Höhere Mindestlöhne, mehr Urlaub

Pflegebranche Höhere Mindestlöhne, mehr Urlaub

Die Mindestlöhne in der Pflege steigen zum 1. September 2022. Zwei weitere Steigerungen sind für das kommende Jahr vorgesehen. Altenpflegekräfte erhalten Anspruch auf mehr Urlaub. Dies sind weitere Schritte, um die Arbeitsbedingungen in der Pflege zu verbessern und den Beruf attraktiver zu machen.

Glückliche ältere Frau im Rollstuhl mit Pflegerin.

Pflegefachkräfte und Pflegekräfte mit einer mindestens einjährigen Ausbildung werden bessergestellt.

Foto: Getty Images/iStockphoto/FredFroese

Die Mindestlöhne für Pflegekräfte in Deutschland steigen in weiteren drei Schritten. Zum 1. September 2022 hat die Pflegekommission für Pflegehilfskräfte eine Anhebung auf 14,15 Euro pro Stunde empfohlen, für qualifizierte Pflegehilfskräfte mit einer einjährigen Ausbildung eine Anhebung auf 15,25 Euro und für Pflegefachkräfte auf 18,25 Euro. Weitere Erhöhungen folgen zum 1. Mai 2023 und zum 1. Dezember 2021.

Auf Grundlage der Empfehlung der letzten Pflegekommission wurde eine Staffelung der Mindestlöhne nach Qualifikationsstufe vorgenommen. Die fünfte Pflegekommission hat sich dafür ausgesprochen, diese Struktur beizubehalten. Die Bundesregierung ist den Empfehlungen gefolgt und hat die Fünfte Verordnung über zwingende Arbeitsbedingungen für die Pflegebranche beschlossen. 

Mehr Urlaubstage

Für Beschäftigte in der Altenpflege empfiehlt die Pflegekommission außerdem mehr bezahlte Urlaubstage über den gesetzlichen Urlaubsanspruch von 20 Tagen hinaus. Dieser Mehrurlaub soll bei Beschäftigten mit einer 5-Tage-Woche für das Jahr 2022 sieben Tage, für die Jahre 2023 und 2024 jeweils neun Tage betragen. Für Beschäftigte, die bereits jetzt einen höheren Urlaubsanspruch haben, gilt das nicht.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach erklärte, die Anhebung des Mindestlohns sei nur ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer fairen Entlohnung des Pflegepersonals: „Nur wenn in der Pflege Tarif und mehr die Regel ist, wird der Beruf attraktiv bleiben. Dafür werden wir sorgen.“ Bundesarbeitsminister Hubertus Heil ergänzte: „Die deutlichen Lohnsteigerungen sind eine gute Nachricht für die Altenpflegerinnen und -pfleger in Deutschland, die jeden Tag anpacken und sich um die älteren und pflegebedürftigen Menschen in unserer Gesellschaft kümmern.“ Die ab 1. September 2022 gesetzlich vorgeschriebene Entlohnung von Pflegekräften mindestens in Tarifhöhe sei wichtig, um die Arbeitsbedingungen spürbar zu verbessern. „Diesen Weg werden wir weitergehen.“

Gut 1,2 Millionen Menschen arbeiten in der Altenpflege. Durch die Verordnung über zwingende Arbeitsbedingungen für die Pflegebranche wurde 2021 erstmals ein Mindestlohn für qualifizierte Pflegehilfskräfte und für Pflegefachkräfte festgelegt. Eine Broschüre des Bundesarbeitsministeriums beantwortet Fragen zum Mindestlohn in der Pflege.