Europa und Asien sollen wirtschaftliche Zusammenarbeit vertiefen

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Pressestatement von Bundeskanzler Merz anlässlich seiner Besuche in der Republik Singapur, Japan und der Republik Korea
Europa und Asien sollen wirtschaftliche Zusammenarbeit vertiefen

Wie können Deutschland, Japan und weitere Partner ihre wirtschaftlichen Interessen besser schützen? Darüber sprach Bundeskanzler Friedrich Merz bei seinem Besuch in Tokio – und warb für eine engere Zusammenarbeit zwischen Europa und Asien.

  • Mitschrift Pressekonferenz
  • Mittwoch, 28. Oktober 2026
Bundeskanzler Merz bei einem Pressestatement in Tokyo.

Europa sollte eng mit Ländern wie Japan, Singapur und Südkorea zusammenarbeiten, um globale Ungleichgewichte auszugleichen, forderte Bundeskanzler Merz.

Foto: Bundesregierung/Steffen Kugler

Bei seinem Besuch in Tokio sprach Bundeskanzler Friedrich Merz über gemeinsame Interessen und die Bedeutung engerer Partnerschaften zwischen Europa und Asien. Deutschland und Japan wollen ihre Zusammenarbeit vertiefen, um ihre Wirtschaft zu stärken und sich gegen globale Risiken abzusichern.

Bei seinem Besuch in Tokio standen auch globale Handelsungleichgewichte im Mittelpunkt sowie die Frage, wie sich Deutschland, Japan und weitere Partner gemeinsam gegen Zölle und Handelsbeschränkungen behaupten können.

Lesen Sie hier das gesamte Pressestatement:

(Die Protokollierung des fremdsprachlichen Teils erfolgte anhand der Simultandolmetschung.)

Bundeskanzler Friedrich Merz:

Ich grüße Sie alle noch einmal sehr herzlich. Schön, dass Sie alle dabei sind! – Die Ministerpräsidentin und ich haben ein sehr gutes Abendessen und ein sehr gutes Treffen gehabt. Wir haben intensiv über die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Japan gesprochen. Das sind ja zwei Länder, die schon über viele Jahrzehnte hinweg sehr erfolgreich zusammenarbeiten.

Es gibt zwei Themen, die uns momentan besonders beschäftigen:

Das erste Thema ist im umfassenden Sinne die Sicherheit unserer Länder, und zwar nicht die militärische Sicherheit, sondern auch die Versorgungssicherheit und die Rohstoffsicherheit. Diesbezüglich haben wir einige Verabredungen miteinander getroffen, wie wir in Zukunft zusammenarbeiten wollen und wie wir unsere Arbeit auch vertiefen wollen.

Das zweite Thema sind die globalen Ungleichgewichte. Japan ist in einer vergleichbaren Situation wie wir Europäer, was die Exportmärkte und die Abhängigkeiten vom Export betrifft. Ich bin immer wieder auf den Industrial Accelerator Act angesprochen worden, den wir in der Europäischen Union gerade diskutieren. Es war auffallend, wie häufig ich darauf angesprochen worden bin – auch schon in Singapur, aber heute in Tokyo noch einmal sehr viel intensiver. Es geht ganz offensichtlich die Sorge um, dass wir mit dem, was wir mit „Buy European“ meinen, in eine Phase des Protektionismus einsteigen. Ich habe die Bedenken hoffentlich zerstreuen und vermitteln können, dass dies nur im Zusammenhang mit der Autoindustrie gilt und dass wir das auch nur für die öffentliche Beschaffung so sehen. Das werden wir aber noch einmal besprechen müssen.

Was das Thema globale Ungleichgewichte betrifft, sind wir uns insgesamt einig, dass Länder wie diejenigen, die ich auf dieser Reise besuche – gestern Singapur, heute Japan, morgen Südkorea –, und die Europäer enger zusammenarbeiten müssen, um solche globalen Ungleichgewichte auszugleichen. Mein Vorschlag, dass wir die handelspolitischen Partnerschaften so multilateralisieren, dass wir auch mit den Ländern, mit denen wir sehr unterschiedliche Abkommen haben, enger zusammenarbeiten, um uns zum Beispiel gegen Zölle oder andere Marktbeschränkungen zur Wehr zu setzen, findet großen Zuspruch. Ich weiß allerdings auch, dass wir bis dahin noch sehr viel Arbeit vor uns haben.

Es stellt sich auch die Frage, ob wir die Gespräche über ein gemeinsames Handelsabkommen zwischen den ASEAN-Staaten und der Europäischen Union wieder aufnehmen sollten. Diese Diskussion ist sehr intensiv geführt worden, und dafür bin ich dankbar; denn wir treffen in diesen drei Ländern – gestern Singapur, heute Japan, morgen Südkorea – doch auf sehr viele Gemeinsamkeiten, was die Sicht hierauf betrifft. Insofern ist dies ein Besuch zum richtigen Zeitpunkt in die richtigen drei Länder. Es wird auch sehr intensiv wahrgenommen, dass ich jetzt genau diese drei Länder in dieser Reihenfolge – ohne Rangfolge – besuche.

Insofern kann ich nur sagen: Es hat sich bis jetzt sehr gelohnt, miteinander über diese Themen zu sprechen. Gerade Deutschland wird als ein ganz wichtiger Partner angesehen, auch im Hinblick auf seine starke Stellung in der Europäischen Union. Mit Deutschland wird im Grunde der Zugang zu Europa verbunden, und ich habe immer wieder auch auf unsere europäischen Interessen und auf die Zusammenarbeit – die handelspolitische Zusammenarbeit – in Europa hingewiesen. Das wird hier sehr aufmerksam wahrgenommen und wird auch sehr positiv begleitet. Insofern kann ich nur noch einmal sagen: Es lohnt sich, diese Gespräche zu führen. Ich habe es so zum Ausdruck gebracht – auch gerade gegenüber der Ministerpräsidentin noch einmal –: Auch wenn wir geografisch viele tausend Kilometer auseinanderliegen, sind wir doch in vielerlei Hinsicht wirklich Nachbarn.

Insofern ist das heute ein guter Besuch in Japan, und ich gehe davon aus, dass das auch morgen und übermorgen in Südkorea nicht anders sein wird.