„Die Landwirtschaft ist der große Hebel“

Landwirt des Jahres „Die Landwirtschaft ist der große Hebel“

Benedikt Bösel aus Brandenburg ist Landwirt des Jahres 2022. Er wurde für sein innovatives Betriebskonzept ausgezeichnet, bei dem die Wissenschaft, multifunktionale Landnutzung und Bodengesundheit im Mittelpunkt stehen. Bundesminister Özdemir würdigte alle Preisträger: „Sie stehen für ein erfolgreiches Bild der Landwirtschaft“.

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Preisverleihung des Ceres-Award mit Bundesminister Özdemir

Bei der Award-Verleihung betonte Landwirtschaftsminister Özdemir, die Preisträger seien mit ihrem Verständnis von Landwirtschaft ein Ansporn nach innen wie nach außen.

Foto: BMEL/Kira Hofmann/photothek

Zehn Jahre lang arbeitete Benedikt Bösel als Investmentbanker in der Finanzwirtschaft und absolvierte zudem noch ein Masterstudium der Agrarökonomie, bevor er 2016 den 3.000 Hektar großen elterlichen Naturland-Betrieb in Alt Madlitz übernahm. Der Hitzesommer 2018 stellte den Betrieb im trockenen Ostbrandenburg vor enorme Herausforderungen. Für Bösel stand fest: Nur mit grundlegenden Veränderungen hat sein Hof eine Zukunft.

Er entwickelte ein neues Betriebskonzept, in welchem ein starker Fokus auf der Forschung liegt. Bösel: „Alle betrieblichen Versuche beschäftigen sich mit der Frage: Wie kann man den Boden schützen und wie kann man den Boden aufbauen?“ Auch die Frage, wie Kühe in einem ganzheitlichen Weidemanagement in den Ackerbau integriert werden können, beschäftigt Bösel und sein engagiertes Team. Es gehe darum, Kreisläufe zu schließen. Zudem hat er ein Umbauprojekt für seinen Wald gestartet: Gemeinsam mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde geht es darum, einen resilienten Mischwald aufzubauen.

Angesteckt von seinen Ideen konnte er für seine Vorhaben zahlreiche Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft gewinnen. Nun wurde er selbst als Gewinner gekürt: Beim CeresAward erhielt er den Hauptpreis und den Kategoriegewinn für den besten Manager.

Bösel ist überzeugt: „Die Landwirtschaft ist der große Hebel, um die dringenden Probleme unserer Zeit zu lösen. Deshalb ist es dringend notwendig, dass die Landwirte und die Landwirtinnen den Respekt in der Gesellschaft bekommen, damit wir in der Lage sind das gemeinschaftlich umzusetzen.“

Der CeresAward wird seit 2014 von der Fachzeitschrift „agrarheute“ verliehen. Er wird in zehn Kategorien vergeben: Ackerbauer, Biolandwirt, Energielandwirt, Geflügelhalter, Geschäftsidee, Junglandwirt, Manager, Rinderhalter, Schweinehalter und Unternehmerin.

Landwirt Benedikt Bösel auf seinem Feld.

Ein Grundpfeiler des Betriebs von Benedikt Bösel: Ganzheitliches Weidemanagement für seine 150 Salers- und Angusrinder.

Foto: Timo Jaworr

Özdemir: Respekt und Dank

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir würdigte die Gewinnerinnen und Gewinner: "Die geehrten Landwirtinnen und Landwirte gehen mutig und entschieden neue Wege. Auf dem Feld, im Stall, in der Vermarktung, egal ob in Familientradition oder als Quereinsteiger: die Betriebe stehen für zukunftsweisende Ideen und neue Geschäftsmodelle, die oft Nachhaltigkeit und soziales Engagement einbeziehen.“

Dieser Unternehmergeist und Weitblick verdiene nicht nur Anerkennung, sondern sei auch Motivation für die tägliche Arbeit vieler Berufskolleginnen und -kolleginnen. „Sie stehen für eine Branche, die mit ihrer harten Arbeit unsere tägliche Versorgung sichert - dafür verdienen Sie unser aller Respekt und Dank!“, so Özdemir.