"Wir werden so lange unterstützen, wie wir gebraucht werden" 

Amtshilfe der Bundeswehr "Wir werden so lange unterstützen, wie wir gebraucht werden" 

Auch die Bundeswehr hilft mit, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen und Erkrankte zu versorgen: Sie fliegt gestrandete deutsche Urlauber oder schwer erkrankte Patienten aus dem Ausland nach Deutschland und unterstützt bei der Beschaffung von Schutzkleidung und medizinischem Gerät. Tausende Reservisten stehen bereit, um Hilfe zu leisten. 

Foto zeigt Bundeswehrsoldaten

Die Bundeswehr hilft beispielsweise bei der Beschaffung von Schutzkleidung und medizinischem Gerät, etwa von Atemschutzmasken, Schutzbrillen, Desinfektionsmittel und Einmalhandschuhen.

Foto: picture alliance/dpa

Die Botschaft der Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und des Generalinspekteurs der Bundeswehr, General Eberhard Zorn, lautet: Auf die Bundeswehr ist Verlass - und in schweren Zeiten wie diesen ganz besonders. "Wir haben uns ja selbst den Wahlspruch gegeben: Wir. Dienen. Deutschland. Und das gilt sicherlich und ganz besonders in einer Zeit, wie wir sie gerade erleben", so Kramp-Karrenbauer. Alle verfügbaren Kräfte zur gemeinsamen Eindämmung der Pandemie stehen bereit. "Wir werden so lange unterstützen, wie wir gebraucht werden", sagt die Ministerin. Die Amtshilfe der Soldatinnen und Soldaten geschieht schnell und unkompliziert.  

Im Folgenden ein Überblick über die Amtshilfe der Bundeswehr  bei der Bewältigung der Corona-Pandemie:

  • "Lagezentrum Corona" im BMVg: Für die Bundeswehr laufen die Fäden im "Lagezentrum Corona" im Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) zusammen. Das Lagezentrum arbeitet mit den beteiligten Ressorts der Bundesregierung zusammen. Es gilt, den Überblick über die sich rasant verändernde Lage zu behalten und die Leitlinien im Umgang mit der Pandemie täglich neu anzupassen. "Uns allen muss bewusst sein, dass dieser Kampf gegen das Virus ein Marathon ist", so die Ministerin.
  • Mehr und mehr Ersuchen um Amtshilfe: Eine stetig steigende Zahl von Amtshilfeersuchen und Voranfragen werden an die Bundeswehr gestellt. So hilft sie beispielsweise bei der Beschaffung von Schutzkleidung und medizinischem Gerät, etwa von Atemschutzmasken, Schutzbrillen, Desinfektionsmittel und Einmalhandschuhen. In vielen zivilen Krankenhäusern und Arztpraxen waren die Vorräte an Schutzmasken und Schutzbrillen, Desinfektionsmitteln und Einmalhandschuhen dramatisch zurückgegangen. Hier leistet das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) seit Anfang März Amtshilfe für das Bundesgesundheitsministerium (BMG). Gemeinsam mit der Generalzolldirektion und dem Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) wurde allein zum Start der Hilfsaktionen binnen drei Wochen medizinisches Material im Wert von rund 344 Millionen Euro unter Vertrag genommen.
  • Kontinuierlicher Ausbau von Kapazitäten: Weiter baut die Bundeswehr kontinuierlich Kapazitäten in den Bereichen Unterbringung und Spezialtransport von Corona-Patienten, Lager und Logistik aus. Die fünf Bundeswehrkrankenhäuser mit ihren rund 2.000 Betten sind ohnehin in die öffentliche Gesundheitsversorgung eingebunden.
  • Der Sanitätsdienst der Bundeswehr beobachtet die Entwicklung der Lage. Er bereitet sich in enger Abstimmung mit den zuständigen zivilen Behörden auf weitere Fälle vor. Sämtliche Maßnahmen zur Vorsorge gibt das Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr in Koblenz zentral vor.
  • Behörden leisten sich gegenseitig Amtshilfe, etwa beim Nachweis des Corona-Erregers. So wurde beispielsweise der erste Verdachtsfall in Deutschland aus Bayern Ende Januar durch das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München bestätigt.
  • Aktion "Reserve hilft": Weiter rekrutiert der Sanitätsdienst der Bundeswehr Reservistinnen und Reservisten mit medizinischen Kenntnissen. Dies mit großer Resonanz - allein mehr als 14.000 Personen meldeten sich seit Beginn des Aufrufs zur Aktion "Reserve hilft". Darüber hinaus gibt es einen Pool von 25.000 Reservistinnen und Reservisten, die bei weiterem Bedarf kontaktiert werden können.
  • Luftwaffe fliegt im Kampf gegen Corona: Ein weiteres Beispiel ist die Luftwaffe. Bereits zu Beginn der Corona-Krise evakuierte sie auf Anfrage des Auswärtigen Amtes Deutsche aus der betroffenen Corona-Provinz in China. Weiter fliegt sie zusammen mit dem Sanitätsdienst schwer kranke Corona-Patienten aus dem Ausland zur Hilfe nach Deutschland. Etwa aus Frankreich und Italien. So wurden beispielsweise am letzten Märzwochenende bei zwei Flügen mit dem Airbus A 310 MedEvac (Medical Evacuation) "August Euler" insgesamt zwölf schwer lungenkranke Corona-Patienten aus dem italienischen Bergamo nach Deutschland geflogen. Ebenfalls wurden mit dem A400M MedEvac am Wochenende zwei Intensivpatienten aus Frankreich nach Deutschland transportiert. Allesamt wurden anschließend in zivile deutsche Krankenhäuser gebracht.
  • "Europa muss zusammenhalten": Aus diesem Anlass wies Kramp-Karrenbauer auf die europäische Dimension der deutschen Hilfe hin: "In Zeiten größter Not ist es selbstverständlich, dass wir unseren Freunden zur Seite stehen." Dass mit der Luftwaffe Schwerstkranke aus Frankreich und Italien zur Behandlung nach Deutschland gebracht würden, sei ein wichtiges Zeichen der Solidarität. "Europa muss zusammenhalten", so die Ministerin.
  • Hilfe mit Herz: An vielen Stellen engagieren sich Soldatinnen und Soldaten im Kleinen. So die Kameraden und Kameradinnen der Einsatzflottille 2 der Marine aus Wilhelmshaven. Sie kaufen für die Senioren und Seniorinnen ihrer Stadt Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs ein.

Damit die Bundeswehr in dieser außergewöhnlichen Not Amtshilfe leisten kann, braucht es vor allem gesunde Soldatinnen und Soldaten sowie zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Bei der Umsetzung des Infektionsschutzes wird mit den Gesundheitsämtern zusammengearbeitet. Die Bundeswehrkrankenhäuser erweitern ihre Isolationsmöglichkeiten. In den Kasernen sind mehr als 1.200 Betten zur Isolation von infiziertem Bundeswehrpersonal vorbereitet.

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