anspruch auf einen solchen PCR-Test bei einem positiven Selbsttest. Machen Sie einen Termin beim Hausarzt oder melden Sie sich unter der Telefonnummer 116 117, um sich dann mit einem PCR-Test testen zu lassen. Vorsichtshalber sollten Sie sich zu Hause in Isolierung begeben, bis das Ergebnis vorliegt. 

Woran erkenne ich einen seriösen Selbsttest?

Einen seriösen Selbsttest erkennen Sie an einem gut leserlichen Aufdruck auf der Verpackung über die Sonderzulassung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte und/oder die CE-Kennzeichnung zusammen mit einer vierstelligen Kennnummer der benannten Stelle. In der Verpackung sollte sich außerdem eine deutschsprachige Gebrauchsinformation befinden. Damit ist sichergestellt, dass der Test für die Anwendung durch Laien entwickelt wurde und in Europa benutzt werden kann.

Wo kann ich Selbsttests kaufen?

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat zahlreiche  Corona-Selbsttests zugelassen. Die Zulassungen werden kontinuierlich aktualisiert. Die Tests sind im Handel, in Apotheken und in einigen Discountern verfügbar.

Mehr zu Corona-Tests lesen Sie auf  www.zusammengegencorona.de. Hier finden Sie mehr zur  nationalen Teststrategie.

Quelle: Bundesministerium für Gesundheit/Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

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