Höhere Mindestlöhne, mehr Urlaub

Pflegebranche Höhere Mindestlöhne, mehr Urlaub

Für qualifizierte Hilfskräfte mit einer einjährigen Ausbildung gelten seit dem 1. April erstmals Mindestlöhne. Dies ist ein weiterer Schritt, um die Arbeitsbedingungen in der Pflege zu verbessern und den Beruf attraktiver zu machen.

Glückliche ältere Frau im Rollstuhl mit Pflegerin.

Pflegefachkräfte und Pflegekräfte mit einer mindestens einjährigen Ausbildung werden bessergestellt.

Foto: Getty Images/iStockphoto/FredFroese

Gut 1,2 Millionen Menschen arbeiten in der Altenpflege. Durch die Verordnung über zwingende Arbeitsbedingungen für die Pflegebranche wird nun erstmals einen Mindestlohn für qualifizierte Pflegehilfskräfte und für Pflegefachkräfte festgelegt. Die Verordnung basiert auf einer einstimmigen Empfehlung der Pflegekommission zu neuen Mindestarbeitsbedingungen für die Pflegebranche.

Schrittweise Erhöhung der Mindestlöhne

Für qualifizierte Hilfskräfte mit einer einjährigen Ausbildung gilt seit 1. April 2021 ein Mindestlohn von 12,50 Euro (im Westen) beziehungsweise 12,20 Euro (im Osten). Ab 1. April 2022 sind es dann in Ost und West einheitlich 13,20 Euro. Pflegefachkräfte mit dreijähriger Ausbildung werden ab dem 1. Juli 2021 bundesweit mindestens 15 Euro erhalten, ab dem 1. April 2022 soll der Mindestlohn 15,40 Euro betragen.

Bereits im Mai 2020 sind die Mindestlöhne für Pflegehilfskräfte angehoben worden. Bis zum 1. April 2022 sollen sie in vier Schritten auf deutschlandweit einheitliche 12,55 Euro pro Stunde steigen. Ab dem 1. September 2021 wird es keine regional unterschiedlichen Pflegemindestlöhne mehr geben.  

Mehr Urlaubstage

Darüber hinaus wurde als Ausgleich für die anstrengende, oftmals kräftezehrende Tätigkeit in der Pflegebranche bezahlter Mehrurlaub eingeführt. Zusätzlich zum gesetzlichen Urlaubsanspruch von 20 Tagen (bei einer Fünf-Tage-Woche) erhalten Beschäftigte in der Altenpflege und der ambulanten Pflege weitere bezahlte Urlaubstage: Beschäftigte mit einer Fünf-Tage-Woche haben 2021 und 2022 Anspruch auf jeweils sechs zusätzliche Tage. Für Beschäftigte, die bereits jetzt einen höheren Urlaubsanspruch haben, gilt das nicht.

Anerkennung der wichtigen Arbeit

Die Pflegekräfte tragen eine große Verantwortung für das Leben und die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland. Das zeigt nicht zuletzt auch die aktuelle Corona-Pandemie. Um dem gerecht zu werden und die Arbeitsbedingungen in der Pflege zu verbessern, hatte die Bundesregierung im Juli 2018 die Konzertierte Aktion Pflege ins Leben gerufen. Mit der Verordnung des Bundesarbeitsministeriums hat die Bundesregierung die Empfehlungen der Pflegekommission umgesetzt. Diese hatte höhere Mindestlöhne und mehr Urlaubstage empfohlen.