Bildungschancen von Migrantinnen und Migranten

Unesco lobt Deutschland

Ob die Anerkennung ausländischer Abschlüsse oder die Sprachförderung in Kitas: Im weltweiten Vergleich gelingt Deutschland die Integration von Geflüchteten und Zugewanderten besonders gut. Zu diesem Ergebnis kommt der Weltbildungsbericht der Unesco, der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur.

Grafik zeigt: Unesco lobt Deutschland für Bildungschancen von Migranten und Geflüchteten. Insbesondere für Investitionen in Sprachförderung in Kitas, Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse und ehrenamtliches Engagement.

Der Unesco-Weltbildungsbericht ist der einzige Bericht über Bildung, in dem Studien aus allen Ländern betrachtet und interpretiert werden.

Foto: Bundesregierung

Immer mehr Zugewanderte profitieren vom sogenannten Anerkennungsgesetz, das die Bundesregierung bereits 2012 initiiert hat. Letztes Jahr stieg die Zahl der anerkannten ausländischen Berufsabschlüsse erneut: Bundesweit wurden 21.800 im Ausland erworbene Qualifikationen als vollständig oder teilweise gleichwertig zu deutschen Prüfungen anerkannt. Das sind 14 Prozent mehr als 2016.

Unesco: Deutschland ist richtungsweisend

Im weltweiten Vergleich ist das Anerkennungsgesetz richtungsweisend: Das bescheinigt die Unesco Deutschland in ihrem Weltbildungsbericht 2019. Die Anerkennung eines Abschlusses erhöhe die Wahrscheinlichkeit einer Beschäftigung von Zugewanderten um 45 Prozentpunkte und den Stundenlohn um 40 Prozent, so die Autoren.

Großes Engagement bei Sprachförderung

Ihr Bericht geht auch auf das Thema Sprachförderung ein. Hier hebt die Unesco das Engagement Deutschlands in den Kitas als besonders positiv hervor. Für die Präsidentin der deutschen Unesco-Kommission Maria Böhmer ein großer Erfolg: "Deutschland hat bei der Integration von Geflüchteten in das Bildungswesen bereits viel erreicht." Die großen Investitionen in die Sprachförderung zahlten sich aus, denn "Sprache ist der Schlüssel für unser Bildungssystem und unsere Gesellschaft", erklärte Böhmer.

Milliarden-Investitionen in Kitas

Laut Unesco fördert die Bundesrepublik die sprachliche Bildung in Kitas im internationalen Vergleich überdurchschnittlich. Von 2016 bis 2020 stellt der Bund insgesamt etwa eine Milliarde Euro für die Programme "Sprach-Kitas" und "Kita-Einstieg" zur Verfügung. Damit können rund 7.000 zusätzliche halbe Fachkraftstellen in den Kitas und in der Fachberatung geschaffen werden.

Erst vor zwei Monaten hat das Bundeskabinett außerdem das "Gute-Kita-Gesetz" beschlossen. Hier will der Bund bis 2022 für eine bessere Qualität der Kita-Betreuung 5,5 Milliarden Euro investieren.

Lob für Unterstützer

Gelobt wird Deutschland auch für den Einsatz vieler Freiwilliger, die Geflüchteten und Zugewanderten beim Start in ein neues Leben unterstützen. Die Bereitschaft in der Bevölkerung sei sehr groß, bei Spracherwerb, Abschlüssen oder Ausbildung zu helfen.

Weitere Anstrengungen nötig

Zugleich macht die Unesco deutlich, dass sich Deutschland trotz aller Erfolge bei seinen Anstrengungen nicht zurücklehnen dürfe. So fehlten insgesamt 24.000 Lehrkräfte und 18.000 pädagogische Fachkräfte.

Außerdem gebe es nach wie vor noch Verbesserungsbedarf bei der Chancengerechtigkeit. Weiterhin hätten viele Geflüchtete mangelnde Sprachkenntnisse. Und auch fehlende Qualifikationen seien ein Hindernis, um erfolgreich einer Arbeit in Deutschland nachgehen zu können.

Der 19. Unesco-Weltbildungsbericht trägt den Titel: "Migration, Flucht und Bildung: Brücken bauen statt Mauern". Es ist der einzige Bericht über Bildung, in dem Studien aus allen Ländern betrachtet und interpretiert werden. Kindern von Geflüchteten sowie Migrantinnen und Migranten wird das Recht auf eine hochwertige Bildung in vielen Ländern der Welt noch immer nicht hinreichend gewährt.      

Beitrag teilen