Jüdische Militärseelsorge in der Bundeswehr

Staatsvertrag Jüdische Militärseelsorge in der Bundeswehr

Die jüdischen Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr sollen künftig durch jüdische Militärseelsorger betreut werden. Dazu schließen die Bundesrepublik Deutschland und der Zentralrat der Juden einen Staatsvertrag.

Ein Rabinner im Kreis von Bundeswehr-Soldaten

Ein Rabbiner im Kreis von Bundeswehr-Soldaten: Das bisherige Seelsorgeangebot kann nicht in allen Fällen das Bedürfnis der jüdischen Soldatinnen und Soldaten erfüllen.

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Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr werden schon seit 1957 durch evangelische und katholische Militärseelsorger betreut. Bisher gibt es jedoch noch keine jüdische Militärseelsorge. Das soll sich ändern, damit der gewachsenen Vielfalt und der weltanschaulichen Neutralität der Bundeswehr Rechnung getragen wird.

Die Bundesrepublik Deutschland und der Zentralrat der Juden in Deutschland haben vereinbart, eine jüdische Militärseelsorge innerhalb der Bundeswehr einzurichten. Der Staatsvertrag wurde am 20. Dezember 2019 unterzeichnet.

Warum Militärseelsorge?

Soldaten und Soldatinnen sind vor allem bei Einsätzen im Ausland besonderen körperlichen und seelischen Belastungen ausgesetzt, unter Einsatz von Gesundheit und Leben. Auch bei ihrem täglichen Dienst im Inland ist der Zugang zu religiösen Gemeinden am Dienst- und Wohnort aufgrund der besonderen Anforderung ihres Dienstes erschwert. Die Militärseelsorger stehen den Soldatinnen und Soldaten beratend zur Seite.

Gerade in der beruflich geschuldeten Konfrontation mit der Endlichkeit der eigenen Existenz sowie in Fragen der Ausübung der eigenen Religion kann das bisherige Seelsorgeangebot nicht in allen Fällen das Bedürfnis der jüdischen Soldatinnen und Soldaten erfüllen.

Bürger jüdischen Glaubens sollen Teil der Bundeswehr sein, um auch den sozialen Zusammenhalt in einer offenen Gesellschaft zu stärken.